Res populi - Die Falle im Irrgarten

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Mit dem Morgen des zweiten Borons kommen auch die kalten Herbstschauer. Das Praiosauge hat den Kampf gegen die dräuenden Wolken verloren und sich schmollend verzogen. Der allgegenwärtige Regen und der kalte Wind treiben nasses Laub durch die nahezu ausgestorbenen Straßen. Die wenigen Menschen, die sich hinaus gewagt haben, blicken beinahe so finster zu Boden wie die spukenden Wasserspeier.

------------------, der gegen die Kälte den Mantelkragen hochgeschlagen hat und dessen Stiefel immer wieder knöcheltief im Schlamm der Straße versinken, scheint dennoch nicht gerade glücklich zu sein, als er die Rauschkrauthöhle Memoria betritt. Vielmehr drängt sich das Bild eines Mannes auf, der gemessenen Schrittes die Stufen zu seinem eigenen Galgen emporsteigt. Nach heftigem Klopfen wird die Tür geöffnet, wortlos ein Säckchen Silber ausgetauscht und der Besitzer des Memoria verschwindet in den nassen Herbstmorgen. ---------------------- ist allein mit dem schwachen Geruch nach kaltem Rauschkraut, billigem Wein und Erbrochenem. Im Licht einer einzelnen Kerze wartet er.

Gegen Mittag öffnet sich die Tür erneut. Ein bekanntes und ein unbekanntes Gesicht. Sofort erhebt sich ----------------- und deutet eine Verbeugung an: „--------, eine Freude Euch zu sehen!“ Sein Bekannter winkt zwinkernd ab: „Aber, aber, doch nicht so förmlich, offiziell sind war ja gar nicht hier, nicht wahr, ----------------? Darf ich Euch meinen Freund vorstellen, ein entfernter Verwandter eurerseits, wenn mich nicht alles täuscht? --------------------“ Der zweite Neuankömmling streckt ---------------- seine Hand entgegen, die von großen Quaddeln übersäht ist. Ohne sich seinen Ekel anmerken zu lassen schüttelt sie ----------------- Bei Phex, Hesinde und Nandus, jetzt gilts.

„Ich freue mich, ---------, dass Ihr meinen Brief empfangen und richtig gedeutet habt. Auch wenn Ihr damals nicht Teil des Kreises wart, so wusste ich doch um euren Scharfsinn. Doch lasst mich ehrlich sein“, er mustert die beiden Männer scharf, „mir ist nicht an einer Nandus-Republik gelegen. Verzeiht meine Täuschung, doch ich wusste nicht, wie ich sonst an euch herantreten sollte. Wir alle wollen das gleiche, nicht wahr? Anerkennung, Respekt, Aufstieg. Doch gerade ihr müsst wissen, wie unmöglich es ist, die Leiter zu erklimmen. Denkt ihr, wenn man nicht aus einer alten Familie mit großem Namen stammt, dass es möglich ist, es zu etwas zu bringen? Ich habe alles gegeben, nichts unversucht gelassen, doch denkt ihr, einer würde mein Genie erkennen? -------------------------- ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Er redet und redet. Gekränkter Stolz, verweigerte Anerkennung und gnadenloser Ehrgeiz. Das sind seine Köder. ------------------ weiß es nicht sicher, aber er hätte gewettet, dass das genau die Gründe waren, aus denen der --------- sich IHM angeschlossen hatte. In seinen Augen erkennt er, dass er den Köder geschluckt hat. Doch das von Quaddeln und Schorf entstellte Gesicht des anderen ist eine starre Maske. Als er schließlich seine Ausführungen beendet, ist es --------------------------------, der ihm antwortet: „Ich verstehe dich.“ Eine Stimme wie das heißere Rasseln eines Totkranken. ---------------- fällt ein Stein vom Herzen während er versucht, sich weder seine Erleichterung noch seinen Abscheu anmerken zu lassen. Offenbar geht es dem ---------- ähnlich, der beinahe ebenso bang auf die Antwort -------------- gewartet hat. Dieser fährt rasselnd fort: „Keine Sorge, lieber Cousin, in unseren Kreisen erkennt man wahre Größe und seid versichert: jene, die sich für IHN als nützlich erweisen, werde nach seinem unausweichlichen Sieg königlich belohnt werden.“ Er mustert ----------------- lange, fast lauernd.

„Seid ihr bereit, euch als nützlich zu erweisen, Cousin? Seid Ihr bereit, Euch SEINER Sache anzuschließen?“

„Das bin ich, -------------! Wenn die Belohnung stimmt.“

„Seid versichert, dass ihr euch euren Posten und euren Titel frei auswählen könnt!“

„Es geht mir nicht nur um Geld und Besitz. Wie sieht es mit Anerkennung aus? Ein Vier-Augen-Gespräch mit Haffax um IHN von mir zu überzeugen!“

Ein sehnsüchtiger Ausdruck stiehlt sich in ------------------- Gesicht. ---------------, der dies bemerkt hat, muss schmunzeln. Eine Blase an seinem Mundwinkel platzt auf und ein Faden aus Schleim, Blut und Speichel läuft ihm über das schrundige Kinn. So viel Ehrgeiz. Das ist ja noch einfacher als ich gedacht hatte…

„Nun, ich bin sicher, wenn alles vorüber ist lässt sich auch so ein Gespräch einrichten.“

„Darauf Euer Wort?“

„Darauf mein Wort! Doch zunächst solltet ihr euch nützlich erweisen, ----------. Was wisst ihr über die so genannten Reliefsteine von Korgond? …“

Und so beginnt das Spiel…

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Texte der Hauptreihe:
K3. Die Falle im Irrgarten
2. Bor 1037 BF zur morgendlichen Tsastunde
Die Falle im Irrgarten
Im Herzen des Irrgartens

Kapitel 3

Autor: Anonymus