Geschichten:Schöner Fremder – Eine erfreuliche Bekanntschaft

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Reichsstadt Perricum, Anfang Phex 1033BF

Dramatis Personae

Resigniert stellte Anshelm fest, dass kein bekanntes Gesicht unter den Besuchern zu erkennen war. Doch da fiel ihm ein Mann auf, der ihn scheinbar musterte. Er hatte blondes Haar und helle Augen, soweit er das sehen konnte. Die Kleidung verriet dem Mistelsteiner sogleich, dass es sich um keinen der Künstler handeln konnte. Viel zu elegant und dazu noch kostbar wirkte der Stoff, auch wenn der Schnitt als schlicht zu bezeichnen war. ‚Sollte das doch noch ein angenehmer Abend werden?‘ fragte sich der Ritter aus Mistelstein, bevor er sich lächelnd daran machte zum Tisch zu treten und den Herren anzusprechen.

„Anshelm von Mistelstein ist mein Name, verzeiht, aber ist es wohl möglich, dass ich mich zu Euch an den Tisch geselle. Für gewöhnlich würde ich Niemanden derart bedrängen, doch wie es scheint ist kein Tisch mehr frei. Viele Perricumer sind wohl heute hierhergekommen um so lange wie möglich das Licht des Praiosmals zu genießen.“ Während der ganzen Rede hatte Anshelm den Mann unverwandt angesehen. Dabei hatte er erkannt, dass der groß gewachsene Fremde sogar grüne und nicht wie zuerst angenommen blaue Augen besaß.

“Ihr seid herzlich willkommen edler Herr, nehmt doch bitte Platz! Mein Name ist Edorian von Feenwasser.“ Er hatte Anshelm die ganze Zeit angeschaut, die braunen Augen des jungen Mannes faszinierten ihn. “Was führt Euch in den Hort der Künstler Perricums?“

Edorian konnte sehen, dass sein Gegenüber scheinbar angestrengt nachdachte, bei seiner Namensnennung, doch wohl ohne befriedigende Erkenntnis geblieben war.

Anshelm setzte sich daraufhin und winkte der Schankmaid zu, damit sie sah, wo er einen Platz gefunden hatte. Sogleich kam sie auch herbei geeilt und unter unverschämt anzüglichem Lächeln stellte sie den Roten ab, den er bei ihr bestellt hatte. „Das Essen kommt auch gleich…!“ Edorian wurde von ihr ebenfalls mit einem koketten Grinsen bedacht, bevor die blonde Frau mit den tiefen Lachgrübchen sich wieder entfernte. Ob dieser Zurschaustellung weiblicher Aufmerksamkeit schüttelte der Mistelsteiner nur belustigt den Kopf bevor er Edorian wieder betrachtete. In Gedanken war er bereits dabei seine Gesichtszüge zu vermessen, um sie zuerst auf Pergament und dann in Stein zu bannen.

„Was mich hierher treibt, ist der Wunsch einige Zeit meine Gedanken und damit meinem Gemüt Ruhe und anregende Ablenkung zugleich, zu Verschaffen. Nach Perricum haben mich allerdings Geschäfte geführt. Meine Familie und ich als ihr Erbe führen ein Weingut in der Baronie Gnitzenkuhl, und mir oblag es neue Preisverhandlungen mit hiesigen …Pfeffersäcken zu führen….“ Er hob die Hände in einer schicksalsergebenen Geste. „Aber ich will mich nicht beklagen, immerhin liefert mir dies den Grund häufig hier zu verweilen.“ Der Ritter schien keine Eile zu haben und strahlte eine wohltuende Ruhe aus während er an seiner Seite saß und neu hinzugekommenen Künstlern zunickte, die sich an einem entfernt stehenden Tisch nieder ließen. „Und ihr? Was führt euch hierher? Ich kann mich nicht erinnern euch schon einmal gesehen zu haben, daran würde ich mich sicher erinnern! Markante Gesichter sind sozusagen eine Schwäche von mir.“ Er sagte das ohne Scham, eine reine Feststellung aus seinem Munde.

