Kressenburger Neujahrsstechen 1041 BF - Ankunft der Rossbergener

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Kressenburger Neujahrsstechen 1041 BF - Ankunft der Rossbergener
24. Praios 1041 BF, Kressenburg

Der Abend zur Zeit der Anmeldung war trotz der gemütlich dahin schwindenden Praiosscheibe noch lange warm und angenehm an der frischen Luft. Die meisten Einwohner und Zugereisten in Kressenbrug saßen in Tavernen oder am Rande der Wege zusammen, wo sie heiter das kommende Spektakel bei Bier, Speis und Gesang feierten.

Genau zu diesem Treiben wollte sich der jüngere der Rossbergen-Brüder gerade aufmachen. Er hatte seine grüne Tunika Weidener Machart und den gelbschwarzen Wappenrock gegen ein gelbes Hemd mit ausladenden Ärmeln und frisch polierten Knöpfen eingetauscht.

“Leumund? Wo willst du denn hin?”, brummte Helwig auf und betrachtete seine Spielkarten. Der hochgewachsene und hellblonde Ritter saß zusammen mit ihrem Waffengefolge und versuchte angestrengt das dortige Spiel zu gewinnen.

“Ich wollte mich noch unter das Volk mischen, vielleicht ist ja auch der eine oder andere Freund der Familie zu finden.”, antwortete Leumund, er rieb sich die linke Hand, von der seit dem Heerzug die Hälfte fehlte.

Der Ältere nickte brummend und deutete seinen Untergebenen an, dass er noch ein Bier haben wolle.

Leumund trat aus dem gelbschwarzen Zelt und streckte sich. Wie sehr hat er es genossen wieder in einem richtigen Bett in seinem Heim… oder bei einer einsamen Dame zu nächtigen.

Der Blick seiner rehbraunen Augen streifte über das vor sich liegende Zeltlager. Nicht jeder angereiste Ritter hatte sich eine Unterkunft in einer Herberge gesucht und sie leider auch nicht.

“Leumund!”, rief eine ihm bekannte Stimme und ein mildes Lächeln legte sich auf die Lippen des jüngeren Ritters, auch wenn er schnell seine verkrüppelte Linke in seinem Umhang versteckte.

Einen Augenblick später trat sein weit älterer Vetter und Schwertvater Brinian von Trollingen in sein Sichtfeld.

“Bei den Göttern! Leumund sieh dich an, du bist ja endlich ein richtiger Mann geworden.”

Der Rossbergener musterte seinen hageren, jedoch hochgewachsenen Verwandten mit den ihm bekannten Geheimratsecken. Der ältere Hofritter hatte sich kaum verändert, trotz der nun schon drei Jahren die vergangen waren, seit sich zum letzten Mal sahen.

“Den Göttern zum Gruße Brinian, welch ein Zufall. Gerade war ich auf dem Weg dich zu suchen.”, antwortete Leumund und beide reichten sich die Hand zum Gruß. “Sind deine Geschwister auch anwesend?”

“Einige, aber auch meine Neffen und Nichten.”, meinte Brinian und deutete dem Weidener ihm zu folgen. “Ich bring dich zu ihnen, du wirst den einen oder anderen sicherlich noch erkennen. Bereden wir bei einem Wein, was in letzter Zeit so passiert ist, seitdem Heerzug habe ich keinen Brief mehr von dir erhalten. Ich bin gespannt was du zu berichten hast.”