Fremd in der Heimat - Teil 18

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Als Hartor außer Sichtweite war, blieb er kurz stehen. Sein Plan war kurz, im Grunde verdiente er den Namen nicht. Er wollte den Baron aufsuchen, um ihn zu bitten, ihnen irgendwo in der Baronie ein Stück Land zuzuweisen, um dort ihr eigenes Leben führen zu können. Allerdings hatte er keine Ahnung, wo sich der Baron gewöhnlich aufhielt. Außerdem kannte er ihn nicht. Und selbst wenn er etwas von ihm gewusst hätte, ihm fielen derzeit nicht wirklich viele Argumente für seine Bitte ein. Egal, ein Schritt nach dem anderen: Jetzt musste er ihn erst einmal finden. Alles andere würde sich schon finden, wenn es soweit war.
Entschlossen stapfte er vorwärts, es war nicht schwer ihrer Spur rückwärts zu folgen. Erst als er an den stinkenden Bach kam, stockte sein Schritt. Nur zu gut erinnerte er sich des juckenden Ausschlages, den er und die anderen von der Durchquerung zurückbehalten hatten. Er folgte dem Lauf ein Weile und richtig, nicht lange und er fand eine Stelle, an der der Bach sich verjüngte und mit einem beherzten Sprung überwand er das eklige Hindernis. Wieder auf dem ursprünglichen Weg angelangt legte er schnell die Strecke bis zur Straße zurück. Als er sie sah, verharrte er im Schatten der Bäume. Es war Mittag und nicht die Stunde, offen herumzuspazieren, wenn man unentdeckt bleiben wollte. Plötzlich berührte ihn jemand am Arm. Blitzschnell drehte Hartor sich, während er die Hand des Angreifers fasste und dessen Arm nach außen drehte. Er wand sich unter seinem Gegner hindurch, wobei sein fester Griff diesen in die Knie zwang und zu erheblichen Unmutsäußerungen veranlasste. ‚Alle Achtung! ich kann es noch.’, befand Hartor lächelnd und mit Genugtuung. Allerdings ließ er seine Hand schnell locker, als er erkannte, wen er hier bezwungen hatte. „Olger, es tut mir leid! Wenn ich gewusst hätte … Warum hast du nichts gesagt?“ „Ihr habt mir ja keine Zeit gelassen, Herr!“ Der Junge rieb sich abwechselnd Schulter und Handgelenk. „Geht es?“, erkundigte sich Hartor. „Ja, geht schon wieder.“