Anshelms Worte schmeichelten Edorian und er quittierte diese mit einem Lächeln. “Ich bin am heutigen Tage mit einem Schiff aus Brabak hier eingetroffen, ich war unserer kaiserlichen Majestät als Gesandter im südlichen Königreich tätig. Doch nun zwingen mich familiäre Angelegenheiten ins heimatliche Waldstein. Mein Großvater ist kürzlich zu Boron gegangen und so werde ich in Kürze sein Erbe als Junker antreten.“ Edorian sagte dies mit fester und ernster Stimme bevor er sehr viel entspannter fortfuhr, „Aber bevor ich meine Reise fortsetzte, werde ich ein paar Tage in Perricum verweilen. Ruhe und ANREGENDE Ablenkung, dies sind auch mein Begehr.“ Erst als er diese Worte ausgesprochen hatte, bemerkte er, dass er `anregende´ wohl etwas zu sehr betont hatte... In diesem Moment kam die Schankmaid wieder und brachte den kalten Braten mit Brot für Anshelm. Sie beugte sich etwas über Gebühr nach vorne, was den Blick auf ihr üppiges Dekolleté freigab, was Anshelm sichtlich irritierte.

Der Mistelsteiner hatte erst die Frau mit einem verwunderten Blick bedacht, als er der Worte Edorians gewahr wurde. Er zog angenehm überrascht eine Augenbraue nach oben. Hatte er eben richtig gehört?.

Edorian konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Eure Familie führt ein Weingut, sagtet Ihr? Ich hoffe es ist mir möglich ein Fässchen Eures Weines käuflich zu erwerben. Er würden meinen heimischem Weinkeller exzellent ergänzen, außerdem würde ich mich bei jedem Becher Eures Weines an unsere Begegnung erinnern... schöne Erinnerungen sind kostbar.“ Es lag ein Funkeln in Edorians Augen...

Spätestens jetzt dämmerte Anshelm, dass sein Gegenüber wohl in der Tat eine Leidenschaft mit ihm teilte. Zumindest konnte man die gewechselten Artigkeiten kaum anders deuten.

„Erinnerungen, ja, ihr habt recht. Doch sie wollen verdient sein. Es liegt in der Natur der Sache, dass man sich erst dem Hier und Jetzt widmen muss, bevor man einen verklärten Blick darauf werfen kann, nicht wahr?“ „Wohl gesprochen! So werden wir sehen welche Erinnerungen uns das Hier und Jetzt bereithalten mag.“ Ein neckisches Lächeln huschte über Edorian Gesicht. Er hatte das Gefühl in Anshelm einen jungen Mann gefunden zu haben, der für mehr taugte als nur mit ihm in der Weinstube zu plaudern – zumal er sehr attraktiv war.

„Sagt, werter Anshelm von Mistelstein, ihr kennt die Stadt besser als ich, was sollte ein Reisender meiner Fasson in Perricum gesehen haben? Wie ich hörte soll der Lustgarten der Herrin der Morgenröte sehr...inspirierend sein.“ Edorian schaute seinen Gegenüber erwartungsvoll an...

Anshelm ließ den Rotwein langsam kreisen- die Reben waren wohl schon zu alt, um ihm die nötige Kraft zu verleihen- und blickte zu lange, als dass es noch als schicklich gelten konnte, in die hellen Augen, bevor er antwortete.

„In der Tat, da hat man euch Wahres mitgeteilt Wohlgeboren Edorian. Der Garten, wie auch das Tempelinnere, sind eine Freude für alle Sinne. Es gib dort auch Büsten und Statuetten, die sehr filigran in ihrer Ausführung sind, und sogar mir gefallen.“ Er merkte, wie die Mundwinkel des zukünftigen Junkers überrascht zuckten, so dass er sich genötigt sah ergänzend hinzu zu setzen: „Wenn mir meine Freizeit es erlaubt, so bin ich bildnerisch als Steinmetz tätig. Der ein oder andere mag dies als unnützen Zeitvertreib abtun, doch mich…bereichert es im Einerlei des Alltags.“ Ein gewisser Trotz aber auch Stolz war in seiner Stimme auszumachen als er dies sagte.

