Helden von Gareth - Im Hort der allwissenden Schlange

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Kaiserlich Gerbaldsmark, Klosterlande St. Ancilla

Schlangengarten des Hesinde-Klosters St. Ancilla, Ende Rahja 1035 BF:

Es war ein angenehm warmer Sommertag, Hochwürden Adran von Feenwasser spazierte entspannt durch den Schlangengarten und folgte mit einem Ohr dem Ausführungen des jungen Novizen Bastan, der seiner Lehrmeisterin Natima von Altmark das von ihm erlernte über die Sitten und Gebräuche der Nebachoten in Perricum aufsagte. `Ein äußerst vielversprechender Junge´, dachte sich der Abt. Die anderen Novizen Gebhilf Nando von Falkenstein, Malveda von Vierok und Duridanya Edoria von Feenwasser hingen dem jungen Patriziersohn interessiert an seinen Lippen. In der Ferne sah Adran wie Halmar von Hartwalden-Hartsteen und Selinde von Heiterfeld dem meisterlichen Geschick des Bildhauers Mariban Var´gash nacheiferten.

Der Abt genoss sichtlich die warmen Sonnenstrahlen und fühlte sich innerlich schon auf das in wenigen Tagen bevorstehnde Reinigunsfest vorbereitet. Auch den Novizen taten die Unterweisungen im Freien gut, würden sie doch die kommenden Namenlosen Tage in Klausur im Klosterinneren verbringen müssen. Etwas abrupt wurde die Ruhe des Praetors der Hesinde-Kirche gestört, als die Mehrerin des Wissens Iseria Aidalôe von Manlaith mit dem einfachen Geweihten Stipen Undersiek in schnellen Schritten auf Adran zu gelaufen kam. Stipen war noch bis vor wenigen Götterläufen Novize in St. Ancilla und trat nach seiner Weihe den Dienst als Hofkaplan in Vierok an. Noch gut erinnerte sich der Abt an den damals zehnjährigen Straßenjungen, den sein Neffe Edorian mit der Bitte angeschleppt hatte, das dieser im Kloster Aufnahme erhalten würde. Der damalige Abt entsprach der Bitte, was Adran damals überhaupt nicht verstanden hatte. Aber er hatte sich geirrt, aus dem Straßenjungen entwickelte sich ein dem Kloster äußerst loyaler Geweihter der Allwissenden. Nachdem sich die drei ungleichen Geweihten begrüßt hatten, begann Stipen sein Anliegen vorzutragen.

„Hochwürden, es tut mir Leid Euch so wenige Tage vor dem Reinigungsfest zu belästigen, aber es schien mir wichtig, auch bestärkte mich Eure Gnaden Iseria Euch aufzusuchen. Ihr sagtet ja auch immer, dass wir uns an Euch wenden können, sollte uns was auffallen“, der junge Geweihte sprach etwas gehetzt

„Nur die Ruhe, junger Freund“, entgegnete der Abt in einem freundlichen Ton, „Erst mal der Reihe nach. Was ist es, was dich so bedrückt?“

Stipen blickte unruhig in Richtung Malveda, die unweit der drei bei den anderen Novizen stand, so dass Adran den beiden Geweihten mit einer Handbewegung andeutet ein Stück weiter zu gehen. Nun brach Stipen sein Schweigen.

„Seit zwei Götterläufen diene ich der Erb-Baroness Malevinde von Vierok als Hofgeweihter und Vertrauter und habe so tiefe Einblicke in das Adelsgeflecht der Baronie Vierok erhalten können. Der alte Baron ist sehr krank und es wird wohl nicht mehr lange dauern bis er von Dere abberufen werden wird.“ Der Geweihte stockte kurz. „Wie es den Anschein hat, wird es schwierig für meine Herrin werden die Nachfolge ihres Vaters anzutreten.“

„Das musst du uns genauer erklären!“, sagte der Abt verdutzt. Er kannte Malevinde von gelegentlichen Treffen, zumeist hier im Kloster wenn sie ihre Tochte Malveda besuchte.

„Wie es aussieht machen die Borstenfelds Front gegen die Vieroks und wissen schon den Großteil der anderen Junker hinter sich. Da meine Herrin aus noch jungen Geschlecht entstammt, ist sie nicht so gut vernetzt wie die Borstenfelds.“ Es klang echte Verzweiflung aus der Stimme des jungen Geweihten.

„So so“, sinnierte Adran von Feenwasser in Gedanken. Hinter dieser Sache konnte eigentlich nur Pfalzgraf Parinor von Borstenfeld stecken, der offenbar versuchte seine Base Waltrude zur neuen Baronin von Vierok zu machen. Der Abt hatte die Ereignisse während des Großen Kabinetts und die Rolle des Pfalzgrafen darin mit Interesse verfolgt. „Seit unbesorgt, junger Freund, wir werden uns dieser Sache annehmen. Habt Dank dafür, dass du uns sogleich in Kenntnis gesetzt hast. Bitte, gehe doch kurz zur kleinen Malveda rüber und richte ihr Grüße von ihrer Mutter aus.“

Als der junge Geweihte sich entfernt hatte sprach der Abt leise zur Mehrerin des Wissens. „Schwester Iseria, es ist von größter Wichtigkeit, dass Ihr euch mit dieser Angelegenheit befasst. Wir können die Baronie Vierok nicht einfach dieser dumpfschädligen Waltrude überlassen, das kann nicht der Wille der Allwissenden sein.“

„Sehr wohl, Hochwürden“, entgegnete die Angesprochene. Der Abt hatte natürlich noch ein weiteres Detail in diesem aufkommenden Adelskonflikt im Auge: Baroness Malevinde war vermögend und gehörte zu den größten Förderern des Klosters.

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28. Rah 1035 BF zur mittäglichen Rahjastunde
Im Hort der allwissenden Schlange
Wem die Zukunft gehört

Kapitel 3

Feindbestimmung
Autor: Bega