Gen Osten, Getreue! - Reitet gen Osten, rasch und geschwind

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Praios 1040 BF, Burg Praiosburg, Baronie Bärenau, Grafschaft Hartsteen

Fahl und ganz bleich im Gesicht ließ sich Iralda auf den großen Ohrensessel im Rittersaal nieder und rief nach ihrem ersten Ritter Balian von Ibelstein.

Balian eilte über den Burghof, während sein Blick auf eine ausgelaugte Botenreiterin mit Schlunder Wappen fiel. Die Stalljungen sattelten bereits ein neues, frisches Pferd und die Mägde gaben der ermüdeten Reiterin Speis und Trank.

„Meine Herrin, was ist Euer Begehr?“, fragte ihr dienstältester Recke.

Iralda reichte das Schriftstück weiter an den Junker von Ibelstein. „Haffax, Haffax“ stammelte sie „Haffax hat die Kaiserin in Mendena ausgetrickst und ist in Perricum angelandet. Der Reichserzkanzler fordert den Adel auf in die Schlacht zu ziehen.“

„Rommilys, wir Hartsteener nach Rommilys“ unterbrach Balian seine Herrin.

„Ja Rommilys, keiner kann den alten Strategen vorhersagen. Niemand weiß welchen Weg er nach Gareth nimmt.“ Iraldas Blick wurde nachdenklicher. „Balian, ihr wisst um mein Leid, um meine Schwäche die mich jeden Praios anheim holt?“

„Ich hatte es fast verdrängt, aber ja es ist bald wieder soweit, nicht wahr?“, es war eine rhetorische Frage, dessen Antwort er bereits wusste.

„Ja ist es.“ Sie schaute auf das Feuer im Kamin, welches trotz der Sommerlichen Temperaturen draußen loderte. Wie jedes Mal Anfang Praios spürte sie die Kälte und es ward nicht mehr lange dauern, bis sie sich für einen Tag und eine Nacht in eine Echse verwandeln würde. Wie jedes Jahr seit den Vorfällen in den Grabanlagen in der gorischen Wüste, als der uralte Echsenfluch sie traf.

Iralda zog ihre langen Ärmel hoch und zeigte Balian die ersten Anzeichen. „Meine Haut beginnt sich langsam wieder in Schuppen zu verwandeln. Und ihr wisst, wie ich, dass ich die Bärenauer nicht anführen kann – nicht als Echse. Balian ruft die Ritter zusammen, die ihr auf dem Weg findet. Reitet gen Osten, rasch und geschwind.“

Balian kraulte sich nachdenklich am Spitzbart. „Den Eslamsberge krall ich mir zuerst, anschließend reite ich weiter zu Wolfhardt. Ich denke, das ist der schnellste Weg. Viel wird es nicht sein, was ich an Kampfeskraft einsammeln kann.“

„Wir haben keine Zeit eine Heerschau abzuhalten. Nehmt diejenigen mit, die auf dem Weg nach Rommilys liegen. Und kommt ja lebend wieder, habt ihr verstanden. Ich brauche Euch hier an meiner Seite. Vor allem jetzt, da sich meine Vasallen sicher fragen werden, warum ich auf der Praiosburg verweile und nicht meine Ritter anführe. Wie ein feiger Nordmärker verstecke ich mich auf meiner Burg.“

Balian hielt seine Hand aufmunternd auf Iraldas Schulter. „Wenn Boron mir gnädig ist, werde ich zurückkommen. Ich bin aber nicht der, um den ihr euch Gedanken machen müsst. Haffax Niedergang, unser geliebtes Reich ist wichtig, nicht so ein alter Harsteener Kauz.“ Ein aufheiterndes Lächeln durchzog sein Gesicht. „Ihr vergesst, dass ihr außerdem schwanger seid, dieses wird für unsere Ritter als Grund ausreichen müssen, weshalb ihr nicht auf das Schlachtfeld reitet. Basta.“

„Wohlan mein Freund. Hebt die Ritter aus und reitet so schnell wie der Wind. Ruhm und Ehre für Garetien.“

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Texte der Hauptreihe:
K2. Reitet gen Osten, rasch und geschwind
4. Pra 1040 BF zur mittäglichen Efferdstunde
Reitet gen Osten, rasch und geschwind
Das Einfordern einer alten Gefälligkeit

Kapitel 2

Insignie

Kapitel 14

Koryvar
Autor: Bärenau