Schimpf und Schande - Teil 15

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In der Stadt Kaiserhain

"Retobrecht, bitte lege mir doch morgen die Berechnung der zu erwartenden Einnahmen für die nächsten 2 Götterläufe vor", wies Felan Rondrik von Schallenberg-Streitzig verborgen hinter einem Berg aus unordentlich übereinandergelegten Pergamenten seinen neuen Vogt Retobrecht Ferlinger an.
"Jawohl, Herr Baron, wie Herr Baron wünschen", antwortete dieser beflissen und war schon auf dem Weg hinaus, bevor er innehielt und sich noch einmal umdrehte.
"Äh, euer Wohlgeboren?"
"Hochgeboren...und ja?", kam es nur murmelnd zurück.
"Ich habe etwas Neues aus Gareth vernommen."
Der Pulether Baron senkte das Papier und lugte darüber hinweg Retobrecht an. "Neues aus Gareth?"
"Nunja, indirekt aus Gareth...mehr auch Waldstein."
Felan legte das Pergament nun ganz zur Seite. "Gareth und Waldstein? Was denn nun?", fragte Felan leicht verwirrt und ganz offensichtlich froh über diese Ablenkung von dem immer wüster werdenden Papierkram seiner Baroniegeschäfte.
"Nunja, der Schn..äh ich meine seine Exzellenz der garetische Staatsrat Horbald von Schroeckh hat den Baron Nimmgalf von Hirschfurten von seiner Baronie Leihenbutt entlehnt..."
"Wie was? Der Schroeckh? Oder die Königin?"
"Ersten Gerüchten zufolge hat die Königin keine Kenntnis davon."
"HA!" Felan klatschte in die Hände. "Wunderbar! Das wird diesem widerlichen Schleimbeutel das Genick brechen! Einen Baron über den Kopf der Königin entlehnen? Daran wird er zugrunde gehen! Retobrecht, wir schreiben einen Brief an den Hof der Königin und legen Beschwerde ein gegen Schroeckh und wir schreiben einen Brief an Nimmgalf. Ich kann den selbstgerechten Kerl zwar genausowenig leiden, aber wenigstens hat er Ritterehre im Leib. An die Königin schreibst Du für mich, dass wir es für eine Überschreitung der Kompetenz halten, dass er sie da wohl übergangen habe und erinnere auch daran, wie er sich während der Besetzung Puleths mit den schwarzländischen Verbrechern arrangiert hat. Und naja, du weißt schon was drin stehen soll...und an Nimmgalf übersende meine herzlichsten Grüße, wie verbunden wir uns mit ihm fühlen, und dass wir bereit sind als Leumundszeuge für ihn auszusagen, sollte er vorhaben vor das Gericht zu gehen. Wollen wir doch einmal sehen, ob wir dem damit nicht auch gleich noch einen Gefallen schulden lassen können. Achja und einen Brief an Wulf von Streitzig und Hilbert von Hartsteen...will doch mal wissen ob einer von den beiden mehr weiß und ebreit ist dieses Wissen mit mir zu teilen."
"Ich werde die Briefe ausfertigen und zu eurer Siegelung vorlegen, Euer Wohlgeboren."
"Hochgeboren, Retobrecht, nur Hochgeboren", lächelte Felan kopfschüttelnd dem hinauseilenden Vogt hinterher.