Interessen der Mark - Eine helfende Hand hier und da

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„Rittmeister von Reiffenberg, meldet sich zur Stelle!“ klang es durch die Gemäuer der Greifenfurter Festung.

Mit vernehmlichen Klacken schlug Urion die Hacken der Reiterstiefel zusammen und streckte die Hand zum Gruße an die Schläfe. Eine Brieftaube aus Greifenfurt hatte die Nachricht gebracht, dass sein sofortiges Erscheinen in Greifenfurt verlangte.

Reto von Schattenstein saß an einem Kartentisch und hob nur kurz den Blick von einem Dokument. Mit einer lässigen Handbewegung bedeutete er Urion, er möge bequem stehen. Erst als er zu Ende gelesen hatte erhob er sich, nahm des Rittmeisters Hand und schüttelte sie kräftig.

„Urion, schön dich zu sehen. Ich merke deine Geschwindigkeit hat nicht nachgelassen. Ich hoffe Frau und Kinder sind wohl auf? Was macht das Gestüt?“

„Alles in praiosgefälliger Ordnung, Herr Reto“, erwiderte Urion,“von meinem Vater soll ich Euch die besten Grüße ausrichten.“

„Ah, Grüße vom neuen Baron von Hexenhain, na da schau her. Der alte Fuchs hat für deine Familie ja doch noch erreicht, an was Generationen von Reiffenbergern vorher scheiterten. Glückwunsch auch Dir.“

„Danke, Herr Reto aber ich vermute, deshalb habt Ihr mich nicht nach Greifenfurt gerufen.“

„Nein, nein ich brauche einen Kundschafter, der sich im Perricum'schen umschaut und deine Schwester ist gerade nicht verfügbar. Sie hätte sicherlich noch bessere Ortskenntnisse, hat sie nicht in der Stadt studiert?“

„Ja, Exellenz, das Zweitstudium nach der Ausbildung in Beilunk beim alten Foslarin. Die letzte Nachricht von Ihr kam aus Perainefurten.“

„Sagt! Kennt Ihr Bunsenhold von Ochs?“, fragte von Schattenstein.

Urion musste schmunzeln als in ihm die Zeit an der Akademie in Wehrheim in Erinnerung wach gerufen wurde. „Herr, wer kennt den alten Haudegen nicht? Ein halbes Leben war er wohl Ausbilder in Wehrheim, mein Lehrer in Taktik. Bei meiner Mission in Gareth traf ich ihn für kurze Zeit wieder, damals war er im persönlichen Stab von Marschall Ludalf von Wertlingen. Wenn meine letzten Informationen richtig sind, folgte er Ludalf in die Wildermark und bekleidet derzeit den Rang eines Hauptmanns der Reichsarmee.“

„So ist es, werter Urion,“ bemerkte Reto knapp und hob das Dokument, welches er gerade noch gelesen hatte, vom Tische auf. “ Hier ist ein Schreiben aus Perricum. Da soll eine Baronie neu belehnt werden. Das Besondere liegt darin, dass die Anwärter aus dem Hause Sturmfels kommen müssen und eine sogenannte Prüfung durch die Giganten bestehen müssen. Wahrlich schauerliche Sitten dort unten. Aber weiter. Eine der Kandidatinnen Korhilda von Hartwalden-Sturmfels wird von Teilen des Hauses Ochs unterstützt.“

Er machte eine kurze Pause.

„Ich möchte, dass Ihr in die Baronie Sturmfels reist und Euch unter die Edlen mischt. Dem Ruf werden auf sicher auch Edle aus Garetien folgen. Ihr erinnert Euch noch welche unselige Fehde sich letztes Jahr zwischen diesen garetischen Pfauen entwickelt hat? Das dürfte sicherlich noch unterschwellig brodeln und einer der beiden Unruhestifter hat seine Pfalz an der Grenze zur Mark. Habt ein Blick auf sie und auf die Anwärterin der Ochsen. Ihr müsst sie nicht unbedingt offen unterstützen, aber hier und da kann eine helfende Hand nicht schaden.“

„Jawohl, Herr Reto. Ich gehe davon aus, dass ich in der Funktion als Edler von Rosskuppe und Verwalter des Markgräflichen Marstalls nach Perricum reise, um mich nach frischem Blut für die Zucht um zuschauen.“

„Vortreffliche Idee Urion, und bei der Gelegenheit könntet Ihr nach Rückkehr die beiden neuen Schwadrone der Grenzreiter inspizieren? Die letzte Lanze kommt ja gerade aus dem Sommerbiwak des Marstalls?“

Urion nahm Haltung an und salutierte erneut und wandte sich zur Tür.

Im Gang vernahm er noch des Herrmeisters Ruf “Keine Experimente und keine Duelle von Reiffenberg!!“, Urion musste grinsen. Er freute sich auf die kommende Reise. Und neues Blut brauchte er für die eigene Pferdezucht zudem.