Im Schatten der Sphinx - Wider die goldene Katze

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Autor: Treumunde, Jan

Ende Efferd 1036 BF Dorf Rash Lamashu, Baronie Weißbarûn

Fluchtartig trieben die Hirten ihre Ziegen und Schafe beiseite, die Kuhbauern sorgten sich um ihr Vieh und die Pferdezüchter trieben ihre Herden in die Steppe.

Eine große Sandwolke bahnte sich den Weg den Weißbarun hinunter Richtung des Dorfes Rash Lamashu. Unter Führung der Baronin Gidiane von Waltern, deren grün-weißes Baroniewappen neben dem Dornenbuschwappen der Familie Waltern, im Wind flackerte, ritt das Banner kriegerisch vorwärts.

Nebenan ritt Korhilda von Sturmfels, stolz unter den Farben der alten Familie reitend, mitsamt ihrem Bergbanner – Schützen mit Windenarmbrust - zu Fuß folgend. Neben ihr einige Hausritter.

Stolz folgte ebenfalls die Junkerin Arishia von Lanzenruh mit ihren Kriegern, die schon seit geraumer Zeit versuchte die Eindringlinge von ihrem Land zu vertreiben - bisher äußerst erfolglos.

Ihr Kommen blieb nicht unbemerkt, so konnten sie erkennen, dass das von Araniern besetzte Dorf ihre Eingänge bewaffnete und die Bogenschützen sich auf den flachen Dächern der Sandsteinhäuser am äußeren, teils verwilderten Rand des großen Areals zum Kampf bereit machten.

Im Schutze der Staubwolke trieben die Reiter ihre Pferde an. Die schlechte Sicht erschwerte den Bogenschützen ihren Schuss, gleichfalls wurden sie von den Bolzen der schweren Windenarmbrüste in Schach gehalten.

Mit Wut im Bauch befehligte Gidiane ihre Mannen zum Angriff. Korhilda mit ihren folgte an ihrer Seite, die Flanken bildeten die Lamashuer Nebachoten. Beide Damen, Gidiane und Korhilda, verstanden viel vom Kriegshandwerk, waren beide doch Veteranen verschiedenster Schlachten. Und so hatte man schnell den kleinen Wall genommen und drang in die überwucherten Gassen und Gärten des Randbezirks ein.

Es folgte ein erbitterter Kampf – Schmerzensschreie hallten durch die Luft und Blut verschmierte die Wege. Nicht ein weiteres Mal wollte die Baronin eine Niederlage erleiden, zumal nur ein Erfolg die Nebachoten ruhig stimmen würde.

Zwischen all den kommandierenden Rufen, schmerzverzerrten Schreien und dem Klirren von Klingen ertönte skuril das Maunzen der Katzen, die sich in Sicherheit brachten und das Geschehen aus ihren Unterschlupfen zu beäugen.

Auch von der Pyramide in der Mitte des Dorfes beobachtete die uralte Sphinx das Geschehen, ohne sich jedoch in die Belange der Menschen einzumischen, sich alsbald beinahe gelangweilt abdrehte und sich hoch in die Lüfte schwang, so das ihr wuchtiger Körper einen massigen Schatten auf die Kampfszenerie warf und viele der Kämpfenden in ihren Bewegungen innehielten und ihre Blicke der erhabenen Kreatur zuwanden, die noch eine Runde über den blutigen Schaupaltz drehte und dann in Richtung des Walls abzog und ihr die vielen Katzen in der Stadt ein Loblied sangen, welches die Menschen aber kaum noch wahrnahmen, da sie bereits wieder damit beschäftigt waren sich gegenseitig nieder zu machen.

Stundenlang wog der Kampf hin und her, ehe die Jubelschreie der Perricumer von ihrem Sieg kündeten. Die Aranischen Besatzer verließen fluchtartig Rash Lamashu, doch ein jeder war sich sicher, dass sie es nicht kampflos aufgeben würden. Die Zeit würde kommen, in denen sie diesen Fleck wieder beanspruchen würden.