Perricumer Ratsgeschichten - Das schlägt dem Faß den Boden aus!

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Ratsgebäude Reichsstadt Perricum, Travia 1037 BF

„Was ist das nächste, was ihr Alsinthe Barûn-Bari im Namen von Profit und Gewinn zu planen

gedenkt? Abriß aller Tempel in der Stadt, um stattdessen mehr Marktstände unter zu bringen? Oder ihr? Wollt ihr noch mehr Unterkünfte für Söldlinge schaffen, also hinfort mit den Götterhäusern…?“

Angewidert blickte Efferdan dylli Turakis in bebender Wut die Menschen an. Da keiner antwortete fasste er nun die ebenfalls anwesende Haugmina Schöllingh ins Auge und sprach immer lauter werdend weiter:

„Nur weil die Nebachoten ihre Viecher gern in der Stadt präsentieren wollen, heißt das doch nicht, dass wir springen müssen, noch dazu zu Lasten der Korallengärten- eines Efferd- HEILIGTUMS! So bedeutend kann kein Würzkraut sein, dass ihr diesen Frevel begehen wollt...“

Die Stimme des Tempelvorstehers des Herrn Efferd dröhnte in dem Gang wieder als er das erbost in eine Runde schrie, die sich zuvor in gedämpftem Ton unterhalten hatte. Nur weil er in Gedanken versunken um die Ecke gestanden hatte, als diese ihr Gespräch begannen, hatte er von dem schändlichen Plänen überhaupt erfahren. Sie hatten ihn schlichtweg übersehen, als er gedanklich in das Muster eines Bodenmosaiks versunken, auf einen Ratsschreiber wartete.

„Wenn ihr glaubt, dass ihr heimlich still und leise Euer götterlästeriches Werk vorantreiben könnt, dann irrt ihr Euch! Die Zwölfe dort oben sehen alles!“ eine zornige Geste gen Alveran folgte. „Und der versammelte Rat hier drunten, wird von mir dazu aufgefordert werden, Stellung zu beziehen. Nicht im Verborgenen, nein nein, schön in Praios Antlitz, dass ihr scheinbar scheut. Wer Hand anlegen wird an diesen Ort, selbst, oder auch nur den Auftrag erteilt, wird Folgen zu spüren bekommen, die denen von Ketzern und Verrätern in nichts nachstehen werden. Ich selbst, werde dort jeden, der auch nur einen Stein weg bewegen will höchstpersönlich davon jagen.“

Zur Unterstützung seines Willens begann er sich die weiten Ärmel hoch zu schieben, und kräftige Unterarme traten zutage. Der Sturm, der sich in seinem Gemüt scheinbar aus dem Nichts geformt hatte, nahm weiter an Fahrt auf.

„Brave Seefahrer, efferdfürchtige Reisende aus allen Ecken Aventuriens kommen dorthin um ihren Tribut zu Zollen, und zu Ehren des Herrn zu beten und etwas zu hinterlassen, was Ihnen auf Ihren Reisen begegnet ist. Aus Dank und Achtung des Schutzes, der ihnen bei ihren Seefahrten zuteil wurde. All das wollt ihr … IHR …. IIIHRRRR…!“

Eilends kamen um die Ecke Gardisten, die sich zwischen die Gruppe an Kaufleuten, Ratsherren und den Tempeloberen drängten um den für seine Ausbrüche bekannten Götterdiener nicht noch handgreiflich werden zu lassen.

Doch die so zuerst Beschuldigte blieb im Angesicht des Tobenden keineswegs endlich still, sondern holte nun ihrerseits zum verbalen Schlagabtausch aus, wenn sie sich dazu auch über den Gardisten recken musste, der sicher einen halben Kopf größer war als sie selbst.

„In Friedenszeiten mag ein gepflegter Garten zur Erholung schön sein, während des Krieges aber müssen alle Dinge unternommen werden, die nötig sind, um gegen einen unheiligen Feind zu bestehen. Wer in diesen Tagen auf die bestehende Ordnung pocht und alternativlose Reformen blockiert, steht mit einem Bein im Lager des Feindes... "

„ICH…im Lager des Feindes?“ Man konnte förmlich zusehen, wie sich gerechter Zorn seiner bemächtigte, und seine blauen Augen im roten Gesicht zu leuchten begannen. Die Ereignisse überschlugen sich nun. Als sei ein Orkan über den Wachhabenden gekommen, flog er in die Ecke, und Efferdan dylli Turakis Hand fand lautstark sein Ziel.

Eilig ging der unauffällig gekleidete Mann seines Weges der dies beobachten durfte. Allmählich kam Bewegung in die Sache, dachte er amüsiert.