Garetia Superior – Der Schwur vom Briskengrund

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Wäldchen unweit von Schloss Briskengrund, Kaiserlich Gerbaldsmark, 8. Ingerimm 1040 BF:

Es war eine laue Nacht, der zunehmende Mond fiel fahl durch das dichte Blätterwerk des Briskengrunder Forstes, ein kleines, aber sehr dicht bewachsenes Wäldchen unweit der Dämonenbrache. Die abergläubischen Bauern der Umgebung mieden das Gehölz, es war ihnen unheimlich. Unzählige Geschichten erzählten von Schäfern und Jägern die nicht mehr wiederkamen. In dieser Gegend war dies nicht ungewöhnlich, war doch die verderbte Dämonenbrache nahe, die zuletzt in der Schlacht bei Zwingstein wieder niederhöllische Kreaturen ausgespien hatte.

Drei Gestalten, gekleidet in lange dunkelrote Kutten und mit Fackeln bewaffnet, kämpften sich durch das Dickicht der seltsam verwachsenen Pflanzen und Bäume. Es war so, als wolle der Wald etwas verbergen. Es herrschte Totenstille.

Der Vorausschreitende folgte einer Vision, die ihn schon seit einigen Monden heimsuchte, und führte seine Gefährten so zielsicher durch die wuchernden Auswüchse der Natur. Vor ein paar von Efeu fast gänzlich überwucherten Mauerresten und umgefallenen Säulen blieb die Gruppe stehen. Die kläglichen Überreste einer herrschaftlichen Villa im spätbosparanischen Stil. Sie waren am Ziel.

Vor ihnen erhob sich eine mannsgroße Statue, die auf einem ein Schritt großen Sockel stand. Die steinerne Statue, deren Konturen zum Teil von Satinav nicht verschont geblieben waren, zeigte einen gekrönten Mann der auf einen steinernen Thron saß. Einer der Gestalten begann den Sockel vom Überwuchs zu befreien und legte so die zum Teil stark verwitterten Reliefs frei. Die anderen beiden taten es ihm sodann gleich. Jede der vier Seiten zeigte je zwei Abbildungen von Menschen mit einem Schwert in der Hand. Das mussten sie sein, die Acht Märtyrer. In und um Gareth gab es unzählige solcher Relikte, doch dieser Ort war anders, das wusste derjenige, dessen Visionen die Gruppe hierher geführt hatten. Diesem Ort lag ob seiner Lage eine urtümliche Macht zugrunde.

Die drei Gestalten steckten acht Fackeln zwischen den Säulenkreis in den Boden, der eine mit elegant-arrogantem Gleichmut, der Visionär mit unbändiger Kraft voller Zorn, der Dritte mit einem eigentümlichen Grinsen im Gesicht.

In mühevoller Arbeit legten sie das uralte Bodenmosaik um die Statue frei. Es zeigte einen acht-zackigen Stern, an dessen Spitzen verschiedene Kreaturen dargestellt wurden. So waren dies eine Elfenkriegerin, ein Goblin, ein Troll, ein Seeungeheuer, ein Oger, ein Drache, ein Zwerg und ein Ork. Symbolisierten diese Kreaturen die Grenzmarken des alten Garetia? Die Visionen des ersten Kuttenträgers machten mehr und mehr Sinn.

Andächtig gruppierten sich die Drei um die Statue. Einer nach dem anderen trat einen Schritt hervor und sprach hintereinander die uralten Worte:

„Vom Großen Fluss bis um die Zacken
Vom Finsterkamm bis an den Golf“

„Von den Ländern um das Ochsenwasser
Bis zur Almadaner Pforte“

„Das ward und ist unteilbar
Das Herz, das Land – Garetia“

Die drei Gestalten reckten beide Arme empor. Das fahle Mondlicht und das wilde Flackern der Fackeln tauchte die Szenerie in eine düstere Atmosphäre. Mit sonorer Stimme sprachen sie im Dreiklang:

Wir geloben dem Land zu dienen, das Unteilbare zu vereinen, so wie es Raul der Große gefügt hat. Nimmermehr soll Menschenhand teilen, was zusammengehört seit dem ersten Bund von Korgond.“

„Durch das Gebaren und der Würde eines stolzen Großgaretiers, zu denen uns unser Blut durch unsere edle Herkunft verpflichtet, stehen wir treu zu den alten Bünden und unterwerfen all unser Streben einem höheren Ziel, der Gloria Garetiae.“

„Mögen wir durch unsere Taten in anderen das Feuer schüren, so wollen wir mit Demut dem Land dienen.“

„Wir schwören den ewigen Bund mit unserem Blute.“ Mit diesen Worten ritzte sich ein jeder mit einem Dolch und ließ sein Blut reihum in einen Kelch tropfen.

„So trete vor, Blut der Asche!“

„So trete vor, Blut der Entschlossenheit!“

„So trete vor, Blut des Sieges!“

Mit diesen Worten trank ein jeder einen Schluck aus dem Kelch.

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Autor: Bega