Fünf Köpfe für Totentanz - Belauern

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Rathaus der Reichsstadt Hartsteen, am Abend des 10. Tsa 1040 BF

Das Festmahl im Ratssaal ist bereits in vollem Gange. Derweil begegnen sich zwei Herren in der Eingangshalle. Der eine ist ein Spätankömmling; er legt gerade seinen Pelzmantel ab und wischt sich über das stoppelbärtige Gesicht, das von der Kälte draußen noch gerötet ist. Der andere - hat er auf ihn gewartet? - kommt ihm in seinem grünen wappenbestickten Rock entgegengeschlendert murmelt halb zu sich selbst: „Sieh an, sieh an. Der Baron von Nettersquell. Kommt er tatsächlich nach Hartsteen. Ich hatte schon gar nicht mehr mit Euch gerechnet, Hochgeboren.“

Ihre Blicke kreuzen sich ob der seltsamen Betrüßung; Wohlwollen liegt nicht darin.

„Ein abgenagter Geweihschädel?“, antwortet der Angesprochene, „Hmm, lasst mich raten: Das kann nur ein Hirschenrode sein.“

„Ganz recht. Odilbert, Junker.“

„Ach. Muss ich mir jetzt Sorgen machen?“

„Die macht Ihr euch doch ohnehin die ganze Zeit.“

„Offenbar genau wie Ihr.“

„Vielleicht machen wir uns ja über die gleichen Dinge Sorgen.“

„Wenn Ihr meint. Lasst uns doch darüber ein andermal weiterplaudern. Ich werde bereits erwartet“, der Nettersqueller deutet auf die Saaltür.

„Nur zu gern. Wenngleich ich vermute, daß Eure Sorgen meine Freude sein könnten.“

„Tatsächlich? Das gälte es wohl herauszufinden. Bis dahin“, ohne Odilbert weiter zu beachten, geht der Baron von Nettersquell zur großen Saaltür.

Der Hirschenroder sieht ihm nach und murmelt: „Darauf könnt Ihr Gift nehmen.“