Geschichten:Höllische Nachbarn 2

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Ort: Aracena, Kgl. Khahirios, Almada

Unerwarteter Besuch

Konzentriert blickte der Mann auf das Pergament, das vor ihm auf dem Tisch lag, dann schaute er seufzend auf das Tintenfaß und die Feder neben an. Schon während seiner Zeit in der Armee hatte er es gehaßt diesen Papierkrieg führen zu müssen, aber all zu oft war ein Brief entscheidender als eine Schwadron Schlachtreiter. Unbewußt fuhr er mit dem Finger über die Narbe, die sich von seiner Stirn über das Auge bis zum Mundwinkel über seine rechte Gesichtshälfte zog. Dann rückte er die Augenklappe zurecht bevor er tapfer zur Feder griff. Grade wollte er sie in die Tinte tauchen, als es an der Tür klopfte. Erleichtert legte er die Feder wieder weg und knöpfte die kurze Weste korrekt wieder zu. „Ja, bitte!“
Herein kam die junge Secretaria, die seine Mutter vor kurzem aus Ragath mitgebracht hatte und deren Namen er sich nicht merken konnte. „Verzeiht, Euer Wohlgeboren, Ihr wolltet unterrichtet werden, wenn die Jagdaufseherin zurück kommt.“
„Sie ist jetzt schon zurück?“ Er runzelte die Stirn. „Sie soll gleich zu mir kommen, der Sergeant am besten gleich auch. Ach ja, und sorgt doch für eine Erfrischung!“
„Sehr wohl, Euer Wohlgeboren.“ Die Secretaria machte einen ordentlichen Knicks und verschwand. Boraccio D'Altea stand auf und lief unruhig in der kleinen Arbeitstube auf und ab. Warum wohl war die Halbelfe schon so früh zurück? Als erstes kam Jacopo ins Zimmer, sein Sergeant, mit einer Dienerin im Schlepptau, die ein Tablett mit Weintrauben, Käse und Wein brachte. „Vermutlich hast Du schon gehört, daß das Spitzohr zurück ist?“ bemerkte der Weibel. Der Junker nickt nur ernst.
Die halbelfische Jagdaufseherin lies nicht lange auf sich warten. „Capitan!“ grüßte sie kurz beim Eintreten. „Simyane, setz Dich, stärke Dich kurz und dann erzähl uns, was lost ist!“ Boraccio wies auf den zweiten und letzten freien Stuhl vor seinem Schreibtisch. Auf dem anderen hatte es sich schon der massige Weibel bequem gemacht. Der Junker ging wieder hinter seinen Tisch, setzte sich aber nicht sondern starrte gespannt auf die Elfe. Die aß genüßlich eine Weintraube und beantwortete die Ungeduld des Menschen mit einem süffisanten Lächeln bevor sie zu einer Erklärung ansetzte: „Ich habe Spuren gefunden, viele Spuren. Sie kommen aus dem Norden. Berittene und Menschen zu Fuß. Bewaffnete, sie haben keine Waren dabei. Mindestens ein Dutzend. Sie ziehen nach Westen, zu den alten Hügeln.“
„Soldaten? Aus dem Norden? Keine Räuber oder Schmuggler?“
„Nein, sie haben nichts um Waren zu transportieren und sie marschieren in einer Reihe. Ferkinas oder Goblins sind es auch nicht.“
„Wer sollte das sein?“ warf der Sergeant ein.
„Das können dann nur Garetier sein. Aber was sollten die hier wollen?“ Der Junker kratzte sich am Bart. „So ein Grenzübertritt ist im Augenblick eine ernste Angelegenheit, in Franfeld hätten sie letztes Jahr beinahe schon einen Krieg damit angezettelt.“
„Ein Angriff kann es wohl kaum sein.“ bemerkte der Weibel „dafür ist ein Dutzend zu wenig und sie wären wohl gleich auf Aracena marschiert.“
„Raten bringt uns nicht weiter, wir sehen uns das mal an. Jacopo, laß alle sich fertig machen, die wir hier nicht brauchen!“

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Boraccio trat auf den Hof der Burg, wo neben der Halbelfe und dem Sergeanten noch vier Waffenknechte neben ihren Pferden standen. Ein Knecht führte grade den Rappen des Junkers aus dem Stall, ein prächtiger Yaquirtaler, der nervös am Geschirr zog. „Äh, Jacopo, sind das alle?“ fragte der Junker etwas ungläubig.
Der Weibel zuckte die Schultern. „Seit die Condottiera mit ihrem Terzio abgezogen ist haben wir einfach zu wenig Leute für alles.“
„Der Drache soll dieses Hexenweib und ihren Haufen Halsabscheider fressen! Glauben wohl im horasischen fließen Milch und Honig und die gebratenen Tauben fliegen einem in den Mund. Ausgerechnet jetzt müssen sie mir von der Fahne gehen!“ Trotz der Rüstung schwang sich Boraccio behende in den Sattel seines Hengstes. „Aufsitzen. Wollen wir doch mal sehen was unser unerwarteter Besuch hier will.“

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Vorsichtig schob sich der Junker unter den Ästen vor bis auf Höhe der Halbelfe. Vor ihnen war der Talkessel fast auf der gesamten Länge einzusehen. An seinem Ende verjüngte er sich zu einem Spalt, in den jemand Plane gespannt und so einen Unterstand geschaffen hatte. Bewaffnete in Wappenröcken waren damit beschäftigt Säcke und Kisten aus dem Unterstand zu holen und auf Packtiere zu verstauen. Andere waren damit beschäftigt leblose Körper auf einem Haufen zusammen zu tragen.
„Sieh an“, flüsterte Boraccio, „was für ein hübsches Schmugglernest. Hier hätten wir früher schon mal nachsehen sollen. Aber was wollen die Garetier hier? Also gut, Zeit unsere Gäste zu begrüßen. Such Dir eine gute Schußposition.“ Die Halbelfe nickte, doch er verschwand bereits leise durch die Büsche.


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Eff 1030 BF
Unerwarteter Besuch
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Kapitel 2

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Autor: Giselher