Sommer auf Rosskuppe - Nachrichten aus der Heimat

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Breitenau

Markgräflicher Marstall in der Baronie Hexenhain

Mitte Ingerimm 1033 BF

Dramatis Personae

Der Kressenburger ließ sich nicht lange bitten. Nach den Ereignissen in Perricum, konnte er nun endlich zu den angenehmen Botschaften kommen. „Nach Abschluss des Reichskongresses sind wir über Dergelstein wieder heim gereist. Mechthild und BOROMIL sind zum Glück ohne bleibende Schäden davongekommen. Es hat ihnen in Dergelstein an nichts gemangelt. In Hundsgrab haben wir schließlich Dankwart nach Lohengrunde verabschiedet. Greifwin und ich waren noch zu Gast bei Anselm, der mir im Übrigen ein Schreiben für dich mitgegeben hat, Urion.“ Ardo erhob sich und ging zu seinem Mantel, um aus einer Seitentasche ein gesiegeltes Pergament hervorzuholen und Urion zu überreichen. „So Praios will, wird dies ein großer Schritt zu einer engeren Gemeinschaft der märkischen Edlen werden.“

Urion nahm das Schreiben entgegen, brach das Siegel und las, während Ardo antwortete. Die Angelegenheiten mit dem Namenlosen Paktierer lagen bei seinem Schwager und seiner Frau in den richtigen Händen, sie würden wissen, was nun zu tun sei. Er war gespannt, was der alte Kampfgefährte ihm zu Schreiben hätte.

Wappen Garaphani.svg

Im Namen des heiligen Marschalles des Herre Praios, des Greifen Garafan

Auf Geheiß des Foedus Vigilis Garaphani

In Vollmacht des Assertor Concordiae Garaphani, Anselm Hilberan

Seid Ihr,

Urion von Reiffenberg, Rittmeister der Mark

geladen, am 15ten Tage des Herren Praios im Jahre 1034 nach dem Falle des vieltürmigen Bosparans auf der Burg Pechackern, gelegen in der Baronie Hundsgrab, zu erscheinen.

Auf Empfehlung der Assertora Animi Garaphani cognitor, Hilla Bernigandh seid Ihr, Urion, geladen Euch der Prüfung des Greifen Garafans, des Marschalles aller Greifen und dem Boten unseres Götterfürsten Praois, dem Gleißenden zu unterwerfen und seinem Bund auf dem Deregrunde beizutreten.

In Nominae Garaphani

Genzmer Düsterfluß von Finsterkamm

Otwin von Greifenhorst-Schwarzberg

Hilla Bernigandh zu Hesindelburg

Rosco Falkenblick

Anselm Hilberan von Hundsgrab-Bugenbühl

Der Kressenburger wies auf das Pergament, vom dem er zwar grob den Inhalt aber nicht den Wortlaut kannte. „Wenn du magst, komm doch im Praios einfach auf dem Weg nach Pechackern bei mir vorbei. Dann können wir gemeinsam zu Anselm reiten. Immerhin geht es um die Einheit Greifenfurts, da können wir die unsere schon gleich präsentieren.“

„Gemacht, Ardo! Ich hole dich so zeitig ab, dass noch das ein oder andere Zwergische dazwischen passt.“

Ardo hob wie beschließend die Hände und ließ sie mit großer Geste auf seine Knie fallen. Ein Grinsen lag auf seinem Gesicht wie bei einem Buben, den man bei einem Streich erwischt hatte.

„Tja, damit ist dann eigentlich schon fast alles gesagt. Eine letzte Sache habe ich aber noch. Wir haben ja viel über Hochzeitsplanungen und Erben gesprochen. Nun, auch ich habe dank der Belehnung im letzten Götterlauf inzwischen ein Feld zu bestellen, das ich dereinst in würdige Hände übergeben will. Zugleich habe ich das Wohl der Mark im Blick und suche Einigkeit zu sähen, um Stärke zu ernten. Aus diesem Grund habe ich mit dem Baron von Eslamsroden, meinem Vetter aus dem jüngeren Haus die Vereinbarung getroffen, dass ich im Praios tausendfünfundreißig seine Schwester heiraten werden. Damit können wir dann wohl endlich den seit vielen Generationen dauernden Konflikt unserer Häuser beilegen und zudem unsere Bande als Nachbarn festigen. Die Feierlichkeiten werden in Kressenburg stattfinden und ihr alle seid mir als Gäste herzlich eingeladen. Natürlich bekommt das ein jeder noch schriftlich, doch da die Verlobung erst vier Tage her ist, war noch keine Zeit für den offiziellen Schreibkram.“

Gerbald erhob sich. „Na da schau her, kaum Baron und schon geht das Freien los. Das sind wirklich hervorragende Nachrichten. Im Namen aller Reiffenberger die herzlichsten Glückwünsche und Travias und Tsas Segen. Nun denn erhebt Eure Gläser ihr Lieben. Auf den Keilholtzer und seine Verlobte, auf dass ihre Ehe glücklich werde und auf viele kleine Keilhöltzer, die das Haus dann wirklich wieder vereinen.“

Alle erhoben sich und prosteten Ardo zu. Nach und nach trat jeder vor und gratulierte.

Rondrian kam als letzter und wie ein Schraubstock schloss sich seine Pranke um die Hand Ardos. „Auch die Herrin des Krieges soll über dich und die Deinen wachen, Ardo. Und wenn du dich beeilst, könnte man in ein paar Jahren über eine Verbindung mit dem Westen der Mark reden.“

Renzi, obwohl mehr als einen Kopf kleiner, verpasste ihm eine Kopfnuss. Erbost und strafend schaute sie ihn an. „Darüber reden wir, wenn es soweit ist.“

Ardo hatte sämtliche Glückwünsche freundlich und doch mit einer eigenartigen Zurückhaltung entgegen genommen, die von den meisten als Scheu des jungen Mannes verstanden werden konnte. Nur Urion, der den Keilholtzer am besten kannte, mochte sich etwas dabei denken.

„Ich danke euch allen, wirklich, vielen Dank. Und ich verspreche über Euren Vorschlag nachzudenken, Rondrian.“ Abwehrend hob er die Hände bevor Urions Gattin ihm dieselbe Behandlung zuteil werden lassen konnte wie ihrem Schwager. „Natürlich erst zu gegebener Zeit.“ Lachend griff er nach seinem Humpen, um ihn zu leeren und sah dabei Mechthild, die mit dem Kopf gegen den Kamin gelehnt aus mühsam offen gehaltenen Augen in die Runde blickte. Sie spürte die Augen ihres Schwertvaters auf sich ruhen und sofort straffte sich die schlaksige Gestalt. Doch sie konnte Ardo nicht darüber hinweg täuschen, dass sie zum Umfallen müde war. Der lange Tag im Sattel, das gute und reichliche Essen und nicht zuletzt das starke Bier forderten von der Vierzehnjährigen ihren Tribut.

„Werte Renzi, lieber Urion. Ich möchte diesen schönen Abend nur ungern beenden, aber es war für uns ein langer Tag und das gemütliche Beisammensein hat den Wunsch nach einem Bett noch befördert. Wäre es sehr unhöflich wenn ich darum bitte das Gespräch morgen fortzusetzen?“

„Aber natürlich gerne Ardo, es ist mithin sowieso Zeit für uns alle. Die Zucht macht keine Pause und erst vor ein paar Tagen sind die letzten Fohlen geboren worden. Daher geht es unserem Hahn auch derzeit nicht so gut, weil er meist schon von den ersten Knechten geweckt wird“, meinte Urion.