Pulether Fehde - Teil 24: Gedanken in der Nacht

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Burg Orbetreu, Nacht auf den 11. Ingerimm 1029 BF

Hadrumir hatte beobachtet, wie Alrik von Gareth mit seinem Gefolge Burg Orbetreu betreten hatte und mit Raulgard von Hartsteen-Ehrenstein gesprochen hatte. Vermutlich hatte diese den Unterhändlern Hadrumirs Ansichten mittlerweile mitgeteilt. Aber das war ihm gleichgültig. Mit Genugtuung hatte er beobachtet, wie der alte Seginhardt Raultreu von Ehrenstein ob der Anzahl der Soldaten verunsichert wirkte. Wie so ein Bastard, einen solch ehrenhaften Namen tragen durfte? Illehardt von Rathsamshausen wirkte beunruhigt. ’Na, Du Bastard wirst Dich garantiert fragen, wie Du mit Deiner tollen ›Goldenen Lanze‹ diese Burg einnehmen sollst’, hatte sich Hadrumir gefragt, als er die Unterhändler vom „Schwarzen Turm“ aus beobachtet hatte.

Mittlerweile hatten die Unterhändler die Burg seit Stunden verlassen. Hadrumir hatte sich trotzdem nicht von seinem Standort fortbewegt. Hier oben fühlte er sich frei. Wie ein Adler, dessen Flügel sein Wappen zierte, konnte er stundenlang das Umland beobachten und seine Gedanken ordnen.

’Verhandelt, aber droht nicht!’ waren die Worte des Rabensbrückers. Hadrumir war Krieger, kein Politiker, weshalb es ihm schwer fiel, damit etwas anzufangen. Wenn der Hartsteener seine Drohungen wahr machen würde, was würde Geismar dann tun. ’Konnte es sich Geismar leisten, weiterhin an Hadrumir festzuhalten. Unwahrscheinlich! Was will denn der Hartsteener? Das ist doch klar! Und was willst Du? Auch das ist klar! Aber weder Du noch der Hartsteener kann dem Anderen das geben, was er will. Vielleicht aber doch?’ Hadrumir verließ seinen bisherigen Standpunkt auf dem Turm. In seinem Arbeitszimmer machte er mehrere Kerzen an. Dann nahm er sich zwei Karten zur Hand sowie dazu Papier und Feder.