Kressenburger Neujahrsstechen 1043 BF - Heilige Zahl

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Baronie Kressenburg, vor den Toren Kressenburgs, 3. Praios 1043 BF

Daria von Haselbusch biss sich auf die Lippen.

„Ich kann dir nicht sagen, ob es gereicht hat“, kommentierte Eldwin von Korbronn das Verhalten seiner Knappin, „Eine Bestleistung war es ja nicht gerade.“

Dessen war sich Daria natürlich bewusst.

„Die Zahl Sechs mag zwar der Herrin Hesinde heilig sein, aber mit Klugheit hat das Stechen von lediglich sechs Ringen nun wirklich nichts zu tun...“

Da seufzte die Knappin schwer: „Es ist irgendwie alles schief gegangen.“

Eldwin lachte herzlich: „Na ja, immerhin bist du nicht vom Pferd gefallen. So etwas soll auch schon vorgekommen sein.“

„Pff“, machte Daria da nur und verdrehte die Augen.

„Du nun wieder“, schmunzelte der Schwertvater, „Weißt du, bei der Tjoste hat nicht nur so mancher Reiter bereits die Nerven verloren, sondern auch so manches hoch edle Ross...“

„Und was soll das jetzt heißen?“

„Wenn du deine Nerven behältst, dann behält dein Pferd sie auch. Doch vor allem...“, er tippte ihr gegen die Stirn, „... konzentriere dich! Achte auf dich selbst, dein Pferd und vor allem die Ringe und nicht auf alles andere um dich herum. Warum hast du dich ablenken lassen?“

Da wurden die Teilnehmer der weiteren Runde verkündet.

„Mir ist so schlecht“, jammerte die Knappin sichtlich blass, „Oh, so schlecht. So schrecklich...“

Da fiel ihr Name und sofort kehrte die Farbe in ihr Gesicht zurück. Sie war in der zweiten Runde!

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Wie im ersten Durchgang auch, war es wieder die junge Rondra-Novizin, die mit ganzen neun gestochenen Ringen die anderen Knappen das Fürchten lehrte und Daria klar machte, dass noch einmal so eine mäßige Leistung gewiss für die nächste Runde nicht reichen würde.

Dieses Mal konzentrierte sie sich. Und dieses mal verlor sie nicht die Nerven. Und Nachtwind auch nicht. Dass sie alle zehn Ringe gestochen hatte, begriff sie erst so richtig als sie ihren grinsenden Schwertvater sah. Damit hatte sie sogar die olle Rondra-Novizin alt aussehen lassen!

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Die dritte Runde wurde ausgerufen. Das Teilnehmerfeld war kleiner geworden. Wieder war es die junge Rondra-Novizin, die den Anfang machte. Doch sie blieb hinter den Erwartungen zurück. Ihr gelang es nur sechs Ringe zu stechen. Dafür glänzten andere: Owilmar von Hinn und Gerding von Karseitz holten zehn Ringe. Und mit nur sieben kam Daria zwar weiter, aber auch nur gerade so. Mit Können hatte das nichts zu tun. Vielmehr war es Glück gewesen. Da hatte der Herr Phex seiner göttlichen Schwester wohl einen kleinen Streich gespielt.

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Die vierte Runde stand an und so langsam zerrte das Turnier erheblich an den Nerven der Haselbuscherin. Trotzdem gelang es ihr sich zu konzentrieren. Und zusammen mit Nachtwind holte sie dieses mal neun Ringe und war damit im Finale. Daria wusste einfach nicht, ob sie sich denn nun darüber freuen sollte oder nicht.

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„Du bist weit gekommen. Jetzt musst du die Nerven behalten“, rief ihr Eldwin von Korbronn ins Gedächtnis, „Wenn du jetzt deine Form behältst, dann kannst du es schaffen. Bleib konzentriert, Daria, und lass dich nicht ablenken. Mit Olwimar von Hinn hast du einen äußerst starken Gegner. Er hat zweimal hintereinander zehn Ringe gestochen. Du musst also alles geben. Wirklich alles. Sonst wird es nicht reichen.“

Darias Herz schlug ihr bis zum Hals. Ihr Mund war trocken. Ihre Hände feucht. Sie war unfassbar nervös. Schrecklich nervös. Und ihre Nerven lagen blank.

Ihr Gegner legte vor. Er stach vier Ringe. Und Daria wusste, sie musste mehr stechen. Mehr als vier. Als sie dann an der Reihe war, musste sie sich so sehr auf sich, Nachtwind und die Ringe konzentrieren, dass es fürs Zählen einfach nicht mehr reichte. Ohne Ahnung, wie viel sie hatte und wie viel sie noch brauchte, sammelte sie so viele Ringe, wie sie konnte.

Plötzlich Jubel. Laut und brandend. Daria hatte gewonnen. Wohlige Wärme breitete sich in ihr aus.

Ihr Schwertvater strahlte. Stolz blickte er sie an.

Sechs Ringe. Sechs Ringe hatten gereicht. Die heilige Zahl der Herrin Hesinde hatte ihr den Sieg gebracht.

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Autor: Orknase