„Ich schätze die Steinmetzkunst sehr“, warf Edorian ein,“ eine meiner Reisen führte mich nach Chorhop, wo es wohl die besten Steinmetze gibt wie man sagt – und das zu Recht. Die Statuetten sind von makelloser Schönheit, man könnte meinen sie seien lebendig.“ Ein wenig Bewunderung lag in seiner Stimme.

Anshelm nickte interessiert.

„Ich sehe ich vermag wohl kaum mit meinen bescheidenen Erzählungen gegen euren Erfahrungsschatz anzukommen, der euch durch euren Aufenthalt in Brabak zuteilwurde. Darum würde ich mich gerne erbieten euch diese Stadt hier näher zu bringen, derweil ihr mir von der Ferne berichtet. Es wäre doch zu schade, wenn ihr abreisen müsstet, ohne die Schönheit Perricums kennen gelernt zu haben!“ Dann lachte er einfach auf und ergänzte noch: „…und natürlich werdet ihr auch eine Kostprobe unseres Weines erhalten. Dann dürft ihr selbst entscheiden, ob es sich lohnt ein Fass mit euch zu führen.“

„Auch wenn Ihr meinen Erfahrungsschatz überbewertet, so haben wir ein Übereinkommen!“

Edorian lachte und fuhr fort: „Brabak würde Euch gefallen, kenne ich doch keine Stadt in der Kunst und Philosophie so frei erblühen können... und dann die Architektur“, er gerieht sichtlich ins Schwärmen, „die alten Stätten der untergegangenen Echsenrassen sind vor tausenden von Götterläufen in Stein gemeißelte Perfektion. Seht Ihr, daher sehe ich die Steinmetzkunst nicht als unnützen Zeitvertreib an....sie ist kulturschaffend, sie ist das was uns überdauert.“

Anshelm hing förmlich an den Lippen des Redners. „Ich wäre gerne an eurer Seite gewesen, als ihr diese Stätten besucht habt. Ich denke dies ist mit ein Grund warum ich gerne hierher komme.“ Mit einer natürlichen Geste strich er sich einige verirrte Locken aus der Stirn, und rückte noch ein wenig näher an sein Gegenüber, da sich der Tisch zu ihrer Rechten merklich füllte.

„Ihr wisst vermutlich, dass Perricum einst ganz dem Volke der Nebachoten gehörte, bis sie durch ihr Verhalten, so sagt die Geschichte, die Herrin des Sturmes herausforderten und diese ihr einst erwähltes Volk durch die Posaunen Nebachots dazu brachte zu erkennen wie klein sie doch im Geiste geblieben waren und gefehlt hatten. Mit dem Klang der Hörner hatte sie sodann die Mauern zum Einsturz gebracht. Nicht alles wurde zerstört, die dicksten Mauern und massivsten Fundamente blieben zum Teil erhalten, und die Steine wurden an anderer Stelle wieder verwendet. Es ist vermutlich das Wissen um die alte Geschichte der Stadt, die mich hier aufatmen läßt. Allerdings könnte ich hier nie in Ruhe arbeiten…zu viel Ablenkung!“

„Wie wahr!“, Edorian atmete tief durch, „Zuhause im heimatlichen Waldstein werde ich auch viel Ruhe finden, vielleicht etwas zu viel Ruhe – ich werde die große Stadt vermissen... Aber auch in den Tiefen des Reichsforstes schlummert uralte Geschichte, so soll dort die uralte Stadt Simyala der untergegangenen Hochelfen verborgen sein – mahnende Geschichte wohin man auch geht.“

Anshelm warf dem blonden Mann einen vielsagenden Blick bevor er mit wachsender Neugier sein Umfeld musterte. „Wir sollten uns überlegen wie wir den Abend weiter verbringen wollen? Möchtet ihr den Rest der Stadt näher kennen lernen, oder sollen wir das auf morgen verschieben?“

„Ganz wie es Euch beliebt, ich lege unsere weitere Abendgestaltung vertrauensvoll in Eure Hände!“ Ein spitzbübisches Lächeln huschte über Edorians Gesicht.

