Geister der Vergangenheit - Ich bin eines Toten Geist

Aus GaretienWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Baronie Wasserburg.svg
Ereignis:
In der Nacht , in der der Tempelvorsteher des Wasserburger Rondratempels starb, gehen Geister in der Stadt um
Datum:
27. Phe 1037 BF
Details:
Seit dem gibt es vermehrt Geistersichtungen in Wasserburg. Im Zuge der Rondra-Questen auf Burg Perlenblick im Ingerimm 1037 BF kann das Unheil wieder eingedämmt werden, doch der Baron von Wasserburg leidet seit dem an Wahn und wird von einem Noioniten betreut. Bei den Geistern soll es sich um umhergehende Tote der historischen Schlacht am Darpatbogen handeln, zur weiteren Eindämmung der Einscheinungen wird in der Folge der Schwerter-Orden in Wasserburg Quartier beziehen.

Schloss Tikaris Ende Phex 1037

"Ich bin eines Toten Geist", die weißen durchsichtigen Tücher flatterten im steifen Wind des Frühjahrs über einer zierlichen Gestalt. Trotz der finsteren Stimmung und der dunklen Wolkenfetzen die vor dem Madamal vorbei trieben, stellte sich für Zordian nicht so wirklich die erwünschte Gruselstimmung ein.

"Ach Kleiner, ein bisschen weniger Hüftschwung ein bisschen mehr tiefe Stimme." Der Baron war sauer, diese Spielerei war bei weitem nicht so anregend wie erhofft. Der Kleine hatte seine Talente - eins davon zeigten sich deutlich unter den durchsichtigen Tüchern ab - aber die Schauspielerei gehörte nicht dazu.

"Ich bin eines Toten Geist", wiederholte der Junge noch einmal, und machte seine Schultern breiter und die Stimme tiefer. Zordian entschied, dass das reichen musste. "Oh... zu Hilfe!", rief er ein wenig lustlos und rannte halbherzig vor ihm in das Schloss, nur um auf der Eingangstreppe gekünstelt hinzufallen, dann hatte der Geist ihn erreicht und fiel über ihn her...

Trenner Perricum.svg

Zordian erwachte fröstelnd. Der Kleine hatte wohl die Türen offen gelassen, als er zu seinem Bordell zurückgekehrt war. Draußen waren aus dem Wind ein Sturm und aus den Wolkenfetzen ein Gewitter geworden. Er zog die Decke um sich und richtete sich auf, um die Türen zu schließen. Während seine Füße die aranischen Pantoffeln suchten, zuckte ein Blitz über den Darpat. Zordian schloss geblendet die Augen...

...und riss sie schwer atmend sofort wieder auf, während Donner und Regen mit dem Schlagen seines Herzens wetteiferten. Verwirrt schaute er auf den Umriss der Terassentüren. Nichts. Zordian holte tief Luft und schloss die Augen ein zweites Mal...

...und hielt sie mit dem wenigen Mut, den er besaß, lang genug geschlossen um den vom Blitz eingebrannten Umriss genauer zu erkennen. Auf der Terasse stand definitiv ein Reiter, und er mochte sich täuschen, aber der Reiter schien näher als bei der ersten Vision.

Zordian riss die Augen wieder auf und der Reiter war im Dunkel verschwunden. Panisch folgten nur noch seine Augen seinem Befehl und schauten im Schlafzimmer umher, bis er den Bronzedolch auf dem Schreibtisch sah, der ihm für gewöhnlich als Brieföffner diente. Eine Antiquität, wie ihm Dreudwinder versichert hatte. Ein altes Fundstück von den nahegelegen Schlachtfeldern am Darpatbogen. Zordian holte noch einmal tief Luft, spürt, wie sein Körper wieder reagierte und sprang nackt zum Schreibtisch, die Decke hintersichlassend, während ein weiterer Blitz durch die Nacht zuckte.

Als er sich zitternd mit dem Dolch in der Hand wieder zu Terasse umdrehte, sah er den Schatten deutlich. Vielmehr sah er durch des Schattens Kopf den Mond hinter Wolken aufblitzen. "W-wer seid-d Ihr?", fragte er zitternd.

"Ich bin eines Toten Geist", schwarze durchsichtige Fetzen flatterten im Sturm des Gewitters über einer hünenhaften Gestalt. Aber dieses Geistes Stimme war echt und schien sich wie eiskaltes Feuer von den Ohren über den Rücken bis in Zordians Beine auszubreiten, bevor auch diese der Ohnmacht nachgaben.

Trenner Perricum.svg

Zitternd saß der Baron vor dem großen Kamin. Selbst das Feuer und die Sommersonne, selbst der heiße Tee und das Fell um den Schultern konnte Zordians Herzen nicht die Kälte nehmen. Immernoch hielt er den Bronzedolch umklammert, von dem er sicher war, dass er ihn gerettet hatte. Mit halbem Ohr hörte er, wie seine Hofmeisterin einen Bürger nach dem anderen zu beruhigen versuchte.

Es war in der Nacht überall das Gleiche gewesen. Geisterhafte Reiter hatten scheinbar die Stadt heimgesucht, und das in einer Nacht, in der die Göttin Rondra ihren treuen Tempelvorsteher mit Donner und Blitz in ihren göttlichen Paradisen willkommen geheißen hatte. Gerade jenen Priester, der um die Schlachtfelder des alten Nebachot wusste.

"...und ich werde gleich dem Markgrafen und dem Roten Rat einen Hilferuf zukommen lassen, seid Ihr einverstanden? ...Zordian? ...Zordian?", es dauerte eine Weile bis der Angesprochene reagierte. Bleich, mit blutunterlaufenden Augen schaute der Baron auf und sprach heiser: "Ich bin eines Toten Geist"

 Wappen Mittelreich.svg  Wappen Markgrafschaft Perricum.svg   Wappen Baronie Wasserburg.svg   Wappen Stadt Wasserburg.svg   Stadt.svg  
 Burg.svg
 
Texte der Hauptreihe:
K3. Ich bin eines Toten Geist
25. Phe 1037 BF zur nächtlichen Rondrastunde
Ich bin eines Toten Geist
Herzschläge

Kapitel 3

Autor: VolkoV