In geheimer Mission Teil 9

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Holen wir die Rabenbrücke!

In wenigen Worten umriss er das Vorhaben, dass er mit dem Grafen Luidor besprochen hatte und schilderte es dem Baron als einfachen, einträglichen und mithin für Hartsteen, Garetien und des Barons Persönlichkeit leicht zu erreichendem Schachzug. „Wie ihr seht liegen darin nur Vorteile für Euch, wenn ihr euch offiziell für Luidor aussprecht und ihn unterstützt. Denn Geismar konnte euch bisher nichts bieten, als alle möglichen Betteleien um Gold, um seine Söldlinge zu bezahlen, die seinen wackelnden Stuhl halten sollen. Luidor bietet euch aber eine Mehrung von Besitz, Ansehen und neuen florierenden Handel. Und die Wiederherstellung der alten und richtigen Baroniegrenze und deren Sicherung an der Rabenbrücke würde mir aufgebürdet und meiner Verantwortung übertragen, so dass euch auch daraus keine Unannehmlichkeiten oder Aufwand entstünde.“, schloß Felan seine Ausführungen.

Die Miene Alriks wurde hart. Mit strengem Blick schaute er den Schallenberger Ritter an und zog seine Stirn kraus. „Luidor von Hartsteen hat Euch doch nicht wirklich dieses Unterfangen als eine lohnenswerte Unternehmung verkauft, oder? Bei allem Respekt, aber dieses Unterfangen werde ich nicht angehen. Die Rabenbrücke liegt auf dem Territorium der Traviamark. Auch wenn der Hohenstein derzeit nicht voll besetzt ist, ich denke die dort stationierten Gänseritter würden sich diesen Affront nicht bieten lassen. Mit welchen Truppen wollt Ihr die Brücke halten?“

Der Baron setzte sich auf und schaute den leicht verdutzten Ritter direkt ins Gesicht.

„Nein, ich kann nicht glauben, dass Euch Luidor diesen Floh ins Ohr gesetzt hat. Gerade er muss wissen, dass das Hohe Paar in Rommilys diesen Übergriff niemals dulden würde und alles daransetzen würde, keine Schwäche zu zeigen. Ihr wisst selbst, dass die Adligen der neuen Mark murren und die Gänsepriester so schnell wie möglich zurück in ihre Tempel wünscht. Aber solange, wie zwei Hochgeweihte der Travia die Geschicke der Mark lenkt, werde ich keinen Handschlag gegen sie führen.“ Baron Alrik hatte sich in Rage geredet und leicht gerötete Wangen.

Felan wartete, bis der Baron sich ausgetobt hatte. Er unterdrückte ein abfälliges Lächeln, nachdem er die ersten Augenblicke der Überraschung überwunden hatte und gab seinem Gesicht einen Ausdruck von überlegener Ruhe. Dann entgegnete er wohlüberlegt. „Hochgeboren. Die Besatzung der Feste Hohenstein ist unterbesetzt. Sie sind kaum in der Lage sich all der Wegelagerer zu erwehren, die den Proviant zur Burg rauben. Derweil ist die Rabenbrücke nicht beschützt, sondern im Gegenteil sie steht jedem Halunken und Räuber offen wie ein Scheunentor, der in das bisher unberührte und noch peraine- und praoisgesegnete Hartsteen einbrechen will, um dort zu plündern. Und dort ist ein strategisch wichtiger Punkt Kräfte zu konzentrieren um das zu verhindern, was bei unser derzeitigen Lage kaum möglich ist. Gerade deshalb ist es auch eine Pflicht an den Bürgern und Landleuten von Rabensbrück diese Brücke zu sichern und nur denjenigen zu öffnen, die den Zwölfen ihren verdienten Respekt entgegenbringen. Wir sprechen weder dem Hohen Paar zu Rommilys seiner Rechte ab, sondern wir entbinden sie doch nur einer Last, die sie unmöglich alleine tragen können. Offen könnte sie uns dies nie überlassen, da es ihrem Ansehen schaden würde, doch ich bin mir gewiß, dass gerade diese einsehen werden, dass es für die Menschen am besten ist, wenn wir, die wir noch in der Lage sind Ordnung einkehren zu lassen und die Herdfeuer der Menschen zu schützen, wie es uns Praios und Travia uns Adligen gegenüber dem Volke aufgetragen haben, dies übernehmen. Ich denke ihr seid darin ebenso götterfürchtig wie ich. Zumal wir nicht vergessen wollen, dass dereinst dies Land einem Raube gleich genommen wurde. Und ihr würdet doch niemals annehmen, dass das Hohe Paar im nachhinein einen solchen Raub legitimieren würde, indem sie unseren Schutz hinfortweisen. Es war einer von Rabenmund, der das Land wegnahm und nicht die Kirche der Travia. Wollt ihr es denn verantworten, dass dieses land auf ewig unserer Baronie verloren geht? Wenn das Hohe Paar sein Amt als Verwalter der Mark niederlegt dereinst werden erneut die Rabenmunds ihren Krallen darin schlagen. Wir nehmen es nur wieder in rechtsame Obhut. Und was die Mittel und Männer angeht...das lasst nur meine Sorge sein. Ich verspreche euch, dass ihr an meinen Tun keinen Makel finden werdet.“

Er faltete seine Hände vor sich. „Zudem habe ich vor an dieser Brücke der Herrin Travia und ihrem götttlichen Bruder Boron Schreine zu errichten, damit dort Reisende ihren Gebete sprechen können und den Göttern ihren Dank für Schutz und Segen leisten können.“

Leuward sah bei den letzten Worten etwas erstaunt auf seinen neben ihn sitzenden Vetter, doch der sah dem Baron unverwandt in sein Gesicht. „Ich sehe darin keine Tat, die dem Hohen Paar zu Zorn gereichen würde, da sie damit einer Sorge entledigt wären und die Gänseritter an notwendiger gebrauchten Orten ihr Werk verrichten können, die es ohne Zweifel und im übergroßen Maße immer noch gibt.“

Der Baron schüttelte den Kopf. „Von „Raub der Brücke“ durch einen Rabenmund kann doch gar nicht die Rede sein. Die Brücke wurde einst bei der Gründung des Fürstentums Darpatien als Garetisches Geschenk übergeben, als Symbol der Verbundenheit der Garetier und Darpatier. So jedenfalls steht es in den Dokumenten der damaligen Zeit.“

Er schaute Felan mit Nachdruck an. „Wenn Ihr, Ritter, dies anders seht, so ist dies durchaus Euer Recht, aber seit Gewiss, dass Ihr von Unserer Seite keinerlei Unterstützung zu erwarten habt.“ Die Miene des Barons entspannte sich wieder. „Aber wir waren vom Thema abgekommen. Wenn ich mich recht entsinne, dann wolltet Ihr etwas über eine geplante Fährverbindung über den Darpat erzählen.“