„Ah…, ihr vertraut mir.“ Diese Feststellung kam einigermaßen belustigt aus seinem Munde während in seinen Augen der Schalk aufblitzte. Mit wieder ernsterer Stimme fuhr er fort: „Dann schlage ich vor wir genießen hier noch unser Mahl und den Wein, und lauschen dabei den ersten Beiträgen des Abends.“ Anshelm deutete auf eine kleine Gruppe junger Männer, die sich anschickte unweit des Zugangs zum Schankraum Aufstellung zu beziehen um irgendeine Art der Darbietung zu beginnen. Er musste sich nahe zu ihm heran beugen, da erste Zurufe erklangen. Schließlich wollte er, dass Edorian ihn verstand. „Diese Burschen kenne ich, sie nennen sich 'Die spitzen Zungen Perricums', und sind nach ihren Auftritten meist schnell wieder weg, aber es lohnt sich.“ Vertrauensvoll legte er dabei seine Hand auf den Oberschenkel Edorians und versicherte sich, dass keiner zuhörte. „Sie nehmen die Hiesigen in Versform auf die Schippe- nicht jeder kann damit umgehen als feister Pfeffersack oder schlangenzüngige läufige Hündin betitelt zu werden, und manch einer hat eine richtiggehende Wut auf die Gruppe im Bauch.“ Edorian registrierte wohlwollend Anshelms Hand auf seinem Bein und streifte diese sanft mit seiner. Als Anshelm merkte, dass er dem Mann unbewusst so nah gekommen war, nahm er seine Rechte wieder hinweg, lächelte jedoch im Anschluß Edorian wissend an.

Edorian blickte dem jungen Mann tief in die Augen und rückte etwas näher an ihn heran. „Darbietungen solcher Art schätze ich sehr...“, und fügte nach einer Pause lächelnd hinzu, „die Spitzen Zungen Perricums.“ Er zwinkerte Anshelm zu. Der Adlige konnte sehen, dass die Männer, als sie ihre Umhänge ablegten, Masken trugen, die ihre Gesichter einigermaßen unkenntlich machte. Edorian erinnerte dies an einen Maskenball in Brabak, der zu einigen rahjagefälligen Verwicklungen führte. Ein Lächeln zauberte sich auf sein Gesicht. Es war ein Ball im Anwesen der brabaker Adelsfamilie Du Berilis, die wussten wahrlich wie man Feste feierte, am königlichen Hof suchte man solche Festivitäten vergebens, war doch der König ständig in Geldnöten.


***


ERZÄHLER(charismatische, mitreißende Stimme):

„Es ist Abend, schwül, heiß liegt die Luft im Tal am Darpat, die Gnitzen stechen, die Lustknaben im Korallengarten(Pause)…nicht, haben sie doch ihre liebe Not ihren Dienst zu tun, da jeder sich nach Abkühlung sehnt- jeder? …Bis auf eine!"

(gestenreiche Untermalung einer rahjagefälligen Gestalt) "Jung, schön und unzufrieden taucht sie spät am Abend im Hause eines reichen hiesigen Pfeffersackes auf, der es sich leisten kann das alte Blut, dass scheints eher Geld als Brot frisst auszuhalten. Ein Maskenball nimmt seinen Lauf, wie er wohl schon zur Sitte geworden ist hier…:"

Auftritt der Protagonisten(allesamt mehr aus als angezogen bis auf den Geweihten, und in obskuren Verkleidungen, Gesichter grell überzogen geschminkt)

