Geschichten:Pulether Fehde - Teil 6: Eine Entscheidung

Aus GaretienWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Weiler Dornheim, Süden der Baronie Hutt, Anfang Phex 1029 BF


Kurz nach Mittag waren die Truppen seiner Wohlgeboren gekommen. Sigman hatte sich gerade wieder in den Stall aufgemacht. Schnell waren die wenigen Bewohner Handlungsort ist::Dornheims beisammen. Auch Sigman lauschte aufmerksam. Seine Mutter hatte sich zu ihm gesellt.

„Bewohner Dornheims! Euer Lehnsherr, seine Wohlgeboren Barthelm Rondrik von Windischgrütz, ruft einen jeden und eine jede wehrfähige Person zu den Waffen. Er fordert euch auf, euch dem Heerbann anzuschließen.“ „Und gegen wen will er ziehen?“ rief jemand aus der Menge. „Auch wenn es dich nichts angeht: Es geht gegen einen anderen Adligen, welcher raubend und mordend durch unser Land zieht. Also, wer von euch wird uns folgen?“

Murrend und tuschelnd standen die Dornheimer beieinander. Auch Sigman hörte sich die Gespräche aufmerksam an. Für den Lehnsherr gegen einen Raubritter ziehen, klang für ihn unglaublich spannend.

„Also, was ist jetzt?“ rief der Soldat.

Der alte Helme wand sich nun an den Soldat: „Versteht dies nicht falsch, aber wir sind alle alt und nicht mehr so kräftig wie früher. Viele unserer Söhne und Töchter sind ausgezogen, um in den Kriegen zu kämpfen. Das kann seine Wohlgeboren nicht von uns verlangen.“

In diesem Moment ritt einer der Soldaten an dem Befehlshaber vorbei. Er hatte einen prächtigen Wappenrock an. „Und wieso sollte ich dies nicht verlangen können?“ Die Bauern waren sehr erschrocken und fielen auf die Knie.

Doch der alte Helme antwortete stur: „Nun, wir wären keine guten Soldaten.“

Barthelm war dieses Spiel leid. „Dann werde ich mir die Männer eben selbst aussuchen.“

Mit diesen Worten zeigte er auf vier Bürger, zwei von ihnen waren schon alt und hatten fünfzig, vielleicht auch sechzig Götterläufe hinter sich gebracht. Die zwei anderen waren kein Jahr älter als Sigman und er war enttäuscht, dass er nicht mit durfte, als der wohlgeborene Herr noch auf ihn zeigte: „Du kommst auch mit.“

Sigmans Mutter schrie auf: „Oh nein, bitte, ich flehe Euch an, Euer Wohlgeboren, nicht meinen Sigman.“

„Es muss sein, Weib! Wie soll ich euch alle sonst schützen?“

„Ich bitte Euch!“

Barthelm schaute noch einmal den Jungen an. „Wie alt ist er?“

„Sechzehn, Euer Wohlgeboren, aber ich werde im nächsten Efferd siebzehn!“

„Ich denke damit ist er alt genug, für sich selbst zu sprechen. Will er mir helfen, diesen Raubrittern Einhalt zu gebieten?“

„Ja, Herr, das will ich!“

„Gut! Er kommt mit!“

Während sich Sigman mit den anderen Vier den Soldaten anschloss, konnte er sehen, wie sich seine Mutter weinend abwandte. Weshalb sie so traurig war, konnte er nicht verstehen. Er würde doch etwas Gutes tun.