Garetia Superior - Unterstützt Ihr die Sache des Fuchsrudels?

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Auf einer Tribüne eines großgaretischen Turniers im Sommer 1041 BF

"Leobrecht", klang es fast gleichzeitig aus der beider Munde. Die zwei Hünen liefen sich recht selten über den Weg, und wäre nicht die unterschiedliche Barttracht, könnte man beide nicht nur wegen des Namens schnell verwechseln. Der Ältere, Leobrecht von Ochs, hielt die Pranke des Jüngeren, Leobrecht Prankhold vom Berg, noch etwas länger zwischen den seinen.

"Gut Euch zu sehen, hoher Herr, ich hätte Euch in Malwarths Zelt vermutet."

"Hochgeboren, ich Euch tatsächlich auch - unterstützt Ihr die Sache des Fuchsrudels nicht?"

"Ich... also... das Haus Ochs...", der alte Reichsvogt suchte eigentlich selten nach Worten, aber hier war das politische Parkett extrem glatt, und hier auf dem Turnierfeld gab es viele aufmerksame Ohren, "...wir unterstützen das Reich und wir unterstützen alles, was dem Reich dient.", ein paar Floskeln eine Gegenfrage, das gab Zeit für eine bessere Antwort, "Wie steht es mit Euch, wie mit dem Bund der Acht?"

Der Reichsvogt verbarg mühsam ein hämischen Lächeln, als der andere ebenfalls auszurutschen drohte: "Ihr... äh... werdet schon gehört haben, dass der eine oder andere von uns, also auch ich, noch ganz ergriffen von der Zeremonie zu Korgond, nun ja, von Malwarths wohlgewählten Worten beeindruckt wurden und mit diesem und dem jungen Fuchs auszogen."

"Und unsere anderen Verpflichtungen erlauben uns nicht, uns mit der Sache in ausreichendem Maße zu beschäftigen, zumal unsere besten Tjosterjahre langsam vorbei zu sein scheinen.", baute der Reichsvogt seinem Gegenüber eine Brücke.

"Genau!", der Jüngere lächelte erleichtert.

Leobrecht von Ochs wusste, das er jetzt ausreichen politische Meinung mit ausreichend wenig Inhalt an öffentlicher Stelle verkündet hatte.

"Kommt doch nachher in mein Zelt, ich habe Wiesenschlösschen und Torbelsteiner, die ich gerne teile."

Seine private Meinung war da eine gänzlich andere. Natürlich musste Rohaja ihre Erbfolge sichern und das Küren einen Großfürsten wäre ein großartiges Signal. Nur gefielen Leobrecht weder die Person - hier hätte er lieber den Vater und Reichserzkanzler gesehen - noch die Region.

Es gab genug alte Fürstentitel die man "aufbrauchen" konnte, ohne die eigene Hausmacht zu brüskieren. Garetien war und blieb ein Königreich in direkter Hand des Kaiserhauses, ein Großfürst würde die besondere Stellung des Herz des Reiches mindern. Es gab genug alte Fürstentitel zum Verleihen, zum Beispiel jenen vakanten von Fürst Udalbert oder der von Maraskan, im Zweifel müsste die Kaiserin halt einen neuen erfinden.

Schlussendlich war die Idee eines "Großgaretiens" eine Träumerei, die zu viele Parteiungen vor den Kopf stoßen würde. Paligan würde das schon mitmachen, er hatte was er wollte, aber die Wertlingens würden die Eberstamms gleich mit gegen das Haus Gareth aufbringen. Und wenn man ein Großgaretien auf den Korgonder Anspruch beziehen wollte, dann bezog das auch das ehemalige Darpatien mit ein, und damit noch mehr treue Häuser.

Nein - so sehr Leobrechts Herz Malwarth folgen wollte, sein politisches Gefühl riet an allen Fronten zur Vorsicht.

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Texte der Hauptreihe:
K5. Unterstützt Ihr die Sache des Fuchsrudels?
Sommer am Anfang 1041 BF am Mittag
Unterstützt Ihr die Sache des Fuchsrudels?
Sie rennen, die Hunde

Kapitel 5

Autor: VolkoV