In des Herren Licht gerückt

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„Verbrennen! Ketzer gehören verbrannt.“

„Freund Admetus, meint Ihr nicht, dass Ihr damit ein wenig über das Ziel hinausschießt?“ Praiomon Caitmar von Dergelstein sah seinen Inquisitor abschätzend an. Solche Worte hatte er von dem von Wildenhoff noch nie gehört.

„Nein. Glaubt es mir. Ich habe meine Lehre aus den Braniboriern gezogen. Hätten wir damals direkt am Anfang eine harte Linie gezeigt, wäre es gar nicht erst dazu gekommen, dass sich das irrgeleitete Volk gegen die Ihren, ja gegen die Edlen der Mark auflehnt.“

Der Illuminatus schwieg, während sein Blick in der Geschichte zurückwanderte. „Es bedurfte eines klaren Wortes durch den Boten des Lichtes.“

„Das hätte es nicht, hätte man damals von Anfang an mit harter Hand die Schwelbrände im Keim erstickt.“

„Und wie gedenkt Ihr, mein Bruder im Licht, eben diese Schwelbrände zu finden?“

Admetus von Wildenhoffen lächelte und sah seinen Herrn offen an: „Ich gehe wieder auf Reisen. Ich werde wieder in die Dörfer und Weiler hinausziehen und das Wort des Herren predigen, anstatt hier in der Schreibstube von Eingaben und Bittschriften erstickt zu werden.“

Ein wehmütiges Leuchten stahl sich in Caitmars Auge: „Und was mache ich, wenn Ihr weg seid, mit all dem Papier, das sich anstapeln wird?“

Admetus Blick war aufrichtig: „Wir werden viele Feuer brauchen, um diese Irrgläubigen ein für alle Mal aus der Mark zu räuchern.“