Nie Wider Fron und Lehen - Das Einhorn in Nimmerjoch

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Markt Nimmerjoch, 3. TRA 1036, Nachmittag

Marwan Alfessir sah aus dem Fenster. Er befand sich im Obergeschoss des Druckhauses Andermann. Gestern Nacht hatte es ihn hierher verschlagen. Nachdem die Unruhen in Eslamsgrund ausgebrochen waren, hatte er fliehen müssen. Kurz nachdem er vom Balkon gezogen wurde, trat Filandro Andermann an ihn heran. Er meinte, dass das Druckhaus sicherlich gleich gestürmt werden würde und dass es besser wäre wenn er floh. Er überreichte ihm einen Schlüssel und sagte: „Sie werden Häscher nach euch schicken, also geht nach Nimmerjoch und versteckt euch dort in unserem Haus am Markt. Sie werden sicherlich auch dort nach euch schauen aber nicht sofort. Einer unserer Freunde wird dort Kontakt mit euch aufnehmen.“ Als Marwan wissen wollte woran er den Freund erkennen würde, antwortete Filandro nur: „Ihr werdet ihn erkennen. Und jetzt geht!“

Nun stand Marwan also im Druckhaus und sann über seine Situation nach. Er verstand noch immer nicht wie sein Vortrag eine solch heftige Reaktion hatte auslösen können. Waren die Schriften Yesatans wirklich noch so tief im Volk verwurzelt, überlegte Marwan. Wenn er doch nur eine vernünftige Bibliothek zu Verfügung hätte, dann könnte er weitere Nachforschungen anstellen. Gut das Druckhaus hier bot ebenfalls eine Auswahl an Schriften, aber alles was er hier fand, kannte er bereits, so war es nur aus dem Zusammenhang gerissen und half ihm nicht weiter. Zumindest gab es in dem Haus noch Nahrungsmittel und Wein, er würde also nicht Hunger leiden müssen. Als wäre dieses Haus genau für so eine Situation her gerichtet worden, ging es ihm durch den Kopf.

Plötzlich sah Marwan einen Mann auf das Druckhaus zukommen. Ob das der Helfer ist. Er war mittleren Alters, sein Haar zeigte bereits jede Menge Anzeichen von grau. Als er aus Marwans Blickfeld entschwand, hörte er ein Quietschen im Erdgeschoss. Soll ich hinunter gehen und ihn begrüßen. Nein. Was wenn es ein Ermittler ist der nach mir sucht. Ich werde abwarten. Wenn er nach oben kommt um mit mir zu reden, dann werde ich hoffentlich erkennen wer er ist.
Kurze Zeit später tauchten weitere Personen auf dem Marktplatz auf. Sie trugen rot-silberne Wappenröcke. Wenn ich mich nicht irre ist das die landesübliche Bekleidung der Staatsgewalt. Ich muss hier raus.

Marwan wandte sich zur Flucht er hatte gerade den Treppenabsatz der zum Hinterausgang führt erreicht, als er ein Rufen hörte: „Halt im Namen des Junkers!“ Erschrocken hielt Marwan inne. Jetzt bin ich geliefert, dachte er. Doch dann hörte er schnelle Schritte. Sie verfolgen den anderen, Phex sei Dank. In diesem Augenblick bog der Grauhaarige von rechts um die Ecke, genau vor den Treppenaufgang, nur um dann dort von einem der Gardisten, der von der anderen Seite kam umgeworfen zu werden. Die zweite uniformierte Person kam hinzu, offenbar eine Frau, und sagte etwas was Marwan nicht verstehen konnte. Der Kämpfende rief aus „Laber nicht rum, hilf mir gefälligst!“

Marwan war wie gelähmt, er wusste nicht warum, aber er konnte sich einfach nicht von dem Anblick des Gerangels lösen. Jetzt hatten sie den Grauhaarigen auf die Beine gestellt. Der männliche Gardist stand hinter dem Gefangenen und blickte direkt die Treppe hinauf. Marwans und seine Blicke kreuzten sich. Die Augen des Gardisten weiteten sich vor Überraschung. Erschrocken erwachte Marwan aus seinem Schockzustand. Jetzt ist es aus! Er wollte sich gerade Abwenden und ging im Kopf schon seine Chancen für eine Flucht durch, als der Gardist einfach seinen Blick abwandte und den Grauhaarigen zusammen mit seiner Partnerin nach draußen führte.

Er muss mich doch gesehen haben. Er hat mir direkt in die Augen geschaut. Wieso bin ich noch frei? Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Das ist er…

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3. Tra 1036 BF zur mittäglichen Efferdstunde
Das Einhorn in Nimmerjoch
Das Druckhaus

Kapitel 4

Der Ritter