Im Schatten der Sphinx - Herrin der Pferde

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Autor: Bega

14. Rahja 1035 BF, Unweit der Burg Ferkinaschreck:

Man sah Gidiane von Waltern an, dass sie wohl die meiste Zeit ihres Lebens auf dem Rücken eines Pferdes verbracht hatte und ihre Untertanen verehrten sie dafür - sogar die Nebachoten. Verkörperte die Baronin für sie doch das Sinnbild einer wehrhaften Frau. Gidiane befand sich auf einen ihrer vielen Ausritte durch ihr Lehen, doch dieses mal war sie nicht alleine. Ein Gast, der zur Zeit auf Burg Ferkinaschreck weilte, begleitete sie. Auch wenn eben jener Gast ebenfalls ein geübter Reiter zu seien schien, merkte man doch so gleich, dass er nicht in den Hängen des Raschtulswalls beheimatet war. Sein tadelloses Hochgarethi war zu weich und seine Kleidung zu vornehm, nein, so einer nennt Metropolen wie Perricum oder gar Gareth seine Heimat.

„Euer Schwiegersohn in Spe hat sich mit seinem Beitrag um die Aufdeckung des Verrats des Hordenbergers sehr für seine neue Heimat verdient gemacht, meint Ihr nicht auch? Schließlich haben diese Koramsmär scheinbar über viele Götterläufe hinweg Euren erbittertesten Feind und Verräter am Reich im Verborgenen unterstützt. Eine Schande ist das.“ Der wohl gekleidete Gast echauffierte sich sichtlich. „Die Hinrichtung des Edlen von Hordenberg und die Absetzung seiner unehrenhaften Familie war da nur recht und billig.“

„Ach“, die Baronin wirkte über die vergangenen Ereignisse weniger erfreut als ihr Gegenüber. Sicherlich war die Unterbrechung der Nachschubwege zur Versorgung des noch immer flüchtigen Reichsverräters Terrebor von Kollberg ein wichtiger Erfolg, gar auch persönliche Genugtuung, lieferten sich doch die Kollbergs seit vielen Generationen einen erbitterten Kampf mit ihrer Familie um die Baronswürde von Weißbarûn, doch stand Gidiane nun vor ganz anderen Problemen. „Seht dort trüben“, Gidiane deutete mit ihrer rechten Hand auf die Hügellandschaft gen Praios, „dort liegt Rash Lamashu.“ Für wahr, der Gast der Weißbarûner Baronin war wahrlich kein Einheimischer, denn dieser Ort war jedem Kind hier schmerzlich bekannt, bei ihm bewirkte es allerdings nur Schulterzucken. „Rash Lamashu ist Teil meiner Baronie, doch habe ich keine Kontrolle über diesen Landstrich. Dort herrschen nun aranische Potentaten. DAS ist mein Problem!“ Die Baronin wirkte nachdenklich, denn seit der Absetzung der Familie Koramsmär brodelte es innerhalb er nebachotischen Bevölkerung Weißbarûns. Es drohten Unruhen und die konnte die Baronin wahrlich nicht gebrauchen.

„Nun“, erhob Gidianes Gegenüber wieder das Wort, „Eure Versallen dort sind Nebachoten, richtig?“ Gidiane nickte. „Würde nicht eine Wiedereroberung dieses Rash Lamashus durch Euch und die Wiedereinsetzung der dortigen Junkerfamilie die Unruhen bei den Nebachoten wieder abflauen lassen?“

„Das sehr wohl“, antwortete die Baronin knapp, „nur fehlen mir zur Zeit die Truppen und Mittel für ein solches Unterfangen, die Sache in Hordenberg hat auch mit Blut gekostet.“

„Ich verstehe“ der edel gekleidete Herr strich sich eine Strähne seines Haares aus dem Gesicht und räusperte sich. „Ich glaube ich werde Euch bei Eurem Problem behilflich sein können.“

Gidiane horchte auf. „Ihr meint, Eure Familie...“

„Aber nein“, unterbrach der junge Mann die Baronin, „ich könnte Euch einen in eurer Heimat sehr viel potenteren Verbündeten anempfehlen... dies wird allerdings nicht so einfach sein.“ Ein phexisches Blitzen war in seinen Augen zu erkennen.

„Tut es!“, seufzte die Baronin, was hatte sie für eine andere Wahl?