Marmorne Träume

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Marmorsteinbruch bei Niffelheim, Junkertum Helburg, Baronie Höllenwall, Rahja 1040 BF:

Das dumpfe Klopfen und monotone Hämmern war überall im Tal allgegenwärtig. Dutzende Arbeiter und Arbeiterinnen waren damit Tag ein Tag aus beschäftigt, das kostbare Gestein dem Leib Sumus zu entreißen. Während im nicht weit gelegenen Innocensier-Kloster Marmonte der grüne Marmor gebrochen wurde, rangen die Leibeigenen des Barons von Höllenwall dem Raschtulswall hier den grauen Marmor ab.

Eine junge Frau stand hoch konzentriert vor drei großen Marmorblöcken und inspizierte sie genau. Auf ihrer Stirn hatten sich Schweißperlen gebildet, denn sie war die sommerliche Hitze Caldaias nicht gewöhnt. Augenscheinlich stammte sie aus dem Norden. Wenige Schritte von ihr entfernt kauerten eine Hand voll Höllenwaller Söldlinge unter einem Schatten spendenden Baum und kümmerten sich nicht weiter um das Geschehen.

Nervosität machte sich im vom Wetter gegerbten Gesicht der Vorarbeiterin breit und es war nicht klar, ob die Söldlinge des Barons oder der wenig erbauliche Gesichtsausdruck der jungen Frau der Grund dafür war. Vermutlich beides.

„Sind die Marmorblöcke zu Eurer Zufriedenheit, hohe Dame?“ Die Stimme der sonst so resolut dreinschauenden Vorarbeiterin klang beinahe zaghaft.

„Hm“, die junge Frau legte ihren rechten Zeigefinger auf ihren Mund, „ich dachte ich hätte mich klar ausgedrückt. Nur das BESTE Marmor! Meine Auftraggeber wünschen nur das beste Marmor und ich habe hier ein Schreiben der Vögtin von Höllenwall, das Euch befielt, mir das Beste vom Bestem zu liefern.“ Aufgeregt wirbelte sie mit dem Schreibstück vor der Nase der Vorarbeiterin umher.

„Das ist das Beste womit wir aufwarten können“, versuchte die Vorarbeiterin zu beschwichtigen, „Marmorblöcke in dieser Größe sind sehr schwierig aus dem Gestein herauszubrechen. Wenn sie Euch nicht gefallen, kann ich Euch auch mehrere kleinere anbieten. Wie wären auch leichter zu transportieren.“

„Auf keinen Fall!“, die Stimmer der jungen Frau klang fast schrill, „kleinere Blöcke sind keine Option.“ Sie beäugte noch einmal genau das Gestein und zeigte schließlich auf einen der Blöcke. „Dieser hier ist nicht akzeptabel, zeigt mir einen anderen!“

„Hohe Dame, das ist vollkommen unmöglich!“ Die Vorarbeiterin runzelte nachdenklich die Stirn. „Weitere Marmorblöcke dieser Größe haben wir nicht.“

„Dann führt mich zu den Steinbrüchen und ich werde den richtigen Marmor bestimmen.“ Die Stimme der jungen Frau ließ keinen Widerspruch zu.

„ Es wird den ganzen Tag dauern, bis … .“

„Ich werde warten!“