Frühlingssturm - Bruder Abt und Schwester Praionna im Kloster Krähenwacht

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Das Wachs frischer Kerzen tropfte im ständigen Fluss von den alten Kerzenständern im Speisezimmer des Abtes des Golgaritenklosters Krähenwacht. Nur das kaum wahrnehmbar auftreffen der Wachstropfen auf der alten Tischplatte konnte die eherne Stille im Raum durchbrechen und erinnerte leicht an die ryhtmischen, tiefen Gesänge der Boronis zu Punin.

Der Bruder Abt saß wie jeden Tag mit seiner Adjutantin und Vertrauten Praionna von Luring zum Abendmahl, das seit jeher nur aus wenigen Früchten, etwas Brot und etwas Wein des Perricumer Landes bestand. „Schwester Praionna, erzählt mir etwas aus den Ländereien ausserhalb des Klosters, was bewegt die Menschen Nebachots?“

Praionna von Luring verwunderte diese Frage schon gar nicht mehr. Jeder Tag wurde ihr diese gestellt, und wie jeden Tag wusste sie, dass der Abt sehr wohl wisse, was sich außerhalb seiner Mauern abspielte. Nicht umsonst weilte mit Bruder Thurbold ein ständiger Emissär am Hofe Eslams von Brendiltal, der den alten Mann mit Informationen versorgte.

„Mein Bruder Abt, es gibt wenig was ich erzählen könnte! Das Land hat sich derzeit wieder ein wenig beruhigt, die Bauern blicken mit Freude auf ihre Feldarbeit und die Edlen geben sich der Jagd hin. Gar wenige Seelen hat der Herr diese Woche zu sich geholt. Ich fand nur drei gefallene Federn im Tempel vor.“

Mit sichtlicher Genugtuung nickte der Abt vor sich hin, während er die letzten Brocken des Brotes hinunterschluckte.

„Die Novizen erzählten mir von einer Turney im Lande? Wie gedenken wir uns zu verhalten?“

„ Bisher erreichte uns noch kein Herold der uns dies vernehmen ließ. Aber auch ich habe gehört das es ein Treffen auf dem...“, Praionna stockte ob ihrer Worte, „... Pass geben würde.“ Aufmerksam blickte der Abt nun auf: „Welcher Pass? Sprecht ihr vom Arvepass?“

„Ja, mein Bruder! Die Turney solle auf dem Arvepass zum Gedenken an die Schlacht stattfinden.“

Ein Schluck Wein nehmend hackte der Abt nach: „ Wen gedenken wir dort hin zu senden, Schwester Praionna? Bruder Thurbold, der selbst noch an ihr teilgenommen hatte?“ Etwas überrascht reagierte die Adjutantin: „Ich dachte.....das wir niemanden entsenden würden! Die Lex Boronia verbietet es den Rittern das Schwert ohne Not zu erheben, außerdem habe ich bereits erwähnt das wir anscheinend nicht...“, Praionna räusperte sich, „...eingeladen sind!“

„Schwester von Luring, der Orden braucht keine Einladung um seine Wallstätte zu besuchen! Entsendet Thurbold und begleitet ihn gleich mit! Es kann sein, das wir nicht der einzige der damals anwesenden Orden sind, die den Toten die Ehre gebieten wollen. Seid also vorsichtig ihn dem was ihr sagt, ihr wisst von wem ich spreche!“

Texte der Hauptreihe:
K6. Bruder Abt und Schwester Praionna im Kloster Krähenwacht
20. Tra 1030 BF zur abendlichen Tsastunde
Bruder Abt und Schwester Praionna im Kloster Krähenwacht
Ein Streit auf Gut Westhang

Kapitel 6

Kein Wort zu viel. Um keinen Preis.
Autor:?