Nebulöse Erinnerungen

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Villa Griffelspitz am Abend in der Stadt Höllenwall
Sie wogten sich im Schritt und tanzten zu der herrlichen Musik der herbeigeholten Musikanten und dem wärmenden Licht der drei Kronleuchter. Nicht etwa billige und rustikale Wagenräder, nein sondern edle aus Kristall. Das Parkett zeigte Sternenmuster und auf ihm tanzten die Hohen der Stadt und der Baronie. Alle waren sie gekommen, die Patrizier der führenden Familien, die Oberen der Tempel, die handwerklichen Zunftmeister, die reichen Bauern, ebenso wie die Ritter aus den Häusern der Garms, Monserval und Albensteyn, einvernehmlich neben den Malagants. Letztere versuchten in der Baronie Fuß zu fassen, und er unterstützte sie dabei kräftig. Am Rande des großen Saals standen Tische, reichlich gedeckt mit allerlei Köstlichkeiten an Speis und Trank. Dort fand sich der dicke Bauer Dreisigacker, der mächtigste unter Seinesgleichen, neben ihn die ein wenig hysterische Kutschera, welche er erst vor wenigen Tagen zur Bürgermeisterin gemacht hatte. Alles was Rang und Namen in der Baronie hatte, war hier bei ihm versammelt, und tanzte unbemerkt nach seiner Pfeife. Eladrin von Albensteyn stand an einem der prachtvollen und großen Fenster, und blickte nachdenklich in Richtung Nymphenhall, wo nur im Seufzer ein einziges Fenster erleuchtet war. Sofort ging er auf ihn zu, nichts sollte die Stimmung trüben, Nymphenhall war weit weg, so sollte es bleiben. Er legte die Hand auf die Schulter des noch jungen Ritters, und zuckte erschrocken zusammen als ihm eine Motte aufgeregt ins Gesicht flog.
Vorbei der Zauber der Erinnerung, er fand sich alleine wieder im großen Saal seiner Villa, alles war dunkel kein Licht brannte hier, außer dem seiner Lampe. Die wenigen Möbel waren mit Laken bedeckt, und die Fenster verhangen. Er nahm den Vorhang in die Hand zu zog ihn zur Seite. Sein Blick klärte sich, er sah den tiefblauen See und die Türme von Nymphenhall. Blanker Hass durchzog ihn, sie hatten ihm fast alles genommen, doch er war nicht irgendjemand, er würde es sich wiederholen.
Ein dumpfer Schmerz in seinem Kopf riss ihn aus seinen finsteren Gedankengängen, dies ereilte ihn nun schon seit drei Tagen, immer abends und er konnte es sich nicht erklären. Doch in dieser Sache gab es niemanden dem er sich anvertrauen konnte, sicherlich nicht dieser komischen Hofmedika welche sich bei Einhornsteyn niedergelassen hatte noch den Dienern im Storchenhaus. Wie alle anderen Geweihten der Stadt, und sogar die Innocensier, hatten sie sich kaufen lassen und stellten sich gut mit der neuen Herrschaft. Feige und falsche Säcke alle miteinander, doch er würde seinem Erzfeind die Maske runter reißen auf das sie ihn zurück in die Klamm jagen würden.
Er atmete tief durch, dann ging er leise in die Kellergewölbe seiner Villa. Bis auf eine alte Magd, welche nur am Tage zugegen war, konnte er sich keine Diener mehr leisten. Er hatte fast schon zu lange gezögert, seit Tagen kursierten die Gerüchte und lenkte wie erhofft die Vögtin ab, nun war es Zeit seinen Plan auszuführen. In einem der kleineren Kellergewölbe gab es neben allerlei Gerümpel einen alten Wandschrank, darin hingen alte Mäntel und Kleider aus seinen Zeiten als Vogt. Er schob sie zur Seite, betätigte in einem kleinen offenen Astloch den Knopf und die Rückwand öffnete sich einen Spalt. Vorsichtig öffnete er sie, dahinter war ein schmaler Abgang, er stieg in den Schrank, verschloss ihn hinter sich und stieg die Treppe hinunter. Wie hatten sie einst hiernach gesucht, vergebens. Der schmale und enge Gang, durch den er sich gebückt bewegen musste, führte viele Schritte unterhalb seiner Villa zum neuen Viertel, einem Häuserquadranten den er einst finanziert und erbaut hatte. Nur dank dieser Mieteinkünfte konnte er sich überhaupt noch halten. Was niemand wusste war, dass inmitten der aneinander grenzenden Häuser sich der geheime Phextempel verbarg. Und dorthin führte ihn sein Weg.

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12. Ing 1037 BF zur abendlichen Perainestunde
Nebulöse Erinnerungen
Höllischer Gerüchtekessel

Kapitel 30

Jene die im Lichte wandeln.
Autor: Malepartus