Fremd in der Heimat - Teil 6

Aus GaretienWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

„Es gibt, Herr, viele Unzufriedene in unseren Reihen. Und der Unmut wächst. Seit Monaten hausen wir hier nun zwischen den Einwohnern dieses Dorfes und arbeiten für die hiesigen Bauern. Wir waren frei und hatten alle unseren Beruf, unser Auskommen. Nun aber sind wir Knechte, ja, weniger als das: Man billigt uns keine Verfügung über unser Leben zu. Wir haben keine Häuser. Nahrung und Verpflegung sind neben beständiger Vertröstung alles, was wir bekommen.“ Die Männer hatten durcheinander gesprochen, sich gegenseitig ergänzt.
„Wir können hier auf nichts hoffen. Es gibt für uns keine Möglichkeit, unsere Situation zu verbessern. Sie werden uns nie gleichwertig behandeln, sie können es nicht. Wie sollten sie? Wir sind Eindringlinge …“, schloss Ralon resigniert.
„Was schlagt ihr vor? Was wollt ihr von mir? Ich bin wie ihr, wir sitzen gerade auf meinem Bett!“ Hartor wehrte sich dagegen, den Gedanken weiterzuverfolgen, den die Männer ihm eingegeben hatten.
„Ihr seid der Sohn unseres Schultheißen, sagt uns, was wir tun sollen, und wir folgen Euch!“, forderten sie ihn auf und gaben ihm damit Gewissheit, dass er mit seiner Befürchtung richtig lag.
Er entzündete eine Lampe, um Zeit zu gewinnen. Verdammt, es war etwas anderes, seinen Vater bei seinen Amtsgeschäften zu unterstützen, als – ja, als was eigentlich?
„Was schwebt euch vor? Wollt ihr hier einen Aufstand veranstalten? Wollt ihr euch nehmen, wovon ihr meint, es stünde euch zu?“ Hartor sprang auf. Im Schein der Lampe sah er ihnen in die Gesichter. „Aufruhr? Ist es das, was ihr meint?“
„Wenn es sein muss? Wenn man uns keine andere Chance gibt, dann eben das! Das hier ist unsere Heimat, unser Land!“ Die Männer erhoben sich ebenfalls, jedoch schienen bei weitem nicht alle überzeugt von dieser Lösung. Eben wollte Hartor ihnen antworten, da hörten sie von außen ein Scharren am Tor. Sie verstummten.
„Ist noch jemand von euch draußen?“