Fremd in der Heimat - Teil 24

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Irgendwann – wie lange er geschlafen hatte, wusste er nicht – erwachte Hartor. Ein Schlüssel wurde ins Schloss der Kerkertür geschoben und drehte sich mit gut vernehmbarem Klacken. Es war dunkel, offensichtlich war die Nacht angebrochen. Wie weit sie fortgeschritten war, das vermochte er nicht zu beurteilen. Mit einem Knarren öffnete sich die Tür und im Lichtschein von Fackeln trat ein Wachmann herein. Er sah sich kurz um und nickte dann kurz nach draußen. Eine weitere Person betrat den Raum, im Schein der Fackel in ihrer Hand meinte Hartor jene Frau zu erkennen, die ihm am Tor diesen gewaltigen Kinnhaken versetzt hatte. Und richtig, eine doch recht tiefe Frauenstimme sprach zu ihm:
„Mein Name ist Rhenaya von Perainidal. Mir obliegt der Schutz dieser Burg. Hast du dich beruhigt?“
Er nickte vorsichtig, zu stark war noch die Erinnerung an die Schmerzen.
„Wer bist du?“
„Hartor. Hartor Sesemurm ist mein Name.“
„Und was willst du?“
„Ich muss unbedingt mit dem Baron sprechen, bitte!“ Hartor war bei weitem nicht mehr so kämpferisch, wie bei seiner Ankunft.
„Was willst du von ihm?“
„Das kann ich Euch nicht sagen. Aber es hängt viel davon ab, dass Ihr mich zu ihm lasst.“
„Das habe ich nicht zu entscheiden. Wie geht es deinem Kopf?“
„Geht schon.“ Hartor gab auf.
„Bringt ihm Wasser und etwas zu essen!“, befahl sie dem Wächter. „Und nehmt ihm die Fessel ab!“
Hartor sah an sich herab und stellte fest, dass sein Fuß am Boden angekettet war. Jetzt, wo er es wusste, fühlte er auch den eisernen Ring, der sich um sein Gelenk schloss. Der Wächter öffnete ihn, verließ dann den Raum und überließ den Gefangenen der Dunkelheit.
Kurze Zeit später wurde eine Luke in der Tür aufgeschoben und ein Becher mit Wasser sowie ein Teller wurden hineingestellt. Hartor verschlang gierig das Brot und leerte den Becher bis zur Neige. Er hatte seit zwei Tagen nichts mehr gegessen. Danach suchte er sich ein wenig trockenes Stroh zusammen, kauerte sich in eine Ecke und schlief wieder ein.