Ringen um Recht und Freiheit 5

Aus GaretienWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Burg Reinherz, Anfang Phex 1029 BF

"... und so kommen wir zu dem Schluss, dass uns durch diesen Schwarzhandel Steuergelder von mehreren Hundert Dukaten entgangen sind." Seginhardt Raultreu von Ehrenstein, der Truchsess des Grafen blickte fordernd. Gorbon wechselte einen kurzen Blick mit seinem Truchsess.

"Wir möchten Euro Hochwohlgeboren versichern ...", begann Gorbon, wurde aber demütigend vom Grafen unterbrochen.
"Baron, Ihr habt mir und meiner Mutter nie zuvor Grund gegeben, Euch in derart ernsten Angelegenheiten an meinen Hof zu laden. Und ich möchte dies auch nicht nochmals tun müssen! Gemäß des Raulschen Recht sind Eure Steuerschulden mit entsprechendem Zins zu begleichen, wobei für jede Kaiserkrone ein Silberling zu zahlen ist. Dies ist Euch bewusst?"

"Euro Hochwohlgeboren werden keinen Grund haben ..." wieder wurde Gorbon unterbrochen. Die Wut überhaupt an diesem Verhör teilnehmen zu müssen, wich langsam einer Wut wie ein räudiger Köter getreten zu werden. Seginhardt von Ehrenstein sah, wie es in dem Baron kämpfte, und dann doch dessen zwergische Geduld über seine Unbeherrschtheit siegte.

"Wäre da nicht der Vorwurf des Reichsverrats!" Gorbons Augen weiteten sich, als würden sie herausfallen wollen.

"Ihr werdet verstehen, das ich solchen Anschuldigungen nachgehen muss", vollendete der Baron seinen Vortrag.

Gorbon rang nach Worten, "Hmm...mein Grrraf! Ich schwor Euch einst und wiederhole dies heute hier, Bei PRAios!, dass ich Euch und der Kaiserin mit meinem Lehen und auch meinem Leben dienen werde! PRAios soll mich durch Eure Hand richten, wenn ich jemals diesen Eid breche!"

Siegeshart von Ehrenstein blickte reichlich überrascht. Soviel Loyalität hätte er dem Zagbarer nicht zugetraut. Ein Verräter hätte wohl begonnen, sich zu rechtfertigen oder sein Handeln zu erklären, doch ihn daran zu erinnern, dass er allein über sein Leben richtete, wäre unvorstellbar arrogant. Offenbar hatte war der Baron tatsächlich in seiner Ehre verletzt. Prüfenden Blicks stützte er sein Kinn in die Hand und überlegte wie weit man diesem Zwergen trauen durfte.

Gorbon fasste sich. Am liebsten hätte er den Fremmelsfelder wegen des gegen ihn abgelegten falschen Zeugnisses beschuldigt, am liebsten die Umtriebe seiner Brüder im Zagrosch erklärt und die Machenschaften der Almadaner aufgedeckt, doch all dies zählte jetzt nicht. Hier stand er nun wegen Reichsverrats. Ruhig, ruhig!, sprach er zu sich selbst. Jedes unbedachte Wort könnte ihn das Lehen oder gar das Leben kosten.

"Euro Hochwohlgeboren werden nach gründlicher Untersuchung feststellen, das dererlei Vorwürfe gegen mich nichts weiter sind als haltlose Anschuldigungen. Mein Großvater schwor einst Kaiser Eslam dem IV. die Treue und so gehört auch mein Herz dem kaiserlichen Haus. Niemals werden die Barone Zagbars dieses Versprechen brechen!"

"Ihr werdet Eure Schulden binnen eines Götternamens begleichen, oder ich sehe mich gezwungen, Euch weitere Zinsen zu berechnen. Seid versichert, dass wir den Anschuldigungen gegen Euch nachgehen werden.", beschloss der Graf.

"Habt Ihr irgendetwas zu Eurer Entlastung beizutragen?", mischte sich Seginhardt Raultreu von Ehrenstein ein. Gorbon schaute zum gräflichen Truchsess. Es schien ihm, als wolle ihm dieser eine Möglichkeit zeigen, die Vorwürfe zu entkräften.

"Euro Hochwohlgeboren werden sicher alles rechtzeitig erhalten." Ein prüfender Blick Gorbons streifte seinen Truchsess. "Ich werde Euro Hochwohlgeboren alles an Beweisen vorlegen, was meine bescheidenden Untersuchungen ans PRAioslicht gebracht haben." Gorbon und sein Truchsess verneigten sich und verließen das Audienzzimmer des Grafen.

Nachdem sich der Zagbarer Baron entfernt hatte, blickter der Graf fragend in Richtung seines Truchsess. "Nun Onkel, was haltet ihr davon?".

Seginhardt Raultreu von Ehrenstein kratzte sich nachdenklich am Kinn, "Es scheint, es wird schwierig ihm dies nachzuweisen."

"Also behandeln wir ihn milde?", fragte der Graf.

Der Truchsess schüttelte lächelnd den Kopf, "Ihr müsst noch einiges lernen, mein Graf. Es ist völlig nebensächlich, ob er schuldig ist oder nicht..."