Simold von Pfiffenstock - Nach dem Pulethaner-Treffen

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Markgrafschaft Perricum, Mitte Rondra - Boron 1035 BF


Damals hatte es begonnen. Als Ommdablabad, die Mutter aller Trommeln, nach ihnen, den Nachfahren der Babur Nebachosya, rief*. Ihr Donnern hatte auch den Rhythmus seines Herzschlages verändert. Langsam und schleichend, aber unabänderlich.

Zuerst hatte er es immer unterdrückt. Selbst seinen Engsten hatte er sich diesbezüglich nicht anvertraut. Hätten sie, aber auch vor allem seine Gegner, ihm dies doch als Schwäche auslegen können. Also hatte Simold es weggeschoben, weit weg und war weiter unbeirrt seinen Weg gegangen, immerhin hatte er eine große Verantwortung. Er war der Marben han Hassal’han und der Al’Hatim der vier stolzen Stämme der Nebachosya. Und stand somit an der Seite großer Männer wie Eslam han Beshir a Danal (Eslam von Brendiltal) und dem Al’Haresh. Und hatte gemeinsam mit diesen so manche Prüfung überstanden. Prüfungen die seine volle Aufmerksamkeit gefordert hatten, so dass er es kaum noch gespürt hatte.

Doch dann war Ra’oul, der Sohn Eslams, des Al’Shuar der Nebachoten, im Kampf gegen finstere Mächte im fernen und fremden Albernia gefallen. Und als dessen Körper in Rappan'tar a Hassalfira (Feld des Blutes und Fels der Erinnerung) beigelegt worden war hatte Simold es wieder gespürt.

Eine neue Zeit war angebrochen, eine neue Zeit nicht nur für die Nachfahren der Babur Nebachosya, das wusste er genau, nur wusste er nicht warum er das wusste.

Und so war er nach dem Treffen der Pulethaner im Praios nicht wieder nach Hassal'han Ammayin zurückgekehrt und hatte die dortigen Geschäfte nun völlig seiner Vögtin überlassen.

Sein Rückweg hatte ihn stattdessen auf ein kleines, sehr altes Gut, im südlichen Wasserburg geführt, in dessen Nähe sehr alte, gigantische Gräber noch von einer Zeit vor der menschlichen Besiedlung kündeten. Der Hauptgrund dafür war aber dessen alter nebachotischer Name „Enock a An‘lamar“, Haus der Erkenntnis, denn nach einer solchen suchte Simold.

Wochenlang hatte er einfach nur dagesessen, die Götter um Rat gebeten und sich mal in den Rausch von Blut und Wein, mal in die völlige Askese begeben. Doch nichts war passiert. Er hasste das Warten, denn er war schon immer ein Mann der Tat gewesen. Und weil er das Warten leid war, hatte er seinen Blick gen Süden gewandt, nach Aranien, von wo aus die Mutter der Trommeln sie damals gerufen hatte.


  • Siehe Abenteuer Nr. 138 „Der Schwur des letzten Sultans“