Gähnende Leere 3

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Der Weg durch Höllenwall war sicher der Deprimierenste den Neunfinger sich vorstellen konnte. Das Land war wie leergefegt.
Gerüchte machten die Runde. Nicht alles drehte sich um den Namenlosen, aber doch das Meiste. Zu naheliegend war es. Wer sonst sollte die Macht haben in den Namenlosen Tagen Burgen und Städte zu vernichten? Und dazu die gesamte Helburger Sippe.
Der Geweihte dachte nach.
Die Baronie war nun ohne Führung, die wichtigsten Orte zerstört. Viele Menschen waren tot, viele verwundet.
Es galt die Ordnung wieder herzustellen. Doch wer sollte das tun? Der Erbe von Höllenwall? Doch wer war das? Neunfinger hatte sich nie allzusehr für die Feinheiten des garetischen Erbrechts interessiert. Wozu auch? Er war Kor-Geweihter, Hauptmann der Korgoner, Soldat.
Höllenwall Ordnung zu geben war nicht seine Aufgabe.
Und doch…
Wenn es stimmte, dass Malepartus mit dem Namenlosen im Bunde gewesen war, dann war Chaos ihr Ziel. War es nicht seine Pflicht als Geweihter dem entgegenzustehen?
Nachdenklich blickte er nach hinten.
Am Ende des Zuges ruckelte ein Ochsenkarren. Darauf lag Denderan von Pfiffenstock. Mehr tot als lebendig.
Warum hatte er ihn nicht getötet in jenem Zelt? Es wäre leicht gewesen, nicht ehrenvoll, aber vielleicht wichtig.
Neunfinger wusste es nicht.
Vielleicht widerstrebte es ihm einen Bundesgenossen wegen politischer Gründe zu töten. Zweifellos war Denderan nun gefährlich. Körperlich zwar ein Krüppel, doch was er sagte mochte Zweifel sähen. Das war sicher auch der Grund warum er noch lebte.
Nein, er würde Denderan nicht töten, aber er würde ihn auch nicht frei sprechen lassen.
Vorerst musste sein Glaubensbruder verschwinden.