Elmenbarths Lehre - Worte wie Feuer

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Hesinde-Kloster St. Ancilla, Anfang Hesinde 1037 BF:

Der Vortrag über die Ucuri-Stele hatte einiges an Erkenntnissen zutage gefördert, aber auch einige Fragen aufgeworfen. Der Abt war dennoch zufrieden, schließlich waren die hier versammelten von der Allwissenden berührt. Nach dem Vortrag hatte sich die wissbegierigen Gelehrten, Magier und Kleriker in verschiedenen Arbeitsgruppen zusammengefunden um weiter zu forschen. Es folgten weitere kleine Vorträge. Der heutige Tag sollte nun mit einer Rede von dem Eslamsgrunder Gelehrten Amato Griffelspitz beginnen. Der Präfekt und der Prior des Klosters flankierten den Abt, diese Rede dürfte interessant werden. Laut den Dossiers des Klosters war Griffelspitz nicht nur Gelehrter und ehemaliger Stadtmeister von Höllenwall, nein, er war auch Geweihter des Phex, was nicht allgemein bekannt war. Außerdem galt Griffelspitz als Gegner des Höllenwaller Barons. Die Miene des Abtes verfinsterte sich beim Gedanken an Malepartus von Helburg, hatte dieser doch über seinen Handlanger das feilgebotene Reliefstück erworben, wie ihm sein Vögelchen zwitscherte. Ausgerechnet der Höllenwaller, aber darum würde sich der Abt später kümmern. Nun war es Zeit für die Rede von Amato Griffelspitz.

Der über 60 Götterläufe zählende schmächtige Mann mit schlohweißen, kurzen Haaren betrat die Empore und erhob das Wort:

„Hochgeschätzte Collegia, Gelehrte und Andere,

wir haben uns hier im herrlichen St. Ancilla zusammengefunden, um das Mysterium der in letzter Zeit offensichtlich verstärkt in den Blickwinkel geratenen Reliefsteine von Korgond zu ergründen. Der allseits hochgeschätzte Magister von Ochs hat in seiner Weitsicht einige, wenn auch nicht alle bisher aufgefunden Bruchstücke zusammengetragen. Einige dieser in ihrer Bedeutung noch nicht enträtselten Steine befinden sich jedoch im Besitz von weltlichen Machthabern, denen man leider nicht unbedingt ein wahrhaftes Interesse an deren Ergründung zugutehalten kann. Insbesondere Jenen unter ihnen die sich hervorgetan haben die Kirche des Herren Nandus zu verbieten.

Kann es sein das im Sinne dieser unserer Aufgabe solche der Weisheit und dem Wissen feindlich gesonnenen Subjekte ihren verderblichen Einfluss auf uns halten. Müssen wir nicht sogar befürchten dass all unsere Bemühungen caput mortuum sind, wenn auch nur einer Jener sich weigern sollte, der Komplettierung zuzustimmen. Wäre es also nicht minder wichtig dafür Sorge zu tragen das alle bekannten sich im Umlauf befindlichen Steine in den Besitz dieser unseren Gemeinschaft übergeht? So gebe ich zu bedenken, dass es nicht nur unsere Aufgabe ist das Geheimnis zu ergründen, sondern auch sicher zu stellen das die Steine geeint an einem Orte gesammelt werden, und entsprechend auch mit dem nötigen Druck auf die uneinsichtigen jetzigen Eigentümer vorzugehen.

Rechtlich ist dies natürlich eine schwierige Situation, doch gilt es meines Erachtens nach all unseren Einfluss und all unsere Möglichkeiten auszuschöpfen dieses Ziel zu erreichen.

Und bei Hesinde und Phex, da würde mir schon einiges zu einfallen.“

Das gesprochene Wort verfehlte seine Wirkung nicht, wie der Abt erleichtert feststellte. Der Großteil der Zuhörer war aufgesprungen und applaudierte dem Redner lautstark. Nur einige wenige hielten sich zurück. Augenblicklich bildeten sich kleine Grüppchen in denen leidenschaftlich diskutiert wurde. Der Abt nickte seinen beiden neben ihm stehenden Vertrauten zu, die sich nun ihrerseits unter das gelehrte Volk begaben um ein Meinungsbild zu erhalten.

Schließlich war es der greise Efferd-Geweihte Efferdan von Perricum, der mit seinem reich verzierten Stock auf den Boden pochend noch einmal um Aufmerksamkeit buhlte. Langsam und mit viel Mühe stieg der dabei die Stufen der Empore hinauf. Gerade als er die oberste Stufe erreicht hatte, rutschte der alte Geweihte ab und verlor das Gleichgewicht. Polternd fiel der im ganzen Königreich hochgeschätzte Mann die Stufen herab. Ein ins Mark gehender Schrei und ein Knacken durchschnitten den Raum. Totenstille. Die Vielzahl an Stimmen hatte sich abrupt gelegt. Eilig rannten die Novizen Nandurna und Sarella zu dem Gestürzten hin und richteten seinen Kopf auf. Efferdan riss mit einem Male die Augen auf. Er lebte. Sarella musterte den Körper des gebrechlichen Mannes. Sein rechtes Bein war mehrfach gebrochen, das erkannte sie sofort und auch der Stab des Geweihten war durch die Wucht des Aufpralls in zwei Teile zerbrochen. Wenige Augenblicke später kam die Hesinde-Geweihte Olinai von Mylamas mit zwei Schlangengardisten die eine Trage dabei hatten. Umständlich wuchteten die Gardisten den verletzten Geweihten auf die Trage. Plötzlich ergriff er den Ärmel von Nandurnas Gewandt und schrie: „Ihr Narren, sie sind bereits unter uns. Ihr Narren! Ihr Narren!“

Unter den Schreien des Geweihten brachten die Gardisten ihn aus dem Saal.

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Texte der Hauptreihe:
P10. Briefe
K51. Worte wie Feuer
K83. Zweifel
9. Hes 1037 BF zur mittäglichen Ingerimmstunde
Worte wie Feuer
3, 2, 1 ... verkauft!

Kapitel 51

Kors Zorn