Höllische Schmerzen

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Götterlauf 1032 BF im Götternamen Tsa

Ort: Burg Nymphenhall in Baronie Höllenwall

Genüsslich rührte Saria Wolkenstein den Sud herum, und gab noch ein Schälchen zerstoßene Bitterwurz hinzu. Der Geruch war schon Übelkeit erregend, der Geschmack noch um längen widerlicher.

Es kam ihr jedoch nur gerecht vor, wenn ihr Patient ein wenig leiden würde, schließlich litt seine Umwelt ja auch unter ihm.

Inzwischen hatte sie es sich in ihrer Kammer gemütlich gemacht, ein Turmzimmer im Schwan. Wenig erinnerte noch an ihren Vorgänger, und ein bisschen Wehmut überkam sie als sie an das Schicksal des armen Medikus gedachte, an dem sie nicht ganz unbeteiligt war. Mit Schimpf und Schande hatte man ihm vom Hof gejagt und der Lande verwiesen. Voller Grimm gab Saria noch mehr Bitterwurz hinzu, ja ja leiden sollte der Landesherr.

Überall in ihrer Kammer hingen an Schnüren Büschel von Kräutern verschiedener Art, und in den Regalen standen Tonkrüge mir ähnlichem Inhalt. Mit einer großen hölzernen Kelle füllte sie ein wenig von dem Sud in ein Krüglein ab, und verkorkte es sorgfältig.

Ein zackiges, hartes Klopfen riss Saria aus ihren Gedanken, sie kannte diese Art, so meldete sich nur die Vögtin Magnata an. Saria strafte sich, die Begegnungen mit der Vögtin waren ihr immer unangenehm, die Frau war schlau und misstraute ihr seit dem ersten Tage ihrer Ankunft. „Herein Excellenz, es ist offen!“ Knarrend öffnete sich die Tür, und im Dunkel des Treppenvorganges stand die steht’s in schwarz gekleidete Vögtin, die einzige Gemeinsamkeit, welche die beiden Frauen teilten. „Nun, ich hoffe ihr seid soweit, die Schmerzen werden wieder unerträglich, und somit auch die Launen!“, ohne auf eine Antwort zu warten winkte ihr die Vögtin zu, ihr zu folgen.

Gemeinsam gingen sie zum Palas, und dort ins Schlafgemach des Herrn Barons, bereits vor der Tür war das Stöhnen zu hören.

Im abgedunkelten Zimmer lag der Baron von Höllenwall mit einem kühlenden Verband auf dem Kopf auf seinem Bett. Neben ihm saß seine Gemahlin die Dame Ondinai, welche gerade dabei war einen neuen Verband zu tränken.

Freundlich nickte die Baronin Saria zu, die im Inneren seufzte, denn die Baronin tat ihr leid, und war der Grund, weswegen die Schmerzen nicht überhand nahmen.

„Wo bleibt ihr denn, so lange kann es doch nicht dauern diesen widerlichen Sud zu brauen!“, der Vorwurf war trotzt der kränklichen Stimme deutlich zu hören. Doch Saria Wolkenstein lächelte nur: „Euer Hochgeboren, der Sud ist fertig, ganz frisch und noch warm. So entfaltet er seine beste Wirkung, ihr werdet sehen, morgen geht es euch wieder deutlich besser.“

Mit einem inneren Genuss verabreichte die Hofmedica dem sichtlich angewiderten Baron den Sud, gnadenlos Schluck um Schluck. Immerhin hielt er sich recht tapfer, und trank das Gebräu. Währenddessen fiel Saria’s Blick auf das Schwertgehänge neben dem Bett, wo die Erzklinge drin ruhte. Eine Waffe die der Herr Baron immer in seiner Nähe wissen wollte. Saria schloss kurz sie Augen, und spürte die elementare Kraft. Was für eine Verschwendung, eine solche Waffe in der Hand eines solchen Schurken. Sie riss sich zusammen, in dem Bewusstsein, dass die Vögtin sie keinen Blick aus den Augen lies. „Ihr solltet nun versuchen zu schlafen euer Hochgeboren.“, mit einer Verbeugung verabschiedete sich Saria, der Baron winkte nur schwach ab.

