Neue Nachbarn - Der Zagbarer

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"Es freut mich Euch in meinem Hause begrüßen zu dürfen." Olruk hatte am Kamin des Saales Platz genommen und wies Escalia mit einladender Geste am wärmenden Feuer Platz zu nehmen.

"Man unterrichtete mich, dass Ihr bereits das Vergnügen hattet mit meiner Familie zu tun zu haben. Ich hoffe nur Malwarth hat nicht allzu schlecht von uns geredet." Escalia blickte überrascht in das lächelnden Gesicht ihres Gegenüber. Seine gewählte Art sich auszudrücken schien bezeichnend für den von Malwarth als "zahmes Haus" benannten Teil seiner Familie zu sein. Aber wie konnte er von Ihrem Gespräch mit ihm wissen?

"Gut unterrichtet zu sein ist stehts eine Voraussetzung um weise Entscheidungen zu treffen", beantwortete Olruk ihre offensichtliche Frage. Escalia wollte etwas erwidern, doch ihr Gesprächspartner fuhr ohne weiteres fort. "Auch Ihr habt euch sicher schon über unsere Familie informiert und habt sicher viele Fragen", versuchte Olruk ihr das Gespräch zuzuspielen.

Escalia hatte sich bisher nur wenig mit der Familie ihrer Mutter beschäftigt. Zwar teilte sie Malwarths Ansichten, doch wollte sie sich auch nicht ihren neuen Nachbarn zum Feinde machen. "Zu geeigneter Zeit vielleicht." entgegnete sie, da sie nicht wusste, was sie Olruk hätte fragen sollen.

"Unser Haus diente der Krone viele Jahrhunderte als Grafen Eslamsgrunds. Wir freuen uns nun eine weitere Tochter unseres Hauses als Nachbarin willkommen heißen zu dürfen. Soweit stimmt mir Malwarth sicher zu. Ich hoffe nur ihr habt euch von den heißblütigen Plänen meines Verwandten nicht blenden lassen. Ihr werdet sicher noch einige Zeit brauchen um euch an die heutigen Zeiten zu gewöhnen. Doch schon bald werdet ihr feststellen, dass heute mehr mit der Feder, denn mit dem Schwert in der Hand erreicht werden kann."

Escalia zeigte sich beeindruckt durch die gewählte Ausdrucksweise und den Versuch sie für das "zahme Haus" zu gewinnen. In ihrer Zeit jedoch galt es mit dem Schwert in der Hand für das Reich zu stehen. Intrigenspiel und Buhlerei gegenüber ihrer Herrscherin lagen fern ihrer Vorstellung. Doch das Interesse des Barons sollte sie nutzen um daraus Kapital zu schlagen.

"Verzeiht, doch ich habe noch viel über die neuen Zeiten zu lernen. Zur Zeit bedrücken mich zusehr die Belange meiner Baronie um mich mit weiteren Dingen zu beschäftigen."

"Wie kann ich helfen, teure Freundin?" schmeichelte Olruk.

"Die mit mir Zurückgekehrten sind Obdachlos und hungern." gab Escalia beinahe wahrheitsgemäß wieder.

"Es wäre mir eine Ehre euren Landsmännern zu helfen. Seit wir die Binge Xavolosch nicht mehr versorgen müssem, haben wir reichlich Nahrungsmittel die wir euch gern für ein geringes Entgelt zur Verfügung stellen können."

Escalia jauchzte innerlich, bemühte sich aber sich ihre Freude nicht anmerken zu lassen. Die ehemals von Zagbar an die Binge direkt gelieferten Nahrungsmittel konnte sie den Zwergen nun auf Umwegen zukommen lassen und würde sicher ein hübsches Sümmchen daran verdienen. Dabei hätte sie sich zudem zwei neue Freunde gemacht. Sie musste lediglich verhindern, dass die verfeindeten Parteien davon erfuhren. Phex schien ihr dieser Tage hold zu sein.

"Ich danke Euch im Namen meiner Leute. Travia möge Euch segnen!"

Olruk überreichte ihr ein in Leder gebundenes Buch mit dem Familienwappen des Hauses Eslamsgrund. "Lest dies meine Teure. Dies ist die Geschichte unseres Hauses. Vielleicht hilf es Euch, ein Teil der euch verloren gegangenen Geschichte nachzuholen.".

"Habt Dank!" Escalia deutete eine Verbeugung an und verließ die Schwarze Feste.

 Wappen Mittelreich.svg  Wappen Koenigreich Garetien.svg   Wappen Grafschaft Eslamsgrund.svg   Wappen Baronie Zagbar.svg  
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Texte der Hauptreihe:
K2. Der Zagbarer
15. Eff 1031 BF
Der Zagbarer
Der Bruder des Bergkönigs

Kapitel 2

Autor: Gorbon