Perricumer Ratsgeschichten - Feuer und Schwert

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Reichsstadt Perricum, 8. Rondra 1037 BF:

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. An allen öffentlichen Plätzen der Reichsstadt standen Ausrufer und alle verkündeten nur die eine Walpurgisbotschaft.

„Höret, höret, stolze Bürger der Reichsstadt Perricum. Aufstände erschüttern Pelkerstein! Höret, höret, der Ratsgesandte Retodan Barûn-Bari wurde von Aufständischen schwer verletzt! Höret, höret, Feinde der Reichsstadt und ihrer freien Bürgen haben das Wachkastell in Pelkhafen gestürmt und gebrandschatzt! Höret, Höret!“

Der junge Raholt konnte seinen Ohren kaum trauen, was war passiert? Aufstände in Pelkerstein? Das würde seine Herrin interessieren. Er musste mehr Informationen bekommen und zwängte sich durch die Menschenmenge. Der Junge spitzte seine Ohren. Fakten vermischten sich mit Halbwahrheiten und Gerüchten. So wussten einige zu berichten, dass sich der Zorn der Aufständischen hauptsächlich gegen die Würdenträger der Reichsstadt gerichtet hätte, schließlich seien die Pelkersteiner nicht sehr glücklich über ihrer neuerliche Zugehörigkeit zu Perricum. Ein anderer widersprach energisch, so sei die Bevölkerung doch vom Joch des Adels befreit worden.. Vielmehr müsse der Junker von Pelkerstein hinter der ganzen Sache stecken, richtete sich der Zorn der Aufständischen doch nicht gegen ihn. Andere sprachen hinter vorgehaltener Hand von einer Tat des Erzschurken Haffax. Einer behauptete gar, einen großen Mann mit schwarzer Rüstung gesehen zu haben, das könne nur Haffax gewesen sein. Er wolle für Unruhe stiften, jetzt, wo die Stadt ohne Söldnerobristin und verwundbar war. Ja wo war denn überhaupt die Stadtgarde wollte ein anderer wissen.

Raholt hatte genug gehört und rannte zu seiner Herrin. Er betrat die schmucke Stadtvilla vom Dienstboteneingang aus und gelang auf verschlungenen Wegen in das Gemach seiner Herrin. Diese schien schon auf ihn zu warten. „Was hast du mir zu berichten, Junge?“ Die junge Frau wirkte etwas ungeduldig. Raholt erzählte alles was er gehört hatte.

„Danke, Kleiner, du kannst jetzt gehen!“ Die makellos schöne Frau warf dem Jungen ein paar Münzen zu. Alles ist also nach Plan verlaufen, dachte sie sich. Sie stand auf, es war Zeit dem Alcazaba Zolipantessa einen Besuch abzustatten, die Ratssitzung würde bald beginnen. Zwar gehörte sie nicht dem Stadtrat an, aber sie kannte alle Geheimgänge und verborgenen Kammern. So entging ihr fast nichts was im Stadtrat ablief. Das Ratsgebäude war ein Geschenk ihrer Familie an die Stadt gewesen. Zwar wurde es umgebaut – ganze 13 Götterläufe lang – um den neuen Bedürfnissen gerecht zu werden, doch stand der Architekt im Sold ihrer Familie, so dass sie die Pläne kannte. Heute würde die Ratssammlung wohl nicht komplett tagen können, denn einige der Ratsherren waren noch kurz bevor die Aufstände ausbrachen in Pelkerhafen, darunter ihre entfernte Verwandte Yargunde von Barûn-Bari, sowie Ginaya von Alxertis und Efferdmut Spicking. Die Pfauen hatten ganze Arbeit geleistet und dies war erst der Anfang! Sarina von Zolipantessa lachte laut auf.