Einig Königreich – Auf Travias Pfaden

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Korgond, Königreich Garetien, 20. Ingerimm 1040 BF:

Mit einem zufriedenen Lächeln verabschiedete sich Reichsvogt Reto Eorcaïdos von Aimar-Gor von seinem Gesprächspartner Kronvogt Hal von Ehrenstein. Die beiden hatten ein langes und, wie Reto empfand, sehr erbauliches Gespräch geführt. Reto ließ seinen Blick schweifen. Die versammelten Adligen waren zum Aufbruch bereit. Die denkwürdige Zusammenkunft des aufrechten Adels großgaretischen Geblüts war nun zu Ende. Nun war die Zeit der Chronisten gekommen, denn noch in Hundert Götterläufen würde man vom Wiedererscheinen Korgonds sprechen, die alten Lieder singen und die Anwesenden als Helden huldigen. Reto wirkte ernsthaft ergriffen bei diesem Gedanken.

Doch lief nicht alles so wie es sich Reto gewünscht hätte. Die Reichsforster Gräfin hatte die anderen Almosenmeister deutlich in den Hintergrund gedrängt. Der Hinn hat sich von ihr einlullen lassen und die Schlunder Spenden an sie weitergereicht. Immerhin, die anderen Almosenmeister waren dem nicht gefolgt.

Der großgaretische Almosenmeister Udalbert von Cletzau und Retos Anverwandte Sibella traten an den Reichsvogt der Gerbaldsmark heran. Begleitet wurden sie von Retos persönlichen Knappen Salix und Romelio von Agur.

„Ein Jahrhundertereignis geht zu Ende und wir waren Zeugen, als sich Korgond den Herrschenden offenbarte und seine Weisheit mit ihm teilte.“ Auch Udalbert wirkte schwer beeindruckt.

„Der Tempel strahlt eine Anziehungskraft aus, wahrlich unbeschreiblich.“ Das Glitzern in den Augen Sibellas war kaum zu übersehen.

„Nun wollen wir uns mal nicht in Sentimentalitäten verlieren“, Reto straffte sich wieder, „Am Ende ist doch alles nur Politik! Wir müssen unseren Blick nach vorne richten. Seht ihr denn nicht was hier passiert ist? Die Reichsforster Dirne versucht unser politicum humanitas für die Ostmarken an sich zu reißen.“

„Ganz sicher wird sie es sich nicht nehmen lassen mit nach Rommilys zu reisen“, warf Romelio ein.

„Aber natürlich wird sie nach Rommilys reisen“, knurrte der Reichsvogt ungehalten. „Udalbert, Romelio, es ist nun an der Zeit sich den Almosenzug nach Rommilys zu widmen. In Gerbaldsaue werden sich alle zusammenfinden und gemeinsam losziehen.“

Die Angesprochenen nickten zustimmend.

„Es muss für genügend Bedeckung gesorgt werden, schließlich treiben in Ostgaretien immer noch marodierende Haffax-Schergen ihr Unwesen – und nicht zu vergessen, die Hartsteener!“

„Ich habe bereits Vorkehrungen getroffen, liebste Sibella. Auch übrigens, mein Gespräch mit dem Halhofer betraf dich ebenfalls.“

„Was du nicht sagst, liebster Reto.“

„Es gibt Anlass zu Freude, Teuerste, du wirst seinen Sohn Tawil ehelichen!“

Sibellas Gesichtszüge entgleisten einen kurzen Moment.

„Na na, kein Grund zur Sorge, er ist äußerst ansehnlich und überaus ritterlich gebaut. Davon habe ich mich persönlich überzeugt. Sein Vater ist der Kronvogt von Halhof und seine Schwester die Landvögtin von Rubreth. Eine mehr als angemessene Verbindung für dich.“

„Wenn er dir so gefällt, kannst du ihn ja heiraten“, die Stimmer der jungen Frau klang mehr nach Neckerei als echte Entrüstung. Innerlich war sie schon sehr auf ihren zukünftigen Ehemann gespannt. „Wann werde ich ihn kennenlernen?“

„Noch heute, wenn wir vor dem Altar von Korgond die Verlobung bekannt geben. Er wird uns dann umgehend nach Gerbaldsaue begleiten und der Gerbaldsmark als Ritter dienen.“