Legenden Korgonds - Das Märchen des höflichen Alriks

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Es begab sich in grauer Vorzeit, als Alrik der Schmied sich am Fuße des kahlen Schirchs in Hartsteen niederließ.

Aus den geläufigen Geschichten der Umgebung wusste er, dass der Zwergenkönig unter dem Berg ein gar garstiger Tyrann war, der das gesamte Umland mit seinen brutalen Gräueltaten in Angst und Schrecken versetzte, sofern sich jemand in das Labyrinth unter dem Schirch verirrte.

Es begab sich eines Tages, als Alrik nach getaner Arbeit auf einer nahen Wiese saß und sich an der Schönheit der Natur erfreute. Dabei beobachtete er wie verschiedenstes Getier eine gar absonderliche Pflanze umschwirrte. Er sah, wie zuerst eine einfälltige Schmalzfliege sich gierig der Pflanze näherte um sich am Nektar der fremdartigen Blume zu laben. Doch kaum war die Fliege am Kelch der Blüte am Nippe, da verschlang die Blüte der Blume das ganze Getier mit einem Haps. - Haps.

Von dieser grausigen Tat der Natur gefesselt beobachtete Alrik der Schmied weiter, wie dieses grausame Schicksal nicht nur dieser Fliege geschah, nein, auch einer Hummel, ja sogar einer Hornisse widerfuhr das gleiche.

Erst als ein Schmetterling mit sanften Flügelschlag sich der Pflanze näherte und sich zärtlichst nieder ließ und am Nektar labte, erkannte Alrik, dass göttergefällige Höflichkeit im Leben stets den besseren Weg zu einem den Zwölfe wohlgefälligen Lebensweg führte.

Eines Tages entschied Alrik sich seinen Nachbarn im Berg vorzustellen. Dazu schmiedete er einen gar vortrefflichen Bierkrug als Gastgeschenk, in der Hoffnung den Zorn des Zwergenkönigs mildern zu können.

Also begab sich Alrik mit Brot und Bierkrug vor den Thron des Zwergenkönigs unter dem Berg.

Erbost über dieses Eindringen befahl der Zwergenkönig seinen Getreuen den Eindringling zu jagen und vor den Thron zu schleifen, damit er dem ungewollten Gast zu Boron befördern zu können. Als dies so geschehen war und Alrik vor dem Throne des Zwergenkönigs lag, erinnerte Alrik den König an die Gebote Travias und das er doch auch ein Gastgeschenk mitgebracht hätte und das die Gebote der Höflichkeit es doch geboten würden das der Zwergenkönig den Gast bewirten müsse. Der König in seiner Ehre gekränkt stimmt zähneknirschend diesem Einwand zu. Schlau wie er sich aber hielt, glaubte der König Alrik it einer List entsprechend los zu werden können. So bot er Alrik an, dass jeder aus dem Kruge des anderen ein Getränk trinken solle, damit bewiesen sei, dass keine Seite hinterhältige Absichten verfolge.

Als Hüter des immer vollen Bierkruges, welcher sich schon seit Äonen im Besitz seiner Ahnen befand, glaubte er sich sicher sich Alrik entledigen zu können. Um seinen Gastgeber natürlich nicht brüskieren zu wollen, ging Alrik auf diesen Handel ein und so tauschten sie ihre Bierkrüge. Und da Alrik so höflich war, war der selbstgeschmiedete Bierkrug natürlich mit dem besten Brand den es auf Dere gab gefüllt und der Zwergenkönig setzte sich diesen gierigst an den eigenen Mund. Während Alrik den immervollen Bierkrug zum Mund führte, gewahrte er DEN Schmetterling, den er Tage zu vor auf jener Wiese gesehen hatte. Dieser Schmetterling setze sich gewohnt sanft auf den Krug des Zwergenkönigs. Mit einer wirschen Handbewegung versuchte allerdings der Zwergenkönig den Schmetterling von seinem Bierkrug zu fegen, aber der Schmetterling war zu flink für die grobe Hand des Zwergen und flog grazil von dannen.

An die Pflanze erinnert, setzte Alrik den immervollen Bierkrug vorm letzten Schluck ab.

„Der Letzte Schluck im Glase, oder auch der letze Bissen auf dem Teller, gehört als Anstand der gütigen Frau Travia. Also belasse ich diesen Schluck im Becher!“

Der Zwergenkönig, von dieser Tugendhaftigkeit beeindruckt, überlässt daraufhin aus tiefster Anerkennung seinem Gast den immervollen Becher.

Denn, wo er selbst nur Maßlosigkeit kannte, lehrte ihm sein Gast, was Höflichkeit und Zurückhaltung bedeuteten.

Alrik bedankte sich noch brav für dieses Geschenk und zog unbeschwert von dannen, zurück in die Welt über den Berg.

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12. Ing 1040 BF zur mittäglichen Rondrastunde
Das Märchen des höflichen Alriks
Aus einem Epos an die Großzügigkeit

Kapitel 3

Traktat über die Geschichte der Würde
Autor: bitte ergänzen