Geschichten:Heimkehr - Fortschritte

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Königlich Neerbusch

Dramatis Personae


Gut Sigmansruh, Phex 1034 BF:

Edorian ritt gemeinsam mit seinem Knappen Linnert durch das Tor Sigmansruhs und brachte sein Pferd vor den Stallungen zum Stehen. Sofort kam der Stalljunge herangeeilt und kümmerte sich um die Pferde.

„Ach Linnert“, Edorian seufzte, „es ist schön wieder hier zu sein… hier habe ich wenigstens meine Ruhe, fernab von der Familie und dem düsteren Reichsforst.“ Linnert nickte zustimmend.

Zwei Wochen waren nun seit den Hochzeitsfeierlichkeiten vergangen zu der fast die gesamte Familie nach Eibenheim gekommen war. Selten war das Gut so von Leben erfüllt und wurde so viel getanzt und gelacht, aber dennoch empfand Edorian es zum Teil als Bürde, zumal der Reichsforst dieser Tage wieder etwas bedrückender als sonst auf ihn wirkte. So war er froh als nach und nach alle Gäste abgereist waren und auch seine Angetraute wieder mach Grünweiden aufbrach, um dort ihre Pflichten als Junkerin wahrzunehmen. Edorian fühlte sich Sari durchaus in Freundschaft verbunden und verbrachte gerne Zeit mit ihr, aber er war auch froh nun wieder seinen üblichen Lebensstil nachzugehen. Im Eingangsbreich des Herrenhauses wartete bereits Vogt Yann Bellentor um die Heimkehrenden willkommen zu heißen.

„Simia zum Gruße, Yann. Ich hoffe du hast gut auf Sigmansruh aufgepasst!“

„Auch dir Simia zum Gruße, lieber Edorian. Was denkst du denn, habe ich dich etwa jemals enttäuscht?“

Die beiden Männer lachten und umarmten sich herzlich. Ihre Lippen trafen sich zu einem rahjagefälligen Kuss. Linnert war ob dieser ungewohnt offen zur Schau gestellten innigen Beziehung seines Herren zu seinem Untergebenen ein wenig irritiert und schaute betreten zu Boden, schließlich hatte sich sein Schwertvater kürzlich erst wieder vermählt. Edorian bemerkte das Unbehagen seines Knappen und klopfte ihm auf die Schulter.

„Travia und Rahja teilen sich in den seltensten Fällen ein Schlachtfeld, daher sind wir gezwungen zuweilen zwei Schlachten gelichzeitig auszufechten.“ Edorian zwinkerte Linnert zu. „Und nun geh und schau nach den Falken.“ Linnert nickte und lief los.

„Schlachtfelder?“, grinste Yann.

Tu nicht so, du weißt sehr genau was ich meine… Der Vorteil für Rahja in die Schlacht zu ziehen ist, dass man sich seinen Gegner aussuchen kann…“ Edorian lachte lauthals.

Yann schüttelte lächelnd den Kopf und die beiden Männer traten in das Herrenhaus. Der Empfangsraum war über und über mit Jagdtrophäen dekoriert, die wie stumme Wächter jeden der das Herrenhaus betrat zu mustern schienen. Schließlich ließen sich Edorian und Yann im Rittersaal nieder. So gleich brachte ein Diener zwei Kelche mit Wein.

„Hast du die Hochzeitsfeierlichkeiten gut überstanden?“, wollte Yann wissen.

„Ja, es verlief alles nach Plan… besonders die nächtliche Jagd hat mir sehr gefallen. Auch der Simia-Schrein ist bei meinen Untertanen gut angekommen. Aber am meisten freut es mich, dass sich unsere Kinder gut verstehen. Allessandrian scheint sich in Linara wohlzufüllen und ich glaube daran hat Saris Sohn Arik seinen Anteil – die beiden sind fast unzertrennlich.“

„Und wie geht es mit der Ausbildung der Thara`dir voran?“, fragte Yann weiter.

„Ich bin sehr zufrieden, wie du weißt war der Wettstreit zu Ehren der Schwanentöchter ein Erfolg und ich konnte einige Brauchbare rekrutieren. Ich denke ich werde diese Art von Turnier nun jeden Götterlauf stattfinden lassen.“ Zufrieden nahm Edorian einen Schluck aus seinem Weinpokal und lehnte sich zurück.

„Gute Idee, aber dass du den einzigen Greifenfurter ausgerechnet zu mir geschickt hast…“ Yann verzog das Gesicht.

„Ach hab dich nicht so, Iskir ist gar kein richtiger Greifenfurter, seine Familie stammt aus Thorwal und die Breitenquells sind wohl die einzigen Verbündeten die ich in der Markgrafschaft habe.“

Ein Räuspern ließ die beiden Männer aufhorchen, im Türrahmen stand Salpion Hoogensiel, ein väterlicher Freund und Hauslehrer aus Festum, sowie ständiger Gast des Junkers.

„Hesinde zum Gruße, ich bin höchst erfreut über Eure Rückkehr. Wie gewünscht habe ich mir Euer neustes Manuskript zu Gemüte geführt und habe mir erlaubt ein paar Kommentare dazu zu Papier zu bringen. Ich lasse es Euch ins Studierzimmer bringen.“

„Sehr gut“, Edorian sprang voller Tatendrang auf, „ich werde mich unverzüglich mit Euren Notizen auseinander setzten, Meister Salpion.“