Raschtulswaller Ränke - Rabicumer Zwickmühle

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Markgrafenhof zu Perricum, Peraine 1042 BF

Rukus von Rabicum betrat das Arbeitszimmer des Senneschalls und seines Vaters Zordan von Rabicums am markgräflichen Hof. „Habe ich das gerade richtig gesehen?“

Zordan von Rabicum öffnete währenddessen ein gesiegeltes Schreiben des Markgrafen, welches er vom reisenden Kaiserhof verschickt hatte. „Was? Wen?“ „Sie sieht aus wie eine wandelnde Leiche. Auf dem Schlachtfeld müsste sie Angst davor haben nicht als Untote gerichtet zu werden.“ Der erste Ritter des Markgrafenhofes setzte sich in den Ohrensessel nahe des Schreibtisches.

Der Senneschall schüttelte ungläubig den Kopf. „Das gibt es doch gar nicht.“

„Ja, sag ich doch. Wie konnte die Sturmfels das überleben. Die Götter scheinen eine schützende Hand über sie zu haben.“ , sinnierte Rukus von Rabicum.

„Was, nein, das meine ich nicht. Ich bezog mich auf den Inhalt des Schreibens. Aber die Sturmfels ist wahrhaft ein zäher Hund." Zäher als mir lieb ist, dachte der Seneschall. "Ich hatte vor einem Stundenglas ein Gespräch mit ihr. Ich meine, sieh sie Dir an. Verstümmelter Arm, völlig ausgemergelt. Ich habe sie gerade davon zu überzeugen, als Baronin von Sturmfels zurückzutreten. Mit den körperlichen Einschränkungen kann sie das Amt doch gar nicht in voller Pracht ausüben…. Sie hat mir zugestimmt, der Gigant wolle sie nicht mehr. Und jetzt das.“ Zordan wedelte mit dem Schriftstück.

„Ich verstehe, Sie ist dir ein Dorn im Auge seitdem sie den Giganten nieder rang. Und das nur wegen des alten Ochsen und seinen Phantastereien. Hast Du sie nicht sogar genau deshalb zum Oberst gemacht...", einen weiteren Teil sprach er nur in Gedanken aus, "...und gehofft, dass sie beim Heerzug gegen Haffax fällt.“ Sein Vater würde eine so direkt Farge nie beantworten und Rukus war sich auch nicht sicher ob er es wissen wollte.

„Du verstehst mich. Ich habe nichts gegen sie persönlich, doch eine Liaison der beiden Oberhäupter von Ochs und Sturmfels, stärken nur die Ambitionen des Ochsen auf unsere Krone. Zu viel Macht, zu konzentriert, das ist gefährlich für uns.“ Er stockte kurz und schob „und die Markgrafschaft“ nach.

Zordan schüttelte gefrustet erneut den Kopf. „Ich hatte sie soweit, ich denke sie wäre definitiv zurückgetreten. Und Zack, kein Sturmfelser Oberhaupt mehr, Kopf ab! Gute Ausgangslage …. Aber dieses Schreiben, untergräbt meine Intention.“

Rukus nahm das Schreiben aus den Händen seines Vaters entgegen und las es durch. „Der Markgraf scheint andere Pläne mit ihr zu haben. Orden, Belehnung – es kommt mir fast vor, als würde er sie umgarnen.“

Zordan zeterte weiter. „Nachdem er den Tikaris, der seine Kassen und damit die des Markgrafen geschröpft hat, kupiert hat, will er der Sturmfelserin Wasserburg geben. Wegen ihrer Verdienste um die Markgrafschaft, das ist seine Strategie. Er scheint, wie ich gesehen zu haben, dass sie auf dem Sturmfels nicht weiter herrschen kann. Aber das reiche Wasserburg? Ich fasse es nicht.“

Der erste Ritter Perricums las die geschriebenen Worte nochmal genauer durch. „Aber er beauftragt Dich, Vater, alles zu regeln. Das gibt doch Optionen, ihre Macht zu beschneiden. Dir fällst doch sonst immer etwas ein.“

Die Gedankenspiele seines Sohnes kamen dem Seneschall sehr zu pass. Er lag wie immer auf seiner Wellenlänge, so war es ihm auch sofort in den Sinn gekommen. „Da hast Du recht, Junge. Genau, jetzt weiß ich, wie ich ihr einen Stachel ins Fleisch setzen werde. Ich verkleinere ihr die freiherrlichen Lande und die Stadt wird nun absolut markgräflich. Dann setze ich den Jungen Romin von Tikaris ein, sozusagen als von markgräflicher Hand belehnten Landjunker, der wird wie eine stechende Nadel ihr immer ein Gegenpol sein. Dazu nehme ich der Sturmfelserin das Prachtschloss weg. Das wäre doch eine hervorragende Immobilie für eine Markgräfliche Kanzleistube. Vielleicht eine Nebenstelle des Zollwesens oder der markgräflichen Flussgarde?“ Zordan feixte und dachte laut weiter, während sein Sohn den politischen Zügen nur teilweise folgen konnte.