KAUFMANN(stotternd/derweil er sich scheinbar darum bemüht nicht ins Dekolleté des Fasan Kostümes -bestehend aus wenig Stoff und zahlreichen Federn- zu starren; er selbst ist als STIER verkleidet):

„Oh wie es mich freut Wohlgeboren wieder einmal in meinem bescheidenen Hause zu Gast zu haben…(Handkuss, der ungebührlich körperlich ausfällt) Ich dachte nachdem ich nichts von Euch hörte, ihr wäret am heutigen Abend anderweitig beschäftigt!“

ADLIGE(spröde/arrogant):

„Nun, leider wurde eine andere Festivität abgesagt, sodass ich einmal wieder die Gelegenheit wahr nahm hierher zu kommen. Mein Gemahl zieht den Prickel des Lebens auf dem Ansitz vor- Firuns Wohlgefallen möge ihm zuteilwerden, bevor er sich seine Kronjuwelen abfriert.“

DER GEWEIHTE(aufgerissene Augen bei ihren Worten und gemessenen Schrittes und huldvoll schreitend im näher kommen begriffen- manche würden meinen er schleicht sich an)

ADLIGE(gelangweilt):

„Wie mir scheint, sehe ich keine neuen Gesichter hier…(leichtes Gähnen wird durch eine schlanke Hand verdeckt).

KAUFMANN(stotternd):

„…durchaus. Seht ihr dort drüben der Faun? Ich wette, dieses Vergnügen ist euch noch nicht zuteil geworden. Er ist überaus …beliebt als Gesellschafter.“

ADLIGE(lüsterne Blicke in Richtung des Fauns werfend und sich dabei sinnlich über die Lippen streichend)

DER GEWEIHTE(polternd und das ‚r‘ rollend von hinten dazu kommend während er den Faun von der Ferne mustert):

„Praios zum Gruße Wohlgeboren.“

ADLIGE(ernüchtert und aufgesetzt erfreut):

„Die Götter zum Gruße Euer Gnaden, Praios voran. Welch…(räuspern) ehem freudige Überraschung Euch hier zu sehen!“

DER GEWEIHTE(tadelnd Blicke in Richtung des Fauns werfend):

„Nun, die Diener des Götterfürsten haben überall ihre Augen…“

KAUFMANN(in resignierendem Tonfall):

„Ja das hat meine Tochter auch schon erzählt…!“

DER GEWEIHTE (donnernd) :

„WIE meint er das?“

ADLIGE(darum bemüht den Geweihten los zu werden):

„Unser guter Kaufmann hier meinte nur, dass wir uns eures behütenden Auges jederzeit gewiss sind.“

DER GEWEIHTE:

„Ach so…nunja ganz wie es unsere Pflicht von uns verlangt…gerade die jungen Schafe einer Herde brauchen besonderen Geleit.“

DER FAUN(macht unauffällig im Hintergrund leichte Bewegungen mit der Hüfte beim Wort Geleit)

ADLIGE(versucht ein Grinsen zu unterdrücken und bemüht sich dabei einen beifälligen Ton anzuschlagen):

„Ich hörte, dass euch dort in der Gruppe um den Magister jemand gesucht hat, der unbedingt eine Spende übergeben wollte…“

DER GEWEIHTE(dreht abrupt den Kopf und schaut wer gemeint ist):

„Da will ich denjenigen nicht länger warten lassen, der begreift, dass neben all dem lasterhaften Tun in dieser Stadt der Götterfürst sträflich vernachlässigt wird. Busse ist der erste Weg zur Besserung meine Kinder, vergesst das nicht. Gehabt euch wohl.“

ADLIGE und KAUFMANN warten bis der GEWEIHTE weg ist.

ADLIGE(empört schnaubend):

„Jetzt hat er es doch geschafft, dass ich ihn völlig aus den Augen verloren habe…!“

KAUFMANN(nach einer angemessenen Pause, süffisant fragend):

"…soll ich euch vielleicht einander vorstellen? Er hat sich zurück gezogen, nachdem er euch einige sehnsuchtsvolle Blicke zugeworfen hatte, derweil ihr mit dem Geweihten parliert habt…?“

ADLIGE(abschätzende Blicke in Richtung des Kaufmannes):

„Woher plötzlich eure Freundlichkeit Krämer? Wir kennen uns inzwischen lange genug…“

KAUFMANN(stotternd):

Ich geleite euch Wohlgeborene Dame, der Faun wartet nicht gerne. Wir werden sehen wie ihr euch erkenntlich zeigen könnt.

Der Erzähler tritt hervor und bringt zwei Stühle auf die Bühne, die er und ein anderer besteigen. Ein dünnes Tuch wird von ihnen gehalten, zwei Frauen mit Fackeln erhellen von hinten die Szenerie, wo nun deutlich gegen das Licht sich die Umrisse zweier Körper ausmachen lassen die sich einander nähern. Faun und Fasan…

DER GEWEIHTE(kniend auf dem Boden vor dem Tuch):

„Ich sollte nicht stets vorschnell urteilen über andere oh mein Herr- ich sollte mehr die Demut an den Tag legen, die ich anderen predige. Wie Wohlgeboren mir in ihrer selbstlosen Art bereitwillig kundt tat, gab es auf diesem ungeliebten Feste auch einen wohlmeinenden Gönner, der uns ermöglicht hat den güldenen Leuchter zu erstehen."

DIE SCHATTEN(DER Faun umarmt erst DIE ADLIGE, setzt sie sich dann auf die Knie und umkost ihren Hals. Sie wirft sich in rahjanischer Wollust in seinen Armen hin und her.

DER GEWEIHTE(die Stirne auf den Boden gepresst):

"Ich will in Zukunft auch die Bürgerlichen mit mehr Respekt bedenken, sind sie es doch, die mit ihrem Fleiß und ihren Fähigkeiten so manchem Herrn von Stand aus der finanziellen Not heraus helfen und uns treu ergeben sind."

DIE SCHATTEN( DER FAUN erhebt sich und zeigt DER ADLIGEN, dass sie sich mit dem Rücken zu ihm hin stellen soll, was sie tut und sich erwartungsvoll positioniert.)

DER GEWEIHTE(die Arme gen Alveran erhoben):

"Gib mir Demut…"

DIE SCHATTEN(Hinter dem Faun tritt der Kaufmann hervor(DER STIER)

DER GEWEIHTE(die Arme gen Alveran erhoben):

"Gib mir Respekt…"

DIE SCHATTEN(DER STIER tritt von hinten an DIE ADLIGE und packt sie in der Hüfte)

DER GEWEIHTE(die Arme gen Alveran gereckt):

"Lass mich wieder daran glauben an… das Gute im Menschen."

DIE SCHATTEN(DER STIER vergeht sich an DER ADLIGEN, derweil der Schatten des FAUN zu einem immer größer werdenden Schatten wird, der seine Arme in einer verschlingenden Geste ausbreitet die Fackeln erlöschen abrupt).


***


„Ich bin… überrascht!“ raunte ihm der Lockenkopf nach dem Vortrag ins Ohr. Auch Edorian wirkte enttäuscht. Anshelm kniff die Augen zusammen, und schien zu versuchen die Männer, die unter der Maskerade steckten näher in Augenschein zu nehmen. „Ich denke schon, dass es die Gleichen waren wie immer, aber dieses Mal hörte es sich ja viel mehr an, als predigte ein Praiot.“ Verwundert schüttelte er das edle Haupt derweil er der Schankmaid winkte, da er zahlen wollte. „Damit ich diesen schlechten Start meiner Führung gleich wieder wett machen kann, sollten wir uns zum Haus der Freude begeben. Dort ist garantiert, dass wir uns amüsieren werden.“

„So soll es sein“, Edorian war voll freudiger Erwartung auf den weiteren Verlauf des Abends.


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10. Phe 1033 BF
Eine erfreuliche Bekanntschaft
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Kapitel 3

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