Fremd in der Heimat - Teil 17

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Dort angekommen rief er Ralon zu sich.
„Ralon, ich muss euch für eine Zeit verlassen, ich habe einen Plan. Dafür muss ich aber den Baron aufsuchen und ich werde einige Tage weg sein. Solange müsst ihr euch über Wasser halten.“
Sein Gegenüber schaute ihn fragend an, so dass Hartor sich genötigt sah, Erklärungen zu liefern.
Fremmelshof ist so gut wie zerstört. Darüber hinaus steht die Stadt unter Bewachung und wird unter der Aufsicht von Magiern durchsucht. Wir werden unser Vorhaben nicht umsetzen können. Unsere Zukunft, so wir eine haben, wird nicht hier liegen, so viel steht wohl fest.“
Ralon nickte bedrückt und gab dann zu bedenken: „Das wirft die Frage nach unserem Verbleib für diese Zeit auf.“
Hartor stimmte ihm mit einem Blick zu Firal zu. „Das ist richtig. Ich habe mir auch schon Gedanken darüber gemacht. Du denkst sehr weitsichtig“, lobte er ihn. „Ihr müsst im Wald ausharren und euch still verhalten. Firal wird mit dir zusammen die Führung der Leute übernehmen, solange ich weg sein werde. Ich verlasse mich auf euch.“
In diesem Moment gab der Jäger einen Laut der Überraschung von sich. „Oh, was ist das denn?“ Er zog eine dünne Schlinge Band aus der Tasche. „Die hatte ich ja ganz vergessen!“ Auf die verständnislosen Blicke seiner Mitmenschen hin erklärte er rasch: „Ich habe hier eine Sehne gefunden.“
„Ja, und?“
„Na, jetzt kann ich mir mit dem richtigen Holz einen einfachen Bogen herrichten! Nichts Großes, aber für die Jagd wird es wohl reichen.“
Seine Augen strahlten und Hartor sah in ihnen die Begeisterung, die nötig war, um diese Unternehmung zu einem guten Ende zu bringen.
Er gab ihnen letzte Anweisungen. „Hier könnt ihr nicht bleiben. Wendet euch nach Efferd und geht einige Meilen. Sucht euch einen Platz, der euch günstig erscheint und sichert euch ab. Bindet die Menschen ein, seid aber wachsam. Dies ist kein Abenteuer!“ Sie nickten. „Gut, dann rufen wir jetzt alle zusammen.“
Wenige Minuten später stand Hartor, etwas erhöht auf einem Stein stehend, vor der Gruppe. „Hört her! Unsere Pläne haben sich zerschlagen, die Stadt wird uns nicht aufnehmen können. – – Ja, ja, eure Herzen fühlen dasselbe wie das meine. Und doch dürfen wir die Köpfe nicht hängen lassen: Wir sind nicht geflohen, um nun beim ersten Problem aufzugeben und zurückzukehren. Wir werden unsere Zukunft nicht davon abhängig machen, wo wir leben. Dieses Land ist groß und weit. Es wird auch für uns einen Platz geben, an dem wir bleiben können. Dies ist das Land, in dem wir geboren wurden, und wir werden es wieder zu unserem machen! Wir sind Fremde im eigenen Land, aber wir können nicht zurück in unsere Zeit. Also lasst uns diese zu unserer machen. Halten wir zusammen und kämpfen wir gemeinsam dafür, dass wir uns hier schaffen, was wir verloren haben: eine Heimat!“
Er blickte in ihre Gesichter und was er sah, erfüllte ihn mit Stolz. Sie waren mitnichten niedergeschlagen, sondern Zuversicht, Vertrauen und Hoffnung sprachen aus ihren Augen. Sie redeten aufgeregt durcheinander, vereinzelt hörte er sogar Rufe der Begeisterung. Er bedeutete ihnen, still zu sein. „Ich werde euch einige Tage verlassen. Ich habe einen Plan, der uns, wenn ich Erfolg habe, diese Heimat ermöglichen kann. In dieser Zeit gebe ich die Führung in die Hände von Firal und Ralon. Ich vertraue ihnen und ich erwarte, dass auch ihr es tut. Folgt ihren Anweisungen, wir haben alles miteinander besprochen.“
Mit diesen Worten gab er beiden Genannten noch einmal die Hand und verschwand dann vorsichtig in Richtung Fremmelsdorf im Wald.