Im Schatten der Sphinx - Schwatz in Badehaus

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Autor: Treumunde, VolkoV

27. Praios 1036 BF gegen Abend, Thuronia-Therme in der Stadt Bärenau, Baronie Bärenau

"Oh ja, mhh", Korhilda stöhnte saft während der Masseur ihre Verspannungen lockerte. Nach dem ausgiebigen Schwitzen in den Thermen genoss sie mit ihrem Gatten die Entspannung. Auf der Liege neben Korhilda lag Leobrecht, dessen Masseuse nun mit Duftölen seinen Körper bestrich. Er brummte entspannt vor sich hin.

Schmerzhaft war die Teilnahme am Turnier für beide gewesen, so hatte sie von dem Sturz bei ihrer Niederlage einige Schrammen und blaue Flecke mit sich genommen und auch Leobrecht war in seinem Alter diese sportliche Betätigung nicht mehr gewohnt.

"Wo wir nun endlich mal dem Trubel entfliehen konnten, muss ich mit Dir einige Dinge bereden." Korhilda setzte auf die Liege und räkelte ihren nackten Körper. Während der Bader ihren Rücken massierte. Leobrecht blinzelte auf, entschloss sich jedoch die Augen besser zu schließen - anders würde ihn der Anblick vom Denken abhalten. "Was gibt es denn Wichtiges?"

"Wolfaran! Mit ihm hast Du bestimmt schon etwas vor oder?", Korhilda redete um den heißen Brei. "Wolfaran, ja.", grummelte Leobrecht vor sich hin. "Er ist mein Stammhalter und wenn meine Planungen erfolgreich verlaufen, wird er an meinem Todestag mir nachfolgen."

Ein Handtuch klatschte auf Leobrechts Hintern. "Ich will nicht, dass Du sowas ansprichst.", zickte die Stumfelserin. Leobrecht schüttelte den Kopf (sehr leise)"Frauen..." (wieder lauter) "Du hast gefragt. Er ist zurzeit gut untergebracht im Gefolge Eleas, dennoch habe ich meine Fühler schon ausgestreckt und eine Veränderung deutet sich an. Golgaris Schwingen haben einen alten Mann zu sich geholt, dessen Posten nun auf einen neuen Besitzer wartet. Wolfaran darf auf keinen Fall in den Haffax-Krieg ziehen!"

Korhilda hatte verstanden. "Deshalb warst Du in den Nordmarken?" Er nickte. "Ich führte einige zielführende Gespräche mit der Reichsschatzmeisterin Thalia von Eberstamm-Weidenhag, in deren Beritt sich dieses vakante Amt befindet. Es war wohl Phexens Fügung, dass sie damals in einem fast jugendlichen Alter in ihr hohes Amt berufen wurde. Auf den Rest hatte ich keinen Einfluss mehr. Sie bat darum Wolfaran selbst kennenzulernen, um sich ein Bild von ihm zu machen. Dass Elea just mit ihm in Elenvina weilte, war sicher kein Zufall."

Die Sturmfelserin neigte ihren Kopf nach unten, so dass der Bader ihren Nacken kneten konnte. "Und das heisst jetzt genau? So ganz kann ich Deinen Ausführungen nicht folgen." "Au, nicht da." Leobrecht wies seine Masseurin zurecht. "Die Eberstamm war von ihm angetan, er muss sich im Gespräch gut geschlagen haben, wie Elea andeutete. Wolfaran wird nach Elenvina in die Reichsschatzkanzlei wechseln und neuer Kanzleirat für Eich- und Wägewesen werden."

Korhilda machte ein erstauntes Gesicht. "Gehört dieser Bereich nicht zur Kanzlei für Handel und Wandel?" "Nach dem Wechsel nach Elenvina, als die ursprünglichen Pläne eine Schließung der Kanzlei vorsahen, wechselte das Amt in die Reichsschatzkanzlei."

"Gut, es freut mich sehr, dass Du ihn aus jeglichen Kriegsgebieten raushalten möchtest. Wir beide haben schon zu oft dem Raben ins Auge gesehen, für meine Kinder wünsche ich mir ein ungefährlicheres Leben. Es wird dich sicher erfreuen, dass Wolfaran und seine Gattin sich weiterhin in der Pflicht sehen, Nachwuchs zu zeugen. Sehr tsagefällig, auch wenn der Weg nach Elenvina weit ist. Wir sollten nur an die Rücklagen für weitere Enkel denken."

"Ausgefuchst die Kleine. Das Geld für den Feldzug haben wir ihr mit der Belehnung erlassen. Jede weitere Rückzahlung des obendrein geliehenen Geldes reduziert aich um jedes Kind." Leobrecht gefiel diese Art von Geschäftstüchtigkeit. "Du hast Recht liebes, wir sollten die Rücklagen nicht vernachlässigen".

"Leonora?!", Korhilda wechselte abrupt das Thema. "Werde ich wieder geschlagen, oder darf ich meine Meinung äußern?", frotzelte Leobrecht, während er das von Korhilda geworfene Handtuch abwehren musste. "Leonora" während Leobrecht ansetzte, unterbrach ihn seine Frau. "Für Leonora besteht die Möglichkeit einer Heirat mit Ardor von Waltern. Der junge Mann ist der neue Junker zu Hordenberg. Die Familie Waltern ist gewillt ihn mit dem Namen von Ochs auszustatten, ebenfalls die Kinder."

"Einfach so?", stutze Leobrecht verdutzt. Korhilda kraulte ihm liebevoll durchs Haar und schüttelte dabei den Kopf. "Das Sturmfelser Bergbanner unter meiner Führung wird in den Kampf um Rash Lamashu eingreifen und ihn hoffentlich für Gidiane von Waltern zu einem positiven Ausgang bewegen."

Leobrecht räusperte sich überrascht und setze sich hin. "Das Haus Ochs wird es dir danken." "Liebster ich tue das nicht für die Ochsen, sondern alleine für meine Tochter. Sie soll abgesichert sein, für den Fall, dass uns etwas passiert.",

Der Reichsvogt nickte dankbar. "Dann freut es mich für unsere Tochter." Leobrecht machte mit seiner Hand eine weiterführende Bewegung, was ein Schmunzeln bei Korhilda auslöste. "Alecha?!" - "Ha wusste ich's doch, Du bist noch nicht fertig." - "Alecha, ich hatte es schon vermutet." Korhilda hielt inne und suchte den Blickkontakt. "Alecha... sie trägt ein magisches Erbe in sich. Jetzt ist es raus."

Der alte Ochse zog ein griesgrämiges Gesicht. "Hm, nicht gut." Korhilda stand auf und begab sich auf den Ruhesessel. "Schule der Austreibung, Magische Rüstung oder Schwert und Stab?" Leobrecht grummelte. "Praios-Kirche"

"Ich denke wir vertagen das Thema, Anaxios brennt dennoch darauf das mit Dir zu vertiefen." "Kathaya?", warf Leobrecht ein.

Korhilda schmunzelte. "Was soll mit ihr sein?" "Hätte doch sein können, dass Du für all unsere Nachkommen schon Pläne hast. Ich meine Du planst so gerne.", ein süffisantes Grinsen überkam ihn.

Die Sturmfelserin fuhr fort. "Ich könnte mir vorstellen ein Junkertum in der Baronie Sturmfels für unsere Kleine zu schaffen. Ich hatte deswegen eine hitzige Diskussion mit Alrik XII.. Er war wahrlich erbost, was mir denn einfallen würde, dieses Land einfach so herzugeben. Alter Schwur, Kampf gegen den Giganten und so. So ganz konnte ich seinen Unmut nicht verstehen und seine Hasstriraden nachverfolgen. Sei's drum, Kathaya wird Junkerin von Bergwacht."

Leobrecht setzte sich zu Korhilda, lehnte seinen Kopf an ihren. "Das musst Du nicht tun." "Doch ich muss, sie soll niemals allein auf sich gestellt sein. Sie braucht eine gesicherte Zukunft." "Hilda, Du bist das Oberhaupt des Hauses Sturmfels, erzürne nicht den Giganten."

"Ich weiß, aber ich bin ihre Mutter und ich möchte, dass es ihnen besser ergeht als mir. Ich habe hart für meine Anerkennung kämpfen müssen. Als Mutter bin ich es meinen Töchtern schuldig."

Leobrecht küsste sanft auf ihre Stirn. "Du bist die beste Mutter, die sich unsere Kinder wünschen können.

Korhilda erwiderte zärtlich seine Liebkosung, während Leobrechts Handbewegung dem Personal anwies die beiden alleine zu lassen.