Kaiserturnier 1041 BF - Arnwulf von Pandlaril fordert Nazir von Franfeld

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Bei den Hohen Drachen von Alveran! Diesen ersten Auftritt hatte Arnwulf von Pandlaril sich wahrlich anders vorgestellt. Eilends hievte er sich in den Sattel seines Grafen und trieb den schlachterprobten Wallach sogleich zu einem weitausgreifenden Trab an. Raunen und Applaus klangen von dort herüber, wo er schon seit mindesten einem halben Wassermaß sein und seine Entscheidung treffen wollte. Jetzt musste er sich erstmal auf Stand bringen und dabei weiter überholen lassen. Orkendereck vermaledeiter. Es scherte ihn augenblicklich auch nicht wirklich, dass seine Knappin Iselind von Windisch gerade so gewirkt hatte, als würde sie gleich in Tränen ausbrechen. Immerhin war es ihre Aufgabe gewesen, ihren Schwertvater zu rüsten und dazu gehörte ganz und gar unzweifelhaft auch das Gunstband seiner Gemahlin. Wo käme er wohl in, wenn er ohne diesen Glücksbringer in die Schranken ritt? Aber das gute Stück war irgendwie unauffindbar geblieben. Er hoffte für die kleine Windhagerin, dass sich das noch ändern würde.

Er näherte sich dem Ort des Geschehens und in der Reihe der Trutzer fiel ihm sein Vetter Lanzelund ins Auge. Tadellos gewandet und wie immer ein Anblick, der ihm aus dem Publikum manch' schmachtender Blick einbrachte. Er war offenbar noch nicht gefordert worden und darüber reichlich unzufrieden. "Zu Not", dachte Arnwulf, "nehme ich halt ihn", was ihm ein bisschen seiner guten Laune zurück brachte. Tatsächlich lenkte er sein Ross in die Nähe des Hollerheider Barons. Der runzelte irritiert die Stirn und sah ihn an, als wollte er ihn fragen, ob er noch alle beisammen habe. "Einen Rat, Vetter?" Rief Arnwulf ihm zu. Lanzelund runzelte die Stirn, dann schien er zu begreifen. "Ai, Vetter. Zum Ruhm der Alveransleuin?", fragte er. "Ai!" "Dann sucht silberne Disteln!"

Das tat Arnwulf dann auch und nahm sich fest vor, Lanzelund nach der Prozedur zu fragen, wen er da gefordert hatte. Fürs erste ließ er sich nicht anmerken, dass ihm das reichlich unbekannt war. Er fand einen blauen Schild mit einer silbernen Distel darauf. Der Form nach almadanisch. "Hngh?!" dachte er, doch dabei lächelte er ungerührt, stieß die weiß-grüne Lanze gegen den Schild und neigte den Kopf höflich vor seinem Kontrahenten.

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Nazir von Franfeld hatte enttäuscht zur Kenntnis genommen, dass er bei den Trutzern gelandet war. Zu gerne hätte er einen der Nord-Caldaier – kein echter Caldaier akzeptierte die widernatürliche Grenzziehung von 602 BF und würde jemals von der Grafschaft Eslamsgrund sprechen – gefordert. Fordern war freilich die eine Sache. Von einem Nord-Caldaier gefordert zu werden, hätte den Obristen dann doch irgendwie geärgert.

Somit hatte er die zahlreichen Streiterinnen und Streiter, die bereits ihren Teil als Reizer getan hatten, jeweils mit zusammengekniffenen Augen gemustert, ob sie womöglich eines jener ominösen Wappen von jenseits der Grenzsteine führten. Bislang jedoch vergebens.

„Sieht so aus als trauten sich die Nord-Caldaier noch nicht“, rief er zu Hernán von Aranjuez herüber, der gleich ihm in Rüstung – jedoch mit Caldabreser statt Helm – auf seinem Schlachtross erschienen war. Offenbar hatte es nicht jeder Trutzer für geboten gehalten sich persönlich einzufinden. Die Almadaner zumindest bevorzugten es anders.

Der Baron und Junker schmunzelte, hatte er doch auf Burg Reinherz bereits erfahren, dass womöglich damit gerechnet werden musste, dass überhaupt keine Eslamsgrunder anwesend sein würden. Der Franfelder hingegen hatte es rundheraus abgelehnt Zwischenstation am Eslamsgrunder Grafenhof zu machen, und stattdessen vorgeschoben, dass er sein Regiment nicht so lange alleine lassen könne, und war daher erst verabredungsgemäß auf der letzten Etappe ihrer Anreise ab Markt Grambusch zu ihnen gestoßen.

„Sieht so aus als traute sich überhaupt niemand“, grinste er schief, nachdem nun doch schon eine erkleckliche Anzahl an Recken anderweitig gefordert hatten.

Doch scheinbar hatten die Reizer doch ein Einsehen, und ein gedrungener Rittersmann mit Kaiser-Alrik-Schnauzer schien sich auf seinem Wallach für ihre Schilde zu interessieren. Schließlich tippte er mit der Lanzenspitze auf die Silberdistel der Franfelds. Sehr zur Freude des Obristen der Ragather Schlachtreiter, der rondrianisch die gepanzerte rechte Faust auf seine Brustplatte hieb, und das Kopfnicken Arnwulf von Pandlarils erwiderte.

„Na, immerhin ein Weidener!“, feixte er, nachdem derselbe weitergeritten war, zu seinem almadanischen Nachbarn herüber. Scheinbar schien es für Nazir von Franfeld durchaus von Bedeutung, dass er von allen Almadanern als Erster gefordert worden war, und sich so mancher Edelmann aus dem Fürstentum offenbar mit der Spreu würde zufrieden geben müssen.

„Immerhin“, nickte Hernán von Aranjuez ohne weitere Regung, und tätschelte seinem Ross beruhigend den Hals. Diesem missfiel das lange Warten wohl ungleich mehr als seinem Reiter.

Texte der Hauptreihe:
K29. Arnwulf von Pandlaril fordert Nazir von Franfeld
1. Pra 1041 BF zur mittäglichen Traviastunde
Arnwulf von Pandlaril fordert Nazir von Franfeld
Ardo von Keilholtz fordert Reto von Graytenau zu Valpokrug

Kapitel 29

Brin von Eibenroß fordert Firian Böcklin von Buchsbart zu Schneehag
Autor: (Katja R.), Der Sinnreiche Junker