Perricumer Ratsgeschichten - Große Schlangen III

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Reichsstadt Perricum, 26. Praios 1037 BF

„...und wie du die Schöllingh und auch die kirchlichen Beiräte überzeugt hast war ein wirklich gelungener Zug, meine Liebe, das muss ich dir lassen. Und es war auch klug mit dem Wort der Kaiserin und den anderen bei der Wahl des Kämmerers mit zu ziehen, auch wenn dir das einen neuen Konkurrenten verschafft hat, der zumindest zeitweise dir in Ansehen vorsteht, sein Winkelzug ist grad in aller Munde. Das einzige was ich beklage ist, dass du dich zu früh zu gut gestellt hast, dort Oben ist die Luft dünn und es werden dir nur wenige Zugeständnisse machen, Adara. Die nächsten Wochen werden schwer für uns werden, niemand mag die Leute in Spitzenpositionen, weil sie sie ihnen neiden. Glaub mir, das weiß ich selber nur all zu gut. Konzentriere dich jetzt und lasse dich notfalls etwas zurückfallen, damit sie eine andere Zielscheibe haben, z.B. diesen Quintian-Hohenfels, aber nicht zuweit, hörst du.“, das Gesicht ihres Großvaters war das eines Politikers der die Jahre überdauert hatte, es zeigt weder Freude noch Gram, nur diesen kalkulierenden Blick. Wie nach jeder größeren Ratssitzung war er zu ihr in die Kammer im Tempel gekommen, wie immer nach der Andacht.

„Ja, Großvater, das sehe ich auch so. Ich merke jetzt schon wie die anderen Ratsmitglieder es mir schwerer machen wollen, du hättest ihre Gesichter sehen sollen nach der letzten Sitzung. Danach wurden die Gespräche expliziter und fordernder. Gut das ich die Kirchen so gut es geht bei einander stehen und deine Kontakte mir weiterhin eine gute Hilfe sind. Doch der Ton hat sich wahrlich verschärft, du hast recht ich bin zu voreilig nach vorne geprescht, meine Ambitionenwaren zu klar ersichtlich. Aber ich werde deinen Rat beherzigen und einen anderen zur Zielscheibe werden lassen, aber kontinuierlich mein Ziel verfolgen und meine Bande fester knüpfen. Zum Beispiel Efferdan ist ein guter Mann und ich werde ihn weiter gern unterstützen, denn zusammen haben wir einen guten Einfluss auf die Kirchen, die sich gern hinter uns stellen, wenn sie sehen, dass sogar die Kirchen des Ingerimm und Efferd in Einheit da stehen. Mit Beharrlichkeit, Geduld und fest geschmiedeten Banden schenkt mir der alveranische Schmied denn nun hoffentlich seine Gunst, denn ihm gefällt ein wohlgeformtes Werk.“, Adaras Stimme war nicht ganz so fest wie sonst und auch ihre Augenringe waren deutlich dunkler, der Alltag als Politikerin und Tempelvorsteherin zeigte seine Spuren, doch zeigte ihr Blick auch Zuversicht.

Ihr Großvater legte ihr die Hand auf den Arm, fast wie es ein normaler Großvater getan hätte der nicht eine Position wie die seine inne hatte, so war sie nett gemeint aber doch eindringlich. „Und ich werde dir helfen es zu Formen, ich habe da schon einen Plan. Du weißt dass ich ein geschickter Unterhändler bin. Ich denke ich weitere die Kontakte weiter vertiefen um das Fundament zu festigen. Und um die wichtige Zeit nicht zu verschwenden, während andere schon in den Hinterzimmern arbeiten, werde ich jetzt gleich damit beginnen. Gehab dich wohl.“, war die Antwort des Politikers, der sich daraufhin schneller als bei seinem Alter anzunehmen aus der Kammer aufmachte, dieses Geschäft schien ihn jung zu halten, dachte Adara.