Spenden für die Ostmarken – Von Ameisen und Barden

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Von Ameisen und Barden. Burg Erlenstamm, am Abend des 5. Tages der Freude im Rahja 1040BF

Das Bardenfest, das der Landvogt der Treiliner Lande vor den Außenmauern der Festung Erlenstamm ausrichten ließ, hatte für ausgelassene Stimmung in der Stadt gesorgt. Der Spendenzug genoss die Sicherheit der lange ungenutzten Burganlage über der Stadt. Einst als Baronssitz ausgebaut, hatte die Baronin das Interesse verloren, als die Kosten für den Ausbau zu hoch wurden. Von Hinn beendete seinen abendlichen Rundgang über die innere Mauer der Festung und war in das Zimmer im Torturm zurück gekehrt, in dem er für eine Nacht sein Quartier eingerichtet hatte. Aldare von Dachsen hatte die Nachtwache übernommen und die doppelte Ringmauer mit guten Männern besetzt. Ihr Gatte Kordian von Finstersonn selbst, stand gerade auf der Bühne unterhalb der Festung. Vor dem abendlichen Publikum gab er seinen frisch komponierten Lobgesang auf den Spendenzug und Korgond zum Besten, als eine kleine Schar Reiter das Torhaus des äußeren Mauerringes passierte. Das musste seine Vorhut sein.

Praiosmar eilte schnell in den zwingerartigen Hof zwischen den Doppelmauern um die Ritter in Empfang zu nehmen. Sie waren voran geeilt um ein Versteck von Wegelagerer auszuschalten, die sich in den Erlenstammer Wäldern auf die Lauer gelegt hatten. Mit Freuden erkannte er das von Eicheneck mit seinen Männer aus Cerva dabei war. "Schön euch bei uns zu haben. Habt ihr sie erwischt?", platzte es aus Praiosmar heraus. Ludogon stieg von seinem Pferd und die beiden Schlunder Ritter umarmten sich freundschaftlich. "War nicht mehr viel für uns da. Aber seht selber." Der Burgvogt von Cerva brachte von Hinn zu einem abgedecktem Wagen hinter dem schon der Bratzensteiner mit einem Grinsen wartete."Falk. Was habt ihr mit gebracht? Weitere Gefangene?" Der Hüne zog die Abdeckung zur Seite und der Hinn trat erst mal einen Schritt zurück. "Was ist das?"

Auf dem Wagen lag ein Insekt auf dem Rücken. Groß wie ein Pony, mit geborstenem, schwarz glänzendem Panzer. Alle verbliebenen Glieder von sich gestreckt. Drei Beine waren von scharfen Hieben abgetrennt. Was war das für ein Monster?

Wellmar von Alberburg trat hinzu: "Ich glaube das ist eine Trichterameise aus den nördlichen Steppen. Nur das diese Räuberbande irgendwas mit ihnen angestellt haben muss, damit sie diese Größe erreichen konnten. Scheinbar wollten sie die Larven entlang der Straße vergraben. Aber dann müssen die Dinger irgendwie früher aufgewacht sein und haben das ganze Räubernest verschlungen. Als wir das Lager der Banditen umstellt hatten, war jedenfalls kein Mensch mehr da. Ich schlich mit meinen Jägern den Bach hinauf und sah, das die meisten Zelte nur noch zur Hälfte aus sandigen Trichtern, die sich im Waldboden aufgetan hatten, heraus schauten. Als Falk und Thali mit der Vorhut dann das Lager von der anderen Seite stürmten, sackte plötzlich der Waldboden unter Thali ein und eines dieser Viecher hatte sie gepackt. Wäre Falk nicht zu ihr gesprungen und hätte das Ding zerlegt, wäre sie da nicht mehr heil raus gekommen. Dann waren die Dinger überall. Wir konnten uns gerade so Rücken an Rücken halten, bis Ludogon mit seine Männern von der anderen Hangseite gekommen ist und wir der Brut gemeinsam den Garaus machten. Scheinbar hat sich das Problem mit dem Hinterhalt von selbst erledigt.

"Wie geht es Thali?" wollte Praiosmar noch wissen. "Ihr geht es gut. Wir haben sie mit den anderen Verletzten nach Wandleth geschickt." berichtete Ludogon und klopfte dem Hinn auf die Schulter. "So mein lieber Praiosmar, wir haben unsere Arbeit für heute getan und gehen nun runter und feiern."

Ludogon wandte sich zum gehen als er inne hielt um dem nächsten Barden zu lauschen. "Spielt der das Lied vom Feyderich? Will der Knilch ärger? Was erlaubt der sich, so einen Hartsteener Scheiß hier zu spielen? Ich gehe da jetzt runter und stecke dem Schreihals seinen Igelkönig in seinen...." Als der Ritter von Cerva sich weiter über das hartsteener Liedchen echauffierte, erschien gleich im Gesicht des Bratzensteiners eine gewisse Vorfreude auf das nahe Fest zu steigen. Von Hinn hatte beim zuhören ein nachdenkliches Funkeln in den Augen bekommen."Last euch nicht von so einem Freigeist provozieren, Ludogon. Hört lieber mal genauer hin. Alte Lieder können recht erhellend sein. Ich wünsche euch noch ein schönes Fest der Freude. Habt Dank und Morgen geht es weiter. Ich freue mich schon auf Wandleth!"

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Texte der Hauptreihe:
K41. Geißel
K50. Im Loch
K64. 2 Selos
K80. Von Ameisen und Barden
Autor: Amselhag