Perricumer Ratsgeschichten - Große Schlangen II

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Reichsstadt Perricum, 18. Praios 1037 BF

Ich bin sehr zufrieden mit deiner Arbeit, Adara. Aber von einem Sproß unserer Familie habe ich das auch erwartet. Natürlich sollte man jetzt nichts überstürzen und du solltest deine Bande noch stärker festigen, aber auch nicht zu viele Zugeständnisse machen. Deine Familie wird ihr übriges tun, die Kontakte haben dir zuletzt ja sehr geholfen.“, zeigte sich ihr Großvater relativ erfreut.

„Du hast recht Großvater, die Zuarbeit trägt ihre Früchte. Im Rat und in der Stadt hat mir das einige Freunde und Verbündete eingebracht. Aber wie uns der alveranische Schmied lehrt liegt in der Geduld die Kraft um das Eisen zu formen. Ich muss nur weiter den Bürgern dieser Stadt eine Gute Ratsherrin sein dann werden sie mich auf Händen auf den mir gebührenden Platz heben. Und das verlangt harte und ehrliche Arbeit.“, war die etwas ungewohnt theatralische Antwort Adaras.

Der alte Zordan zog eine Augenbraue hoch und strich sich durch den spitzzulaufenden Bart: „Hart ja, meine Enkelin, doch die Politik ist nicht imme eine ehrliche Geliebte, oft ist sie ein hinterhältiges Ding und dem muss man manchmal ebenso zuvorkommen.“ Ein Funken leuchtete in den Augen des Mannes auf.

Ein Funken den Adara nicht in den Augen hatte. „Großvater, ich weiß dass du ein Mann von Ehre bist, aber ich kenne auch deine Winkelzüge, dies soll nicht der meine Weg sein, denn diese ehrwürdigen Hallen hier verlangen nach starken Armen und einem kreativen Geist, ich werde diesem Weg folgen. Halte du mir nur den Rücken frei, liebster Großvater.“ Sie lächelte ihrem Großvater an wie nur eine Enkelin ihren Großvater ein Lächeln schenken konnte und zwinkerte ihm dann keck zu, was so gar nicht zu der mächtigen Statur der Frau passen wollte, aber ihrem Großvater ein Schmunzeln abverlangte.

„Natürlich, meine Liebe, solch Machwerk würde dir auch schlecht zu Gesicht stehen.“, antwortete Zordan zufrieden und deutete dann eine Verbeugung an, nicht ohne noch mal einen verdeckten Blick auf die ahnungslos wirkende Handwerkerin hinter den beiden zu werfen, die vor dem gewaltigen Altar niederkniete und vorgab zu ihrem Gott zu beten.