Perricumer Ratsgeschichten - Ein Schauspiel und kein Wein

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Ginaya von Alxertis an Rondrara von Alxertis. Grüße.
 
 
 
 
Meine Tochter, ich danke für Deine Nachricht, dass es Deinem Vater nicht gut geht und er das Bett hüten muss. Aus genau diesem Grunde habe ich Dich nicht mit nach Perricum genommen und vertraue darauf, dass die Geschäfte in Goldackern in Deinen Händen gut aufgehoben sind. Sieh auch zu, dass Dich der Pfuscher von einem Medicus nicht übers Ohr haut mit irgendwelchen Salben. Wenn er Tränke für den Geist anbietet, wirf ihn sofort hochkant raus: Das ist das letzte, was Dein Vater in so einer Situation benötigt. Du siehst, ich bin auf Deine Unterstützung angewiesen, damit ich unsere Ziele in der Stadt verfolgen kann, also enttäusche mich nicht.

Ich nehme ferner an, Du hast meinen letzten Brief gelesen. Es sieht nun so aus, als würde das darin angekündigte Vorhaben gelingen, wenn Marix und Falswegen nicht noch Wind von meinem Manöver bekommen. Dafür habe ich viel versprechen und investieren müssen. Insbesondere die junge Rabicum ist ambitioniert und genießt die Unterstützung ihres Großvaters, des Seneschalls. Nichts desto trotz hat sie sich erneut als nützlich erwiesen und ihren Teil dazu beigetragen, das Kollegium der Tempelvorsteher auf unsere Seite zu ziehen. Ihr Appell an die zwölfgöttliche Einigkeit als höchstes Gut hat schlussendlich alle überzeugt. Ja stell dir vor, selbst dylli Turakis wird zähneknirschend gegen diese Piratenjagd stimmen! Ich hoffe, sein Groll darüber wird ebenso schnell und ohne großen Schaden vorbeiziehen wie das Gewitter gestern Abend. Auch Quintian-Hohenfels hat seine Stimme versprochen, immerhin will er den alten Esel als Kämmerer ablösen. Du siehst, das Schauspiel nimmt langsam Fahrt auf, auch wenn längst nicht klar ist, ob es zur Commedia oder zur Tragedia gereichen wird.

Ich sende Sequim mit diesem Brief zu Dir. Er hat noch weitere Nachrichten und Anweisungen, die ich hier nicht ausbreiten will. Er soll meinethalben über Nacht in Aubinge bleiben, aber dann sofort wieder nach Perricum aufbrechen, denn ich brauche ihn hier genauso nötig wie Dich in Goldackern.
 
 
 
 
Deine Mutter

P.S. Richte Deinem Vater aus, dass er sich fürderhin vom Wein fernhalten soll.