Ringen um Recht und Freiheit 17

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Lange hatte Gorbon über den seltsamen Traum und das Erscheinen seines Großvaters nachgedacht. Offensichtlich hatte er in seinem Leben die Prioritäten falsch abgewägt. Er war nicht berufen Baron von Zagbar zu sein, sondern der Herr über den Zagrosch. Nur aus den Erzählungen der Priester kannte er das was die Menschen "Träume" nennen. Er hatte sie immer beneidet um die häufigen Eingebungen, die ihnen die Götter sandten - Zwergen war dies nur selten vergönnt. Doch nun hatte er einen göttlichen Auftrag, eine angroschgefällige Mission: Seine Brüder und Schwestern im Zagrosch vereinen.
Großväterchen Garosch hatte seinerzeit die Bulle von Xavolosch geschaffen, um das gemeinsame Leben mit den Menschen im Zagrosch zu ermöglichen.

Gorban sprang auf um das historische Dokument zu suchen. Sein Vater hatte es ihm einmal gezeigt und wie ein Blitz durchfuhr es den Baron.
Vorsichtig öffnete er die Schatulle und entnahm das gesiegelte Werk.
Das was er bisher für ein Siegel gehalten hatte, entpuppte sich als das Amulett seines Traumes. Die Prägung enthielt verschiedene Runen. Die Bänder die das Buch umfingen, ließen sich gut als Kette tragen. Doch am beeindruckensten war die Klarheit des kirschgroßen Rubins, in dem sich feine rote Linien zu bewegen schienen. Atemlos betrachtete Gorbon dieses Kunstwerk, bevor er sich getraute das gute Stück anzulegen. Ja, jetzt wusste er was seine Bestimmung war.

Das Arbeitszimmer war nur schwach beleuchtet und Praios erste Strahlen konnten das Zimmer nur wenig erhellen. Xagul, Sohn des Nerix betrat den Raum, in den ihn der Baron hatte rufen lassen.
Die Unterlagen der fälligen Steuererklärung waren auf dem Tisch verteilt und einige der Gelder lagen offen auf dem Tisch.
Xagul musste einen kurzen Augenblick der Verlockung unterdrücken, besann sich jedoch und schickte sich an die Vorhänge weiter zu öffnen.

Ohne ein Geräusch betrat Gorbon den Raum. "Mein Freund!" Schwermütig begann Gorbon seine Rede. "Es liegt mir nicht, an euch zu zweifeln, doch wurde ich in den letzten Tagen mehr als einmal betrogen. Sagt, hattet ihr je Zweifel an mir und meinen Taten? Hat euch je der Mut gefehlt mir entgegenzutreten? Sprecht frei heraus, ich bitte euch zumindest ein einziges Mal ehrlich zu sein, bevor ich euch verlassen werde."

Verwundert blickte sich der Sohn des Nerix um. "Mein Herr? Mich schmerzt mein Herz, das ihr auch nur für einen Augenblick an meiner Aufrichtigkeit zweifelt. Nie habe ich Eure Taten in Frage gestellt und habe mich stehts bemüht, Euch ein guter Berater zu sein." Völlig verständnislos blickte er den Baron an. "Ihr wollt uns verlassen Hochgeboren?"

Erleichtert atmete Gorbon auf. "Mein guter Freund! Ich habe nie an eurer Loyalität gezweifelt, und wenn es euer Wunsch ist mich zu begleiten, so sei dieser gewährt. Ich könnte mir keinen besseren Begleiter an meiner Seite wünschen. Ja, wir werden diesen Ort verlassen. Habt ihr je geträumt?"

Verwirrt blickte Xagul ihn an. "Geträumt? Nein, mein Baron, das war mir nicht vergönnt."

Gorbon blickte ihn lächelnd an. "Uns wurden andere Aufgaben zugewiesen - höhere Aufgaben - eine angroschgefällige Mission. Packt zusammen was wichtig und notwendig erscheint."

"Ach, und tut mir den Gefallen und nennt mich fortan nur noch Väterchen Gorbon. Baron einer solch intriganten Gesellschaft, mag ich nicht länger sein.

Xagul packte die wichtigsten und wertvollsten Dinge zusammen und noch in der selben Nacht verließ man die schwarze Feste.