Es werde Licht - Die Stadt des Lichts

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Nach seinen erfolgreichen Verhandlungen in der Stadt des Lichts hatte sich Leubrecht noch eine Nacht im Herzen des Reiches gegönnt, zumal der Ritt auf das eigene Gut reichlich spät geendet hätte. Lieber hatte er sich noch um einige wichtige Besorgungen gemüht und letztlich den Abend in der Gesellschaft alter Bekannter verbracht. Ein kleines Fest, wie es eigentlich täglich in Gareth gefeiert wurde, nichts Besonderes und dennoch eine willkommene Abwechslung.

Am Morgen dann hatte er seine Einkäufe sorgfältig in seinen Satteltaschen verstaut und war aufgebrochen. Es war noch früh am Morgen, immerhin wollte er schnell die frohe Kunde mit seinen Leuten teilen und außerdem hatte er vor Tatendrang nicht länger schlafen können. Vorbei an all den fleißigen Händlern und Arbeitern die durch die Tore in die Stadt drängten, verließ Leubrecht diese im gemächlichen Tempo. Ein nicht enden wollender Strom an Menschen, Wagen und Karren, dessen Fluten die Waren nach Gareth spülten. Gleichmäßig wogten sie dahin und brachten der Stadt all das, wessen sie zum Überleben bedurfte. Bar äußerer Reize versank Leubrecht zunehmend in seinen eigenen Gedanken. Was stand an? Welche Fragen waren offen? Welche Optionen konnte er noch ausschöpfen? Letztlich aber ließ er die Verhandlungen vom Vortag Revue passieren.

Nach seiner Ankunft und dem vortragen seines Anliegens hatte er erst einmal eine Weile warten müssen. Zeit in der er die Pracht der Stadt des Lichts bewundern konnte, ebenso wie den schier unermesslichen Bedarf an Kerzen. Kerze, war jedoch niemals gleich Kerze. Auch bei diesem scheinbar einfachen Gut konnte es gravierende Unterschiede geben! Die Wahl des Materials, dessen Güte und des Könnens des Erzeugers waren nicht nur entscheidend für eine schöne Optik, vor allem gaben sie Ausschlag für ein rußfreies Brennen. Eine blakende Kerze inmitten all des weißen Marmors würde allzu schnell für einen Schandfleck sorgen. Einige Zeit später, wie lang konnte Leubrecht nicht sagen, wurde er schließlich empfangen. Zu seiner persönlichen Überraschung nicht durch einen niederen Mitarbeiter der Verwaltung, sondern durch Rudewerth von Quintian-Quandt, dem Verwalter der Stadt des Lichts, höchst selbst. Eine Ehre mit der der Ritter eigentlich nicht gerechnet hatte.

Mit schätzungsweise 60 Götterläufen war der Verwalter definitiv im fortgeschrittenen Alter, dennoch strahlte er eine natürliche Autorität aus, wie sie selbst unter Praios-Dienern nur wenigen zu Eigen war. Rückblickend betrachtet waren sie binnen kurzer Zeit mit seinem eigentlichen Anliegen, der Gewinnung der Stadt des Lichts als Abnehmer von Neu-Auenwachter Kerzen, fertig geworden. Allerdings verfolge der Geweihte noch ganz andere Ziele, jene nämlich die dazu geführt hatten das Rudewerth von Quintian-Quandt es persönlich übernahm mit Leubrecht zu verhandeln. Um die Qualität des feilgebotenen Produktes zu prüfen wurden mehrere Kerzen angesteckt und während sie langsam und gleichmäßig herunterbrannten nutze dieser die Gelegenheit um über die Brachenwacht zu sprechen. Erst als das Thema seiner Meinung nach zufriedenstellend beendet war, hatten sie schnell einen angemessenen Preis ausgehandelt.

Leubrecht brauchte die Einnahmen aus dem Verkauf der Kerzen um die fehlenden Mittel zum Bau seiner Burg einzunehmen, die Stadt des Lichts hingegen hatte schlichtweg einen stets hohen Bedarf. Für die Stadt des Lichts war Neu-Auenwacht nur ein weiterer von vielen Lieferanten, für Neu-Auenwacht hingegen bedeutet diese Übereinkunft wichtige Einnahmen. Einnahmen die der Geweihte indirekt im zuvor geführten Gespräch mit einer Bedingung verknüpft hatte. Mit großem Interesse erkundigte ich der Geweihte nach der Brachenwacht, immerhin lag der schwarzmagische Schandfleck in direkter Nachbarschaft zu seiner Domäne. In welchem Zustand befanden sich die Lehen? Wie war es um die Moral ihrer Bewohner bestellt? Irgendwann kamen sie auf die Frage, ob sich eine Gemeinschaft der Brachenwächter bildete oder jeder für sich selbst ins Feld zog. Doch noch war alles zu Frisch und zu Neu um dergleichen bereits vorhersagen zu können. Noch war jeder mit dem Aufbau seines eigenen Gutes beschäftigt, sodass nachbarschaftliche Besuche nur vereinzelt zu Stande kamen. Doch wusste Leubrecht von der bald bevorstehenden gemeinsamen Jagd zu berichten und seinem Anliegen bei dieser Gelegenheit einen Bund zu schmieden. Ein Bund aber, wandte der Geweihte an diesem Punkt ein, braucht einen Heiligen. Einen Schutzpatron der der Aufgabe angemessen war oder der Gesinnung der Bundesmitglieder entsprach. Die Mitglieder aber waren ein bunt zusammengewürfelter Haufen, nur geeint durch ihre gemeinsame Pflicht. Und wer wäre angesichts der großen Herausforderung ein besserer Patron als der Heilige Gilborn, hatte der Geweihte daraufhin eingeworfen. Der Schutzheilige wider verderbte und schwarze Zauberei, dem hier in Gareth und fast jedem Praios-Tempel in ganz Eslamsgrund ein Schrein gewidmet war.

Nun war es an Leubrecht den anderen Wächtern den Heiligen Gilborn schmackhaft zu machen. Wer aber käme darüber hinaus noch in Frage und welche Argumente könnte er gegen ihre Wahl aufbieten? Yppolita von Kurkum, die Amazonenkönigin war jedoch eine noch sehr junge Heilige und außerdem war ihre Wacht gegen dämonische Mächte von Eis und Frost gerichtet. Hlûthar von den Nordmarken, eigentlich eine perfekte Wahl immerhin lag sein Grab gerüchteweise inmitten der Brache. Allerdings war der Heilige Hlûthar ein Nordmärker, so wie man es ihm gern unterstellte und aus persönlicher Erfahrung wusste Leubrecht das seine Generationen zurückliegende Herkunft aus dem Herzogtum ihm selten zum Vorteil gereichte. Oder womöglich Geron der Einhändige? Doch konnten sich die Gefahren der Brache mit dem Basiliskenkönig oder dem Drachen von Phecadien messen? Doch woran lag es das ihm hauptsächlich Kandidaten der Rondra-Kirche in den Sinn kamen? Hatte Leomara womöglich ebenfalls bereits die Notwendigkeit eines Schutzheiligen erkannt und ihm bereits insgeheim mehrere Optionen eingeflüstert? Nein, schollt sich Leubrecht selbst! Das Entsprach einfach nicht der Art der Geweihten.

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Texte der Hauptreihe:
K2. Die Stadt des Lichts
17. Bor 1042 BF
Die Stadt des Lichts
Der Weg zum Geld

Kapitel 2

Absprachen mit dem Nachbarn
Autor: Vairningen