In Amt und Würden - Brief vom Reisenden Kaiserhof nach Steinfelde

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Gut Steinfelde, Ende Rahja 1040 BF

Sei im Namen der Zwölfe gegrüßet, teure Schwester!
 
 
 
 
Caldara von Alberburg spielte gestern Abend vor dem Kaiserhof, nachdem die Kaiserin mit ihrem garetischen Cantzler unter vier Augen über die Besetzung verschiedener vakanter Ämter in ihrer Hauptdomäne beraten hatten. Eine sehr gute Lautenspielerin, und besonders ihre Interpretation von Plitzenbergs Heimatlied sorgte für heitere Stimmung im weiten Rund. Boron sei seiner Seele gnädig, nun da sein Schandmaul auf ewig schweigt.

Hatte sodann Deiner gedacht, tief betrübt über die Dunkelheit, mit der Du geschlagen bist. Schwer sind die Schicksalsschläge, die Hartsteen in diesen Zeiten ertragen muss. Doch gilt es die Hoffnung nicht sinken zu lassen, und mit hohem Mut in die Zukunft zu schauen, damit man gegen die Widrigkeiten, die uns dräuen, gewappnet und auf den Ernst der kommenden Aufgaben vorbereitet ist.

Recht getan hat Dein Gemahl zu verfolgen mit unerbittlicher Härte die schlimmen Attentäter an jenem finsteren Abend in der Reichsstadt. Als ein tatkräftiger Anführer hat er sich bewiesen und hier am Hofe wird sein Name nunmehr nur noch geflüstert, denn es geht der Aberglaube um, man würde durch zu lautes Aussprechen die Aufmerksamkeit seiner neuen Klinge auf sich ziehen.

Oft muss ich auch des Schicksals Adhumarens gedenken und hoffe dann, er wird dem hohen Beispiel seines Vaters würdig nachfolgen. Denn zu einem guten und hohen Amt ist er sicher bestimmt. Dein treuer Gemahl wird sich bestimmt dem Jungen annehmen und ihn an den Platz führen, der seiner Geburt gebührt.

Eines nicht fernen Tages wird er sicher seinen Einfluss auf die Geschicke Hartsteens nehmen und mit seinen Namen aus dem Schatten seiner Vorfahren treten. Ich sehe ihn bereits heute auf einem guten Wege dorthin.

Caldara von Alberburg gab ebenfalls zu sehr später Stunde noch weitere zünftige garetische Spottlieder zum besten. Da hatten allerdings die Kaiserin und ihr Gemahl bereits das Fest verlassen, nur der garetische Cantzler lauschte verdriesslich und mit offenem Missfallen dem Lautenspiel. Wir waren uns beide über die Unangemessenheit solcher Schandlieder am Kaiserhofe einig.

Komme ich nun zum Schluss, und bitte die Zwölfe um ihre Gnade und ihren Schutz, mögen sie ihre Hand halten über uns und uns auf den gerechten Pfade führen. Denn wir sind nur ihre unwürdigen sterblichen Diener unter ihrem hellstrahlenden Auge und ihrer ewigen Gerechtigkeit.
 
 
 
 
Halina, sei umarmt von Deiner Schwester Selinda
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Texte der Hauptreihe:
K1. Brief vom Reisenden Kaiserhof nach Steinfelde
30. Rah 1040 BF
Brief vom Reisenden Kaiserhof nach Steinfelde

Kapitel 1

Nichts Gutes aus dem Westen
Autor: Hartsteen