Gerade als sie die Tür passierte folgte ihr die Dame Ondiani hinterher:“ Auf ein Wort, werte Medica Wolkenstein. Bitte glaubt ihr mein Gemahl erholt sich soweit, dass er dem Ruf der Kaiserin in die Mark Greifenfurt folgen kann?“

„Nun das weiss ich nicht, ich kann leider nur die Schmerzen lindern, da mir der Ursprung der Krankheit nicht bekannt ist. Wäre es denn wichtig?“

Die Baronin schaute die Heilerin ernst an: „Ich glaube der gesamte Hof würde aufatmen, und vielleicht tut meinem Gatten ja die Reise gut, und mir die Ruhe in diesen Tage.“, mit der Hand strich die Baronin über ihren Bauch, jeder am Hofe wusste, dass sie schwanger war. Ein kleines Wunder, nachdem das dritte Kind im Jahr des Feuers verstorben war.

Saria spürte Mitleid, zudem versprach die Reise auch die Gelegenheit andere Adelige kennen zu lernen, immerhin hatte sie einen Auftrag zu erfüllen.

Mit einem sanften Lächeln sprach sie:“ Ich werde alles tun, um den Hernn Baron von seiner grässlichen Schmerzen zu befreien. Nun da der Frühling naht, und es bald frische Kräuter gibt wird es mit sicherlich gelingen. Allerdings denke ich, dass ich ihn begleiten sollte, um ihn bei einem möglichen Anfall beizustehen.“

Die Baronin wirkte erleichtert: „Hauptsache ihr seid bis zum Rahja zurück, ich kann eure kundige Hand bestimmt gut gebrauchen! Diesmal muss es leben, und mit einem verklärten Blick sah sie auf den Silvandornsee hinaus. Tränen schwammen in ihren Augen, mit einem Nicken entließ sie Saria.

Zurück in der Kammer begann Saria sich Gedanken über die beginnende Reise zu machen, auch wenn bis dahin noch Wochen vergingen. Eine Reise auf engstem Raume bedeutete die Gefahr enttarnt zu werden. Doch nur so vermochte sie vielleicht mehr über die sechs elementaren Waffen zu erfahren.

Sie sah aus dem Fenster ihres Turmgemachs, vom berüchtigten Höllenwall war nun in der Dämmerung nur noch ein schwacher Schatten zu sehen. Sie erinnerte sich mit Schaudern, als sie vor gut einem halben Jahr angereist war. Der Elementar stöhnte, seine Kraft hatte nachgelassen, es war dringend an der Zeit ihn zu stärken. Aber die Präsenz der Bannstrahler unterband dieses leider. Auch hier musste eine Lösung gefunden werden, und es würde nicht so einfach sein, wie sich an den Hof des Höllenwallers einzuschleichen.

Sie ging an ihre Truhe, holte eine Schatulle heraus und flüsterte geheimnisvolle Worte. Erst daraufhin öffnete sich die Schatulle und enthüllte ihre wichtigste Habe. Darin lagen unter anderem ein Dolch aus Obsidian, ein Wachsfigürchen, mehrere Haarlocken des Herrn Baron, und ein geschliffener Halbedelstein, aus in einem hellen blau.

Dolch und Wachsfigur würde sie heute nicht brauchen, ihrem Patienten sollte es ja besser gehen. Sie nahm den Stein, schloss die Augen, fühlte das Element in ihren Händen, und dachte an ihre Heimat, dass Konzil von Drakonia.

Ihr (Zieh-) Vater Sumudan Wolkenstein und die anderen Druiden hatten sie ausgesucht, sich um das Geheimnis und den Verbleib der elementaren Waffen zu kümmern, jene Waffen von denen das Erzene sich in der Hand des Höllenwaller befand. Beunruhigt war das Konzil, über die Schwächung der elementaren Bannungen im Eslamsgrund, und vermuteten dahinter einen Zusammenhang mit den seltsamen Waffen.

Weswegen sie ein wachsames Auge auf das Erzschwert halten sollte, und das würde sie tun, sie Saria Wolkenstein, Konzildruidin und erzene Wächterin des elementaren Gleichgewichtes!

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Texte der Hauptreihe:
K1. Höllische Schmerzen
Tsa 1032 BF
Höllische Schmerzen

Kapitel 1

Annotation zur Erhebung der Pfalzgräfin im Königsgau
Autor: Malepartus