Mobilmachung in der Mark Greifenfurt - Mobilmachung in Hundsgrab 3

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Hundsgrab

Der Tag war nun endlich gekommen. Die Praiosscheibe war gerade über die im Rahja liegenden Berge gestiegen und tauchte Dere in ein unwirkliches, rötliches Licht. 'Rot wie Blut' dachte sich der Vogt zu Pechackern als er mit der Hilfe eines Bediensteten seine Rüstung anlegte. Plattenharnisch und Zeug, der Helm befand sich schon unten bei seinem treuen Roß. Fest gürtete er sein Schwert und machte sich dann mit schweren Schritten hinunter in den Hof, wo bereits die Stallburschen auf ihn warteten. Eines der vier Pferde war noch ohne Reiter. Auf einem stattlichen Fuchs saß der Baron von Hundsgrab höchstselbst. Ebenso wie sein Vogt in Plattenharnisch und Zeug gerüstet wartete er mit seiner Tochter und dem Bruder des Vogtes, Answin von Hundsgrab-Bugenbühl, Edler zu Bugenbühl. Nur knapp grüßten sich die Anführer der Hundsgraber Wehr, bevor sie gemeinsam auf das Feld vor der Burg ritten und die Weibel der zwei Kompanien grüßten.

Ein Wind wehte von Firun. Die Gesichter der Männer und Frauen, die dort in Vierer - Reihen standen waren ernst und entschlossen. Boron Nydam Hilberan hatte entschieden, dass die Wehr Hundsgrabes nicht in Landwehr und Soldaten unterteilt werden würden. Vielmehr entschoss er sich, die Waffengattungen zu bündeln. Der Wind zerzauste sein Harr als er über seine Hundsgraber blickte. Jede Lanze führte ein Lanzenwappen mit sich. Den aufrecht stehende Hund, nach links gewendet auf grünem Grund, das Wappen der Baronie, auf der halben Seite, schräg geteilt von dem Zeichen der Lanze nebst einer Zahl auf der goldgelben Seite, so es denn mehr als eine Lanze der jeweiligen Wappengattung gab.

Die rechte Flanke, hoch zu Roß, die I Lanze Rondratreu, mit dem aufrecht stehenden Pferd gegenüber dem Hundsgraber Symbol. Stolz blickten die Reiter, gewappnet in Küraß und Kettenzeug, mit Schild und Reiterschwert. Daran anschließend, die zwei Lanzen Hundsgraber Schwerter, die markgräflichen Schwerter und die Hundsgraber Zweihänder, mit eben einer solchen Waffe als Lanzenzeichen. Daneben die zwei Lanzen Bogner und zwei Lanzen Pikeniere; schließlich, die linke Flanke bildend die Speerträger und die schweren Speerträger, schwer gewappnete Hundsgraber Landwehr mit Speer und Stoßspeer. Jeder der Krieger trug über der Rüstung den Wappenrock Hundgrabs, einen geteilten Rock aus grünem und goldgelben Stoff, in der Mitte schräg geteilt auf der groß aund stark der nach links gewendete Hund stand - stolz die Pfoten erhoben.

Nydam nickte dem Vogt zu Pechackern zu, der nun seine Stimme laut und deutlich erhob, "Ihr alle wißt, der Ork bedroht einmal wieder unsere Lande - unser aller Land, Leib und Leben, unsere Familien", ein Blick richtete sich zu den leichten Speerträgern, die fast völlig aus den eingewanderten Tobriern bestand, "Ich weiß, ihr wißt es, Ihr werft mit uns euer Leben in die Wagschale wider die Orkenbrut. Laßt uns für diejenigen kämpfen, die daheimgeblieben sind, für die alten und jungen, für unsere Wurzeln und für die Zukunft, für diejenigen die uns auch jetzt mit dem Notwendigen versorgen. Ich rufe Euch - zu geben alles was ihr Euer eigen nennt, wie auch wir es tun, wir eure Lehensherren. Alle müssen wir gemneinsam stehen gegen das Unheil aus dem Norden. Ihr seid die Hoffnung eurer Familien und Freunde - entäuscht sie nicht! FÜR DIE ZWÖLFGÖTTER, FÜR GREIFENFURT - FÜR HUNDSGRAB!"

Aus den Kehlen der Frauen und Männer erschall es laut und überall hallte es wider, "FÜR DIE ZWÖLFGÖTTER, FÜR GREIFENFURT - FÜR HUNDSGRAB!"

Anselm wendete sein Pferd und nickte den vier Weibeln zu. Laut riefen diese Befehle und langsam setzte sich der Hundgraber Zug in Bewegung. Reiter, Bogner, Schwerter, Pikeniere und Speerträger, gefolgt von dem Troß, der die Krieger versorgen sollte verließen die Baronie Hundsgrab, ihre Heimat und Familien, von denen niemand wußte, ob er sie wieder sehen sollte.

Weit hinten in dem Zug sprach ein älterer Landwehrmann einen sehr jungen Speerträger an, "Hast Du gehört, Grünschnabel? Für uns und unsere Familien ziehen wir nun gegen den Schwarzpelz. Das ich nicht lache, bei Phex, denen Hochwohl sonstwas Geborenen geht es doch nur um ihre Pfründe. Und natürlich müssen wir wieder einmal die Kohlen aus dem Feuer holen für die hohen Herrschaften" Zweifelnd blickte ihn der junge Mann an, "Du redest einen Unsinn, wir kämpfen für unsere Familien, ich für meinen Vater, den ich hoffentlich wieder sehen werde." "Ach rede nicht, erwiderte der Ältere", sie werden uns Bauern und Landleute wieder in erster Reihe schicken, damit die hohen Herren nicht schmutzig werden und die Reiter und diese Hundsgraber Soldaten werden auch erst eingeifen, wenn wir schon im Dreck liegen." "Rede nicht so herablassend Nradeck, meine Schwester ist eine der Reiterin in der Lanze Rondratreu. Sie werden mit uns stehen, du wirst schon sehen." Zweifelnd hob der Alte seine Augenbraue, "Rondra sei mit uns Ungolf. Ich bete, dass Du Recht behälst auch wenn ich es nicht glauben mag."

An der Spitze des Zuges haben die vier Herrführer nichts von dem Gespräch mitbekommen. Aufgeregt unterhielten Sie sich über die Schwierigkeiten, die noch folgen mögen. Wie viele würden sie wohl sein und welche Waffen würden gegen die Orken in das Feld geführt werden. Nachdenklich blickte Nydam zu Anselm hinüber, "Ich wünschte, dies alles wäre nur ein Albtraum, gesandt von finsteren Mächten und ich würde nun Schweiß gebadet aufwachen und alles wäre vorüber." Mit einem munteren Grinsen auf den Lippen erwiderte der Angesprochene, "Wer weiß, Nydam, vielleicht fügen es die Götter, dass wir dem Orken so überlegen sind, dass er gleich den feigen Schwanz einkneift und das Weite sucht." Zweifelnd blickte der alte Baron zu Anselm